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"Der goldene Handschuh": Hier war das Grauen zu Hause – Polizei zeigt Wohnzimmer von Frauenmörder Fritz Honka

Vor dem Kinostart von "Der goldene Handschuh" gibt die Hamburger Polizei einen Einblick in die Wohnung von Fritz Honka. Sie zeigt auch die Säge, mit der der Frauenmörder die Körper seiner Opfer zerteilt haben soll.

Fritz Honka in Hamburg vor Gericht, der Abtransport eines Leichnams

Schaurige Vorlage für Roman und Film "Der Goldene Handschuh": Der Frauenmörder Fritz Honka aus Hamburg (Foto vom Prozess 1976)

Picture Alliance

Ein Vorbeikommen an der Geschichte von Fritz Honka gibt es derzeit kaum. Nachdem der Film "Der goldene Handschuh" von Fatih Akin auf der Berlinale seine Premiere feierte, steigt das Interesse am dem schaurigen Treiben des Serienmörders vom Hamburger Kiez.

Touristen besuchen Originalschauplätze wie die namensgebende Kneipe auf St. Pauli, in der Honka in den 1970er Jahren seine späteren Opfer kennenlernte. Die Buchvorlage zum Film von Heinz Strunk steigt in den Bestsellerlisten wieder auf und nun nutzt auch die Hamburger Polizei den Hype um den Vierfachmörder für ein wenig PR. Schließlich waren es ihre Beamten, die Honka 1975 festnahmen und die Ermittlungen führten – und auch Fotos in der Wohnung des Täters im Stadtteil Altona machten.

Polizeimuseum zeigt auch Fritz Honkas Säge

Eine der Aufnahmen des Tatorts veröffentlichte die Polizei jetzt auf ihrer Facebookseite. Es zeigt ein verschmutztes Zimmer unter dem Dach, Puppen auf dem Sofa, Aschenbecher auf dem Tisch, Pin-ups an den Wänden. Ein Blick in das Zuhause des Killers.

Die Fotos der Ermittler waren auch die Grundlage für die "fast originalgetreue" Herrichtung von Honkas Wohnung für den Film, so die Polizei, die der Öffentlichkeit noch einige andere Exponate zu dem Fall zeigt. Im Hamburger Polizeimuseum seien unter anderem die Tatortskizze, weitere Fotos aus der Spurenmappe und von den Bekleidungsgegenständen der Opfer sowie die Säge, mit der Honka vermutlich die Körper der toten Frauen zerteilte, zu besichtigen – ein Ausflug in die schaurige Hamburger Kriminalgeschichte.

Der Goldene Handschuh

Das Polizeimuseum Hamburg am Polizeipräsidium in der Carl-Cohn-Straße 39 (U-Bahnhof Alsterdorf) ist dienstags, mittwochs, donnerstags und sonntags jeweils von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet acht Euro, ermäßigt sechs. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zahlen nichts. Besucher müssen einen Personalausweis oder Reisepass mitbringen. Weitere Informationen gibt es hier.

Der bundesweite Filmstart von "Der goldene Handschuh" ist am 21. Februar 2019.

Honka bis Haarmann: Vom Gefallen am Töten - die grausamsten deutschen Serienmörder
Der Serienmörder Karl Denke

Karl Denke ("Papa Denke", "Kannibale von Münsterberg") ermordete zwischen 1903 und 1924 in seiner Wohnung in Münsterberg (heute: Ziebice in Polen) mindestens 30 Menschen, zumeist Landstreicher. Er tötete seine Opfer, verarbeitete und aß ihr Fleisch, das er zudem – in Pökelsalz haltbar gemacht – auf dem Wochenmarkt in Breslau verkaufte. Über seine Taten führte er Buch. Sein 31. Opfer, das schwer verletzt fliehen konnte, war bereits vermerkt. Denke beging in der Haft Selbstmord. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fand die Polizei Hinterlassenschaften, die auf 42 Opfer schließen lassen – darunter Hosenträger und Schnürsenkel aus Menschenhaut.

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