wokk

Der leidige Gepard-Panzer

Jetzt endlich wurde der Gepard-Panzer in die Ukraine geliefert. Dazu noch 60T Schuss Munition. Macht also 2000 Schuss pro Panzer und dann ist Schluss. Wie lange kann ein solches System genutzt werden? Gibt es irgendwo in der Welt einen Fabrikanten, der diese "hochspezielle" Munition herstellen kann? Ist die Bundesregierung wirklich guten Willens, derartiges Kriegsgerät in die Ukraine zu liefern?
Frage Nummer 3000277188

Antworten (9)
dschinn
2000 Schuss wären ja immerhin 2 Minuten Flugabwehr!
Da trifft man doch so einige Raumschiffe mit.
Ist doch besser als nix.
Skorti
What? Wir hatten 30 funktionstüchtige Gepard? Fahr- und Einsatzbereit?
Das glaub ich nicht, so viele "heile" Exemplare haben wir doch bei keinem anderen Gerät. Achso, der war bei der Bundeswehr schon nicht mehr im Einsatz. Der stammt noch aus den 70ern.

Naja, die Rechte (Patente) für die Munition liegen ja wohl bei der deutschen Firma. Wie kurzfristig die Munition dann auch ausserhalb der Schweiz hergestellt werden kann, wird man sehen. Evtl. wird die ja auch schon woanders produziert und nur unsere Vorräte kamen aus der Schweiz? Ich glaub nicht, dass Rumänien, als einziger noch bestehender Betreiber der Gepard in der Schweiz eingekauft hat.
Deho
Es war schon sinnvoll, die Fertigung der Munition in ein Billiglohnland wie die Schweiz zu verlegen. Der Haken ist nur, aber das konnte vorher niemand wissen, dass die Schweiz aufgrund ihrer Neutralität nicht in Kriegsgebiete liefert. Daraus könnte man folgern, dass auch wir im Verteidigungsfall keine Munition geliefert bekämen, weil wir dann Kriegsgebiet sind.
PezzeyRaus
Vielleicht sollte wir erst einmal recherchieren, um was es überhaupt geht! Ok ok, ich habs für euch gemacht und will die Schweizer Seite zu Wort kommen lassen. Es ist ein Artikel in der NZZ und lässt sich mit diesem Kürzel und den Suchbegriffen Gepard und Munition an erster Stelle meiner Suchmaschine finden. Glücklicherweise, denn ich habe zwar den NZZ-Newsletter abonniert, aber ich schmeiß die Mails nach der Lektüre immer weg.
Deho
Der Artikel sagt erst einerseits nein, Schweizer Recht, aber dann aber auch vielleicht ja, doch, europäische Solidarität. Die Russen freuen sich über die "Neutralität" zu ihren Gunsten, und die NATO sollte erwägen, sämtliche Rüstungsprojekte mit der Schweiz zu canceln. Das ist ein Sicherheitsrisiko, das wir uns nicht leisten können.
Deho
Zu den 2000 Schuss pro Gepard wäre noch zu sagen, dass die nicht in der Flugabwehr verballert werden sollen, da hat die Ukraine Besseres. Der Gepard kann mit waagerecht eingestellter Kanone als Kampfpanzer eingesetzt werden, und genau das braucht die Ukraine.
B.Kloppt
Ich frag mich allerdings, worauf Deutschland sich da vertraglich eingelassen hat. Unsere Munition wird in der Schweiz hergestellt und die Schweiz hat nun ein Mitspracherecht beim Einsatzort? Alles ziemlich befremdlich. Das ist, als ob mir Shell vorschreiben würde, dass ich mit von mir bezahltem Benzin nicht z..B. nach Dänemark fahren darf.
PezzeyRaus
Das war wohl die freie unternehmerische Entscheidung von Rheinmetall, denen das Werk in der Schweiz gehört. (Glaube ich, mal gelesen zu haben)
Skorti
@b.kloppt So gut wie jedes Land, das Waffen oder Munition produziert, behält sich einen Einspruch beim Weiterverkauf vor. Lieferung nur gegen Endverbraucher-Zertifikat. So wartet Belgien z.B. seit 2007 auf die Erlaubnis Deutschlands 30 ausgemusterte Leo 1 an den Libanon liefern zu dürfen.
Der Hersteller der Munition kann diese natürlich da produzieren, wo er will. Vielleicht hätte Deutschland auf einem anderen Produktionsstandort bestehen können, aber bis jetzt ist halt niemand auf eine Erlaubnis angewiesen gewesen.