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Nur kurzes Durchatmen nach ESM-Urteil für Eurozone

Die Eurozone atmet auf nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Euro-Rettungsfonds ESM, welches das Inkrafttreten des Fonds ermöglicht.

Die Eurozone atmet auf nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Euro-Rettungsfonds ESM, welches das Inkrafttreten des Fonds ermöglicht. Doch die Erleichterung währt nur kurz: In den kommenden Wochen stehen weitere Entscheidungen an, die für die Zukunft der Währungsunion entscheidend sind.

SEPTEMBER

EUROGRUPPE: In Zypern kommen am Freitag und Samstag erst die Euro-Finanzminister und dann die Ressortchefs aller 27 EU-Länder zusammen. Die griechische Regierung muss der Eurogruppe ihr neues Sparpaket erläutern, ohne das keine weiteren Notkredite nach Athen fließen. Eine Entscheidung fällt jedoch noch nicht. Weitere wichtige Themen sind die nächsten Schritte bei der Inkraftsetzung des ESM und die Pläne für eine einheitliche Bankenaufsicht in der Eurozone.

SPANIEN: In der zweiten Monatshälfte soll klar sein, welche Summe zur Rettung der spanischen Banken nötig ist. Die Eurogruppe hat bereits Hilfe in Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro zugesagt.

OKTOBER

GRIECHENLAND: Die Troika-Experten wollen zu Monatsbeginn ihren Bericht zur Erfüllung der Spar- und Reformvorgaben durch die Regierung in Athen vorlegen. Auf Grundlage des Berichts wird über die Freigabe weiterer Hilfskredite entschieden.

EUROGRUPPE: Am 8. Oktober treffen sich die Euro-Finanzminister in Luxemburg. Die Lage Griechenlands dürfte ganz oben auf der Agenda stehen. Ein ranghoher Eurogruppen-Diplomat bezweifelte jedoch bereits, ob dann schon Entscheidungen über die Zukunft des Landes in der Eurozone fallen. Das Inkrafttreten des ESM könnte jedoch bei dem Treffen offiziell besiegelt werden. Möglicherweise kristalliert sich auch heraus, ob der spanische Staat selbst einen Hilfsantrag stellt, etwa zum Aufkauf von Staatsanleihen.

EU-GIPFEL: Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union kommen am 18. und 19. Oktober in Brüssel zusammen. Wenn nun wichtige Entscheidungen etwa zu Griechenland getroffen werden müssen, wird dies auf dem Gipfel geschehen. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, EU-Kommissionschef José Manuel Barroso, EZB-Präsident Mario Draghi und Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker haben den Auftrag, Ideen zur grundlegenden Reform der Eurozone auszuarbeiten. Sie stellen auf dem Gipfel einen Zwischenbericht vor.

SPANIEN: In der zweiten Oktoberhälfte soll das erste Geld aus dem Programm des Euro-Rettungsfonds für die spanischen Banken fließen, um angeschlagene Finanzinstitute zu rekapitalisieren. Dies kann sich bis in den November hinziehen.

NOVEMBER

BANKENAUFSICHT: Am 12. und 13. November ist eine Sitzung der europäischen Finanzminister in Brüssel angesetzt. Wenn die neue europäische Bankenaufsicht für die Geldhäuser in der Eurozone - wie von der EU-Kommission geplant - schon im Januar ihre Arbeit aufnehmen soll, müssen die Minister bei diesem schwierigen Thema bei diesem Treffen einer Einigung entscheidend näher kommen.

AFP / AFP