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Entstellte Victoria: Rauswurf aus KFC-Filiale soll erfunden sein

Sie wurde durch einen Pitbull-Angriff entstellt und deshalb aus einer KFC-Filiale geschmissen: Weltweit sorgte der Fall der kleinen Victoria für Aufsehen. Jetzt belastet ein Zeuge die Familie schwer.

Jetzt muss Victoria keine Augenklappe mehr tragen

Jetzt muss Victoria keine Augenklappe mehr tragen

Die Geschichte geht so: Im April wird die dreijährige Victoria Wilcher aus dem US-amerikanischen Mississippi von drei Pitbulls angegriffen und trägt schwere Verletzungen davon - insbesondere im Gesicht. Einen Monat später will sie mit ihrer Großmutter, Kelly Mullins, in einer KFC-Filiale essen. Was dann folgt, sorgt weltweit für Aufregung: Weil sich Gäste bei ihrem Anblick ekeln, schmeißt die Fast-Food-Kette das entstellte Mädchen raus. Die Familie veröffentlicht den Vorfall auf ihrem Facebook-Profil. Mitte Juni reagiert KFC: Das Unternehmen spendet 30.000 Dollar und entschuldigt sich offiziell. Und sogar viele andere Menschen helfen: Insgesamt kommen über die Onlineseite gofundme.com laut dem Netzblog gawker.com 135.000 Dollar für Victoria zusammen. Doch nun bröckelt die Geschichte. Ein anonymer Zeuge erhebt laut leader-call.com schwere Vorwürfe gegen die Eltern

Victoria war nicht im Restaurant

Hat die Familie den Rausschmiss erfunden, um KFC Spenden zu entlocken? Eine harte Anschuldigung. Doch ein Zeuge will das belegen können. So seien weder Victoria noch ihre Großmutter auf einem der Überwachungsbänder der KFC-Filiale (und sogar noch einer weiteren, die in Frage kommt) von dem Tag, an dem sie angeblich dort gewesen sein sollen, zu sehen. Folglich seien sie noch nicht einmal dort gewesen. Großmutter und Enkelin haben nach eigener Aussage Kartoffelpüree und Tee bestellt - diese Bestellung tauche aber nirgends auf.

Familie bestreitet Anschuldigungen

"Ich schwöre, dass wir uns das nicht ausgedacht haben", schreibt Victorias Tante Teri Rials Bates, die die Facebookseite betreibt in einer Mitteilung. Der Artikel, der im Internet kursiere, sei falsch. Die Familie würde nie etwas tun, das Victoria in irgendeiner Weise schaden könnte. Auch weist sie darauf hin, dass die Untersuchungen von KFC noch nicht abgeschlossen seien. "Es ist noch nicht vorbei, bis KFC sich dazu geäußert hat", schreibt sie weiter. Tatsächlich hat die Fast-Food-Kette einen unabhängige Untersuchung des Vorfalls veranlasst. Medienberichten zufolge sei das Unternehmen aufgrund der von der Familie genannten Zeitabfolge des Vorfalls misstrauisch geworden. Die Ergebnisse dieses Berichts stehen noch aus.

Wie KFC USA am 25. Juni mitteilte, sind beide Untersuchungen - eine interne und eine von einem unabhängigen Prüfer - abgeschlossen. Mit dem Ergebnis: So wie Victorias Familie den Vorfall geschildert hat, hat es ihn nicht gegeben. Dennoch steht die Fast-Food-Kette zu ihrem Wort und unterstützt die Familie mit 30.000 US-Dollar für die medizinische Versorgung der Tochter.

fme
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