VG-Wort Pixel

Enthüllungsbuch So abfällig äußerte sich Donald Trump über die jungen Frauen im Epstein-Skandal

Donald Trump fürchtete, er könne in den Prozess von Maxwell hineingezogen werden.
Donald Trump fürchtete, er könne in den Prozess von Maxwell hineingezogen werden.
© SDNY/ / Picture Alliance
Nach einem neuen Buch der "New York Times"-Autorin Maggie Habermann soll Donald Trump besorgt über den Prozess von Ghislaine Maxwell gewesen sein. Das Leid der minderjährigen Opfer des Pädophilen Epstein interessierte ihn nicht.

Nach der Verhaftung von Ghislaine Maxwell soll Donald Trump in großer Sorge gewesen sein. "Hat sie etwas über mich gesagt", soll er seine Berater gefragt haben, so das neue Buch von Maggie Haberman (Confidence Man: The Making of Donald Trump and the Breaking of America). Im Juli 2020 diskutierte er im Oval Office die Frage, ob Ghislaine Maxwell ihn genannt haben könnte, als sie Andeutungen über mächtige Personen machte, die sie schützen würden. Er soll gesagt haben: "Haben Sie heute den Artikel in der [New York] Post gesehen, in dem ich erwähnt wurde? Hat sie etwas über mich gesagt?"

Im Juli 2019 wurde Jeffrey Epstein wegen des Vorwurfes des Sexhandels verhaftet. Einen Monat später nahm er sich im Gefängnis in New York unter mysteriösen Umständen das Leben. Ghislaine Maxwell, die Tochter des britischen Medienunternehmers Robert Maxwell, wurde am 2. Juli 2020 verhaftet. Sie hatte sich der Verfolgung lange entzogen und wurde in New Hampshire aufgespürt.

Angebliche Geheimdienstkontakte

In dem Artikel der "New York Post" vom 4. Juli 2020, wurde Steve Hoffenberg, ein Mitarbeiter von Epstein, zitiert: "Ghislaine dachte, sie sei unantastbar - dass sie von den Geheimdiensten geschützt würde, denen sie und Jeffrey mit Informationen geholfen hatten: den israelischen Geheimdiensten und Les Wexner, der Millionen an Israel gespendet hat; von Prinz Andrew, Präsident Clinton und sogar von Präsident Trump, der ein Bekannter von ihr und Epstein war."

Genützt hatte das nichts. Maxwell wurde im Juli 2022 zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Epstein und sie gelten als Zuhälter, die junge Mädchen in eine Abhängigkeit brachten und systematisch manipulierten, um sie sexuell auszubeuten und zu prostituieren. Doch bislang wurde noch kein einziger "Kunde" des Sexringes angeklagt. In dem Buch schildert Haberman das ganze Leben Trumps. Seine Zeit als Geschäftsmann in New York, seinen Wahlkampf für das Präsidentenamt, und die Jahre im Weißen Haus, Epstein ist nur eine Episode darin.

Donald Trump hielt sich nie Aufenthalt auf der Insel auf

Als Trump seine Kampagne für das Präsidentenamt startete, soll er sich Anfang mit dem Besitzer des Boulevardblatts "National Enquirer" David Pecker getroffen haben. Laut Habermann brachte Pecker eine Ausgabe des Blattes mit, "in der Prinz Andrew, der Herzog von York, und Jeffrey Epstein, der Investor und verurteilte Sexualstraftäter und frühere Freund von Trump, mit dem Trump sich Jahre zuvor zerstritten hatte, abgebildet waren". Pecker und Trump sollen dann über Epsteins Privatinsel gesprochen haben, auf die Epstein angeblich mächtige Männer brachte, und ihnen jungen Frauen für sexuelle Beziehungen zuführte. Epstein soll die abgeschiedene Insel ausgesucht haben, weil die jungen Mädchen von dort nicht fliehen konnten. Trump nannte den Ort abschätzig, Epsteins "Huren-Insel" (whore island), sagte in dem Gespräch aber auch, dass er selbst nie dort gewesen sei.

Haberman sprach auch mit Trumps ehemaligem Berater Sam Nunberg über Trumps größte Sorge für den Wahlkampf. "Trump hatte eine einfache Antwort", so Haberman. "'Die Frauen. 'Nicht das Geschäft, nicht die Gewalttätigkeit gegenüber irgendjemandem' erinnerte sich Nunberg, sondern die Frauen."

Tatsächlich haben mehr als 20 Frauen Trump sexuelle Belästigung, Fehlverhalten oder Übergriffe vorgeworfen. Trump soll vor allem Angst vor der Reaktion seiner Frau gehabt haben. Nunberg zufolge "zeigte Trump nach oben in Richtung des Penthouse", in dem seine Frau Melania wohnte. Dann sagte Trump: "Da oben werde ich in Schwierigkeiten geraten."

Mehr zum Thema

Newsticker