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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000105471 Lempel

Wie funktioniert die menschliche Evolution?

Wir sind jetzt auf der Höhe unserer Evolution.
Ich erinnere mich an den Weltrekord im 100m Lauf Armin Hary 10 sec, nun ist der Weltrekord 9,58 sec. Unglaublich.

Wir wissen heute, dass die Welt eine Kugel ist und nicht eine Scheibe. Und viele von uns haben ein Smartphone anstatt eines Gehirns.

Woher kommt es jedoch, dass jeder Mensch – ohne jedes Wissen geboren (oder so nehmen wir an), nicht einmal sprechen oder laufen kann – im Laufe seines Lebens mehr weiß, als jene, die ihn geboren und gelehrt haben, und auch noch schneller laufen kann, obwohl er das Laufen erst einmal lernen musste?
Antworten (26)
Dorfdepp
Wir wissen zwar ganz genau, dass die Evolution von allein funktioniert, aber wie, davon hat niemand den Schimmer einer Ahnung; es gibt nur Denkmodelle.

Wir wissen auch nicht, ob wir auf der Höhe der Evolution sind, wie eingangs behauptet. Die Insekten würden das bestimmt anders sehen, die halten sich die Menschen nur, um sie ärgern zu können.
StechusKaktus
Die neuen Menschen greifen doch auf all das zu, was die Menschen bis dahin geschafft und geschaffen haben. Von daher ist es doch recht klar, dass die Entwicklung fortschreitet. Im Sport ist zum Beispiel das Material und die Trainingsmethodik immer besser geworden. Und wir sind lange nicht am Ende.
Ergo
In jedem Fall hat die Evolution bei Lämpel völlig versagt.
Sgt_Hartman
Stechus, beeindruckende Aussage. Mit zwei Verbesserungen auch tauglich... Bitteschön ->

"Die neuen Menschen (Flüchtlinge) greifen doch auf all das zu, was die Menschen (Einheimische) bis dahin geschafft und geschaffen haben."
wokk
Aber diese Menschen werden - wenn man sie lässt - am Fortschreiten der Evolution aktiv teilnehmen!
Falls Du Dich erinnern kannst, hatten die Inder noch vor 30 Jahren ein erbärmliches Image. Heute sind sie mit ihrem Wissen um Programmation ganz vorne!
umjo
Mehr als daneben, Opal!
Wenig beeindruckende Aussage.
Ich denke, man muss Dir nicht ernsthaft erklären, was Stechus mit 'Menschen' und 'neue Menschen' wirklich gemeint hat, oder?

Lährer Lempel, zu Deiner Frage steht hier einiges Erhellendes.

Aber Du bevorzugst ja die englisch-sprachige Version...
Hefe
Lempel: Kleiner Irrtum. Erzähle einem 20- oder 30jährigen, was Fernschreiber, Musikkassette etc. sind. In der Archäologie versuchen Menschen mit antikem Werkzeug zu bauen etc., weil wir heute nicht mehr wissen, wie man sie handhabt oder wie lange man braucht um etwas herzustellen. Vielleicht gibt es irgendwann einen Tag des verlorenen Wissens. Außerdem sind Sportstadien anders aufgebaut als vor 60 Jahren. Seit es verstärkt Dopingkontrollen gibt, sind auch Rekorde nicht mehr so häufig.
Satan
Herr Lempel hinkt der Evolution anscheinend hinterher.

Basierend auf den Fragen und Antworten in dieser WC.
Ich habe übrigens ein Smartphone mit H Kennzeichen und Gehirnfragmente die noch funktionieren. Prost
ing793
Ich kenne genügend Menschen, die weniger wissen, als die, die sie geboren haben, in einem Monat vergessen könnten.
Damit wäre die Aussage, dass "jeder Mensch ... mehr weiß" zweifelsfrei widerlegt.

Und das mit dem "schneller laufen" gilt, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, in der Regel erst ab einem gewissen Alter, das aber schon seit lange vor den Neandertalern.

Die "Höhe unserer Evolution"? Das war zu seiner Zeit auch der homo sapiens heidelbergensis und das gilt genauso für die heutigen Amöben und Bonobos (nur mal als Beispiel) und ist im Vertrauen auf Dollos Gesetz eine Nullaussage.

Aber mal nett geblubbert aus WBs Album
Lempel
Ich bedanke mich bei allen, die mir geholfen haben, meine Frage zu beantworten.
Auch vielen Dank dir, umjo, für die beiden Links.
Die englische Version kannte ich bereits.

Ich stellte die Frage »Wie funktioniert die menschliche Evolution?« in dieser WC, da ich besonders an Antworten wie jene von Ergo und Satan interessiert bin, denn Beiträge, die so sachbezogen, sorgfältig durchdacht und den Kern meiner Frage so vorzüglich treffen, findet man in Wikipedia nicht.
Musca
Wie bitte, wir sollen auf der Höhe der Evolution sein?
Jedes Tier begreift den Zusammenhang zwischen Überpopulitation und Nahrungsknappheit. Und die Tiere ziehen ihre Konsequenzen daraus und vermehren sich weniger. Nicht so der Mensch, je schlechter es ihm geht, desto mehr vermehrt er sich.
Der Begriff Evolution hat mit sportlichen Höchstleistungen fast nichts zu tun. Das ist Züchtung, Degeneration ,viele Hochleistungssportler enden als körperliche Wracks, sind irgendwann physisch und psychisch am Ende.
Vielleicht weiß ein australischer Ureinwohner die Antwort auf ein nachhaltiges, die kommenden Generationen beachtendes Leben auf diesem wunderbaren Planeten.
Jonathankinderkram
Ich habe da eher eine Kurve vor Augen, die allmählich in eine horizontale Linie übergeht. Die Zeiten der beeindruckenden Rekorde geht zu Ende. Rekorde mit 1/1000 Sekunde Verbesserung reißen kaum jemand mehr vom Hocker. Vielleicht wird eines Tages die Gentechnik zum Evolutionsfaktor. Das wäre dann wohl sowas wie Doping innerhalb der Evolution.
Den Rest Deiner Frage kannst Du mit der weiter zunehmenden Spezialisierung der Menschen erklären. Während frühere große Erfinder ihre Ideen quasi als Passion unter schwierigsten Bedingungen neben hartem Broterwerb vorantrieben, gibt es heute hoch dotierte Spezialisten, die auf der Grundlage bereits vorhandenem Wissen unter optimalen technischen und logistischen Voraussetzungen darauf aufbauen.
Lempel
Sehr interessanter Beitrag, Jonno.

Ich sehe die Evolution ebenfalls als eine Kurve, wir sind jetzt – ob wir es wissen oder verneinen – auf der Spitze. Die nächste Generation wird uns an der Spitze ablösen, weil es gar nicht anders geht.

Du siehst die Evolution also als eine Art Staffellauf. Wir geben unser Wissen gebündelt an die nächste Generation weiter.

Da frage ich mich jedoch, weshalb niemand mit dem gültigen Wissen bereits geboren wird. Wir bräuchten dann die ganze Zeit des Lernens nicht zu durchwaten, sondern gleich mit fliegendem Start weitermachen.
Vielleicht wird das ja der nächste große Schritt in unserer Evolution, denn wir sind noch lange nicht am Ende.

Ich stimme dir auch zu, was frühere große Erfinder angeht.
Gutenberg ist der größte Erfinder, der mit den beweglichen Buchstaben die Evolution der Menschheit vorantrieb wie sonst niemand vor ihm. Er starb verarmt und von Fust und Schöffer betrogen.

Der zweite riesige Schritt wurde von Steve Jobs getan mit der Erfindung des Apple Macintosh und dem iPhone.
Er jedoch konnte bereits auf die Erfindung des Computers zurückgreifen.
Spock
Du vermischt 3 Sachen.
1. Evolution im Sinne von Erasmus und Charles Darwin, Huxley oder Lamarck, die echte biologische Evolution. Von der weiß man heute - auch wegen der Gentechnik - sehr genau, wie sie funktioniert, nämlich durch Erbgutveränderung und Evolutionsdruck aus der Umwelt. Man kann heute sogar datieren, wann sich Neandertaler und Homo Sapiens vermischt haben oder wann sich die Stämme der Primaten getrennt haben.
2. Soziokulturelle Evolution (Spencer, Morgen, Durkheim usw). Sie hat nichts aber auch schon gar nichts mit Evolution zu tun und führt immer wieder zu radikalem Rassismus, zur Zeit vor allem dem Neutribalismus und in weltanschauliche Richtungen wie "Scientoligy" oder "Ecosystem people". Bei näherem Hinsehen eine religionsähnliche Pseudowissenschaft die Probleme schafft, statt sie zu lösen.
3. Den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt, der mit Evolution nur dann zu tun hätte, wenn sie leistungsfähigere Gehirne hervorbrächte. Hierher gehören übrigens auch die 9,58 von Usain Bolt oder die 10,49 von Florence Griffith Joyner. Wissen oder Können hat nichts mit Evolution zu tun.
Überleg Dir also zuerst, welche Art von Evolution Du meinst und les dann nach.
Lempel
Spock, deine Einlassung ist wunderbares Wissen des 18. Jahrhunderts. »Erbanlagen und Umwelteinflüsse«.
Goethe und Schiller grüßen das Volk der Dichter und Denker.
Auch interessant, was du zum radikalen Rassismus zu sagen hast.
Jonathankinderkram
Die physiologische Leistungsfähigkeit erscheint weitgehend ausgereizt. Die meine ich mit der Kurve, die allmählich zur Horizontalen abflacht. Es wird in 1000 Jahren wohl keinen Menschen geben, der 15 Meter weitspringt. Dazu braucht es mindestens den Bewegungsapparat und die Sprungtechnik eines Känguruhs.

In wissenschaftlich/technischer Hinsicht ging die Entwicklung tendenziell vom Individuum zum Kollektiv über. Im Unterschied zu früheren Zeiten, in denen oft Weltanschauung, Religion und Aberglaube einen Riegel vorschoben, wissen moderne Gesellschaften die Forschung zu schätzen und wie man einen Wissenschaftsbetrieb möglichst effektiv gestaltet. Die meisten lösen im Team wohl nur noch winzige Detailaufgaben wie das berühmte Rädchen im Getriebe, ein Mastermind fügt die Einzelergebnisse dann sinnvoll zusammen. Die Spezialisierung wird notgedrungen weiter gehen, es wird in der Tat immer schwieriger sich im Lauf eines kurzen Lebens all das kumulierte Grundlagenwissen anzueignen, um daran anzuknüpfen. Vermutlich werden das wohl zunehmend Computer erledigen. (Natürlich kann man Wissen nicht vererben, sondern nur auf das weiße Blatt der ausgereiften Gehirne der nachfolgenden Generation weiter fortschreiben.)

Die ursprünglichen Faktoren der Evolution spielen heute für den Menschen kaum mehr eine Rolle. Der Mensch hat sich weitgehend unabhängig davon gemacht. Während z.B. früher Menschen mit Behinderung kaum eine Überlebenschance hatten (natürliche Selektion), konnte ein Stephen Hawking zu einem herausragenden Glied der Gesellschaft avancieren.

elfigy
Einspruch. Das Hordendenken, der Hang zu überirdischen Er- und Verklärungen, die Furcht vor Fremden und Unbekanntem u.a. sind heute noch auf Steinzeitniveau und hier kann man erst von einem Fortschritt der Evolution sprechen, wenn Religionen und Nationen abgeschafft und die Menschen friedlich miteinander leben. Das ist noch ein langer Weg
Jonathankinderkram
Elfigy

Dass viele Menschen noch immer die Aufklärung ablehnen und sich als skurile Bremser betätigen ändert nichts an der Richtung wohin die Reise geht. Vielleicht sollte man das stärker in den Lehrplänen berücksichtigen bevor noch mehr an die Erde als Scheibe glauben.
Zum sozialen Aspekt, den Du ansprichst:
Wenn ichs mir genau überlege geht es dabei um eine Aussöhnung von Ökonomie und dem Sozialen. Der Ökonomie wurden in den letzten zig Jahren viele soziale Werte geopfert und stattdessen zu Kohle gemacht. Manche Unternehmer haben dies inzwischen als Irrweg erkannt und zeigen Verantwortlichkeit gegenüber Mitarbeiter und der Umwelt. Im Vergleich zu den 70er Jahren erlebe ich die aktuelle Gesellschaft als zu wenig sozial eingestellt. Ich erwarte einen Rattenschwanz an Auswirkungen und ein gesellschaftliches Umdenken und Rückbesinnen auf das, was im Leben wichtig ist. Vermutlich gibt es in der Geschichte so etwas wie eine Pendelbewegung zwischen sozial eingestellten Zeiten und sozialer Kälte. Religionen in ihrer bisherigen Form sind ein Auslaufmodell ohne zeitgemäße Antworten und fristen unter rational denkenden Menschen bald nur noch ein Nischendasein.
Dorfdepp
" ... und hier kann man erst von einem Fortschritt der Evolution sprechen, wenn Religionen und Nationen abgeschafft und die Menschen friedlich miteinander leben."

Genau so hat sich die Sowjetunion definiert. Dann war das also die Spitze der bisherigen menschlichen Evolution, und die dumme Menschheit hat das nicht bemerkt.
Dorfdepp
"Das ist noch ein langer Weg". Das war das Versprechen der Kommunisten, an das zuletzt niemand mehr geglaubt hat, außer vielleicht noch Nord-Korea.
Jonathankinderkram
Dorfdepp

dass die Sowjetunion diese Erkenntnis in ihr Programm aufnahm war eine Folge jahrhundertelanger Herrschaft von Zarentum im Verein mit der Kirche zum Wohle und Profit beider. Dass sich die Sowjetunion von Anfang an zur Diktatur mit einer Ersatzreligion entwickelte, kann man als Tragik der Geschichte verstehen.....
elfigy
Die Religion der Sovjets hieß Kommunismus. Dafür ist der Mensch nicht geeignet.
Das meinte ich nicht mit friedlichem Zusammenleben
Dorfdepp
Wenn man jedes Ideal als Religion bezeichnet, wird es schwierig. Dann wäre der ideale Mensch an der Spitze der Evolution ein Mensch ohne Ideale, am besten auch ohne Emotionen und Gefühle, denn die störten bislang auch das friedliche Zusammenleben.

Sollte das vielleicht der Cyborg sein? Da bleibe ich lieber unvollkommen.
Hefe
Lempel:Der Vergleich hinkt: Ich habe vor einigen Jahren gelesen, dass Versicherungen über einen Schadensbetrag so hoch sein können, wenn alles versichert werden muss. Also versichern sich manche Firmen gegen einen Betrag, der die Anfangskosten deckt. Wir werden mit einer Grundausstattung geboren, um auch mit Veränderungen fertig werden würden. Sonst würden Australier heute noch figürlich wie ihre Vorfahren malen und nicht mit Punkten und Kreisen.
Lempel
Liebe Hefe, ich mag deine Beiträge, du bist weiblich, freundlich und nicht aggressiv.

Was jedoch ist an meiner Frage »Wie funktioniert die menschliche Evolution?« ein Vergleich, und was daran hinkt?

Ebenfalls interessant ist deine Beobachtung, dass die Australier nun endlich in Punkten und Kreisen malen.
Davon ist der Rest der Welt noch weit entfernt.
Spock
@Lempel. wusste gar nicht, dass es schon im 18. Jahrhundert Gentechnik gab??? Darwin ist auch nicht 18. Jahrhundert und Svante Pääbo (Gentechnikpapst aus Leipzig) ist 21 Jahrhundert.
Ganz nebenbei: Lehrer Lämpel schreibt sich mit ä und Wilhelm Busch (geb. 1832) soll bei der Figur auf seinen Lehrer aus Kindertagen zurückgegriffen haben und der war dann wohl wirklich aus dem 18. Jahrhundert. Schließt Du als Lämpel etwa von Dir auf andere?
Aber Scherz beiseite: Kannst Du mir viele Kriege nennen, die nicht durch Religion, Weltanschauung oder Überheblichkeit welcher Art auch immer (Herrenrasse, auserwähltes Volk, gods own country ... usw) nennen? Wohl kaum. Und wenn ich die Stimmen höre (z.B. im bayerischen Wahlkampf), dass wir die christlich abendländische Kultur verteidigen müssen, kann ich meine Feststellung zum Rassen- und Fremdenhass durch angeblich sozioevolutive Vorzüge nicht falsch finden. Aber die Übertragung von Wissenschaft (z.B. biologische Evolution, die inzwischen haarklein aufgeklärt wird) in schwammige weltanschauliche Thesen finde ich falsch.
Wissenschaft lebt von trial and error und dazu muss man Versuche machen und messen können, was man bei vielen sogenannten Geisteswissenschaften nicht kann.
Alles andere ist Pseudowissenschaft (im besten Fall) oder, wie die Theologie sogar Antiwissenschaft, da sie Zweifel ja gerade verbietet.