Zuliefererfabriken
Gemeinsam für bessere Arbeitsbedingungen

Noch immer werden zu viele Textilien und andere Produkte unter unwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt. Ein einzigartiges Trainings- und Dialogprogramm hat sich zum Ziel gesetzt, dies zu ändern.

Hien ist 27 Jahre alt und arbeitet an einer Schneidemaschine in einer vietnamesischen Holzfabrik, die unter anderem Möbel herstellt. Ihre Mutter und eine ihrer Schwestern arbeiten in derselben Fabrik wie sie selbst. Hien hat ein selbstbewusstes Lächeln, das sie oft und gerne zeigt. Damit passt sie so gar nicht zu unserem Bild, das wir in Deutschland nach den jüngsten Medienberichten haben, als Meldungen von unterbezahlten Arbeitern und Arbeiterinnen um die Welt gingen, die auf engstem Raum in überhitzten Fabrikhallen schuften, in denen Unfälle und Brände an der Tagesordnung sind. Das Schlimme ist: Zustände wie diese sind noch immer die Regel und nicht die Ausnahme in vielen asiatischen Textilfabriken. Dass es auch anders geht, beweisen Menschen wie Hien. Sie gehört zu den 320.000 Menschen weltweit, die vom WE-Programm profitieren.

WE steht für gemeinsam handeln

WE ist ein Trainings- und Dialogprogramm für Produktionsstätten, das Tchibo 2007 ins Leben gerufen hat. Manager und Beschäftigte arbeiten gemeinsam an Lösungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Tchibo-Mitarbeiter und lokale WE-Trainer begleiten sie bei dieser Entwicklung. Dabei gibt es eine wichtige Regel: Jede Meinung zählt.

Hien ist stolz darauf, dass sie zur Arbeitnehmervertreterin gewählt worden ist. Sie sagt, dass sie vor der Teilnahme am WE-Programm eher schüchtern war. Heute sei sie selbstbewusst und beschwere sich zum Beispiel, wenn im Bus zur Arbeit die männlichen Kollegen rauchen. Neulich musste sie in Ho Chi Minh City auf einem WE-Workshop sprechen. 45 Zuhörer, gespannte Atmosphäre und heikle Themen: Es ging um Überstunden und wer sie macht, aus welchen Beweggründen und wie dies zu werten ist. Die anschließende Diskussion verlief erstaunlich konstruktiv. Alle Beteiligten wissen, dass Streit nichts bringt. Genau darauf setzt WE: den Dialog aller Beteiligten.

Tchibo übernimmt Verantwortung

In insgesamt 340 Fabriken in neun Ländern hat Tchibo das WE-Programm bereits aufgebaut und deutliche Verbesserungen bei der Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten erreicht. Auch Gesundheits- und Arbeitsschutz wurden verbessert, Löhne erhöht und bessere Sozialleistungen eingeführt. In einigen Produktionsstätten treten gewählte Arbeitnehmervertreter für die Belange ihrer Kollegen ein, ohne dabei Angst vor Sanktionen haben zu müssen. Das gemeinsame Ziehen an einem Strang führt zu Zufriedenheit auf beiden Seiten und zu noch mehr Veränderungen: Die Mitarbeiter können durch die verbesserten Arbeitsbedingungen motivierter arbeiten – und erhöhen somit auch den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens.

Auch für Tchibo ist WE ein Meilenstein auf dem Weg zu der angestrebten 100-prozentig nachhaltigen Geschäftstätigkeit bis zum Jahre 2020. Nach der Pilotphase des Projekts von 2007 bis 2011 weitete das Unternehmen WE auf alle seine strategischen Lieferanten aus. Aktuell stammen etwa 75 Prozent aller Tchibo-Produkte aus WE-Fabriken.

Für die neue Kollektion bedeutet das konkret: Bereits 43 von 60 Produkten stammen aus WE-Fabriken. Und sie sehen toll aus – die Kollektion ist ab dem 18.10. erhältlich, solange der Vorrat reicht.

PRODUKTE & TIPPS

Kaufkosmos