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Flug Kiew-Toronto: Auf dem Flug nach Kanada: 38 Hunde-Welpen verenden qualvoll im Frachtraum

Den Mitarbeitern des Flughafens in Toronto bot sich ein Bild des Grauens: Beim Entladen der Fracht einer Boeing mussten sie feststellen, dass viele Tiere den Flug von Europa nicht überlebt haben.

Eine Boeing 767 der Ukraine International Airlines. Im Cargo-Bereich befanden sich auf dem Flug nach Toronto 500 Hundewelpen.

Eine Boeing 767 der Ukraine International Airlines. Im Cargo-Bereich befanden sich auf dem Flug nach Toronto 500 Hundewelpen.

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Vor Kurzem landete ein Großraumflugzeug vom Typ Boeing 767 der Ukraine International Airlines mit 80 Passagieren auf dem Pearson International Airport von Toronto. Im Bauch der Maschine mit der Flugnummer PS1241 befanden sich auch drei Tonnen Fracht, darunter 300 Transportboxen für Hunde.

Die 500 jungen Hunde waren für Käufer im Großraum der kanadischen Metropole Toronto bestimmt, wie es in einer Stellungname der Canadian Food Inspection Agency (CFIA) heißt.

Beim Öffnen der Hundeboxen mussten Mitarbeiter der Luftfrachtabteilung in Toronto jedoch feststellen, dass viele Hunde – darunter allein 200 kleine französische Bulldoggen – dehydriert waren und mehrere Dutzend während des Fluges über den Atlantik gestorben waren.

Für 38 Hunde kommt jede Hilfe zu spät

Schon das Verhältnis der Anzahl von Cargo-Container und Tieren verdeutlicht das Problem des Fluges mit der lebenden Fracht: In manchen Behältern mussten sich zwei statt nur ein Tier zwängen. Damit verstieß die Beförderung gegen die Richtlinien der International Air Transport Association (IATA), wonach jedes Tier genügend Platz haben sollte, um sich im Stehen umzudrehen und in einer natürlichen Position sitzen oder liegen zu können.

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Gepostet von Abby Lorenzen am Samstag, 20. Juni 2020

Hinzu kam die Sommerhitze, die bereits beim Beladen in Kiew herrschte. Die Temperaturen zum Zeitpunkt des Ladens lagen über 30° C, die Welpen litten laut Augenzeugenberichten sichtbar, heißt es einem Beitrag der "National Post" unter Berufung auf Zeugen. Mehrere der Transportkisten seien übereinander gestapelt, einige sogar mit Plastik ummantelt worden.

Für Tierschützer zeigt der Zwischenfall am Toronto Airport nur die Spitze des Eisbergs. Der Handel mit schnell gezüchteten Welpen floriere, weil unwissende Verbraucher sich nicht für die genaue Herkunft der Tiere interessieren. Sie kaufen Hunde, die auf Parkplätzen angeboten werden, und nicht bei vertrauensvollen Züchtern in Gegenwart der Muttertiere.

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Die Fluggesellschaft hat sich inzwischen offiziell für den Zwischenfall entschuldigt, man arbeite mit lokalen Behörden zusammen, um Änderungen vorzunehmen, damit sich solche Zwischenfälle in Zukunft nicht wiederholen, heißt es in einem Statement.

Everyone at UIA offers its condolences for the tragic loss of animal life on our flight. UIA is working with local...

Gepostet von Fly UIA am Freitag, 19. Juni 2020

Laut der Facebookseite der kanadischen Hundetrainerin Abby Lorenzen hat die Polizei der Region Kiew mit der Genehmigung der ukrainischen Staatsanwaltschaft inzwischen auch ein Strafverfahren wegen grausamer Behandlung von Tieren eingeleitet.

QuellenNational PostThe Independent

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tib