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Fernbus-Unternehmen Wegen "Mein Kampf"-Tattoo: FlixBus suspendiert italienischen Busfahrer

Ein FlixBus unterwegs auf der Straße
Ein FlixBus unterwegs auf der Straße
© Lukas Görlach / DPA
Ein Foto sorgt bei Twitter für Aufregung: Es soll einen italienischen Busfahrer an Bord eines FlixBus-Busses zeigen, der "Mein Kampf" auf seinen Arm tätowiert hat. Das Unternehmen zog daraufhin Konsequenzen.

"Wie kommt es, dass einer Ihrer Fahrer (…) so ein Tattoo tragen kann? Ist es mit den Werten Ihres Unternehmens vereinbar?" Diese Fragen stellt der Twitter-User "un certain Leonard" FlixBus Frankreich in dem sozialen Netzwerk. Ein Freund habe ihm dieses Bild geschickt, so der Tweet. Es soll den Busfahrer eines Flix-Busses zeigen. Auf seinem Arm ist deutlich "Mein Kampf" tätowiert, eine ideologische Kampf- und Propagandaschrift Adolf Hitlers.

"un certain Leonard" hat seinen Account mittlerweile in den Privat-Modus gestellt, weshalb der Tweet nicht mehr öffentlich zu sehen ist. Dennoch macht das Bild dort die Runde, wie mehrere französische und italienische Medien berichten, darunter "Il Messaggero" und "Le Figaro".

FlixBus-Fahrer wohl von Subunternehmen

Laut "Il Messaggero" war der Bus auf der Strecke zwischen Toulouse und Mailand unterwegs. Wie die französische Zeitung "Le Figaro" berichtet, habe man FlixBus um eine Stellungnahme gebeten. Das Unternehmen gab laut der Zeitung demnach an, dass der betreffende Fahrer suspendiert worden sei: "FlixBus verwendet lokale Subunternehmer für alle seine Reisen und es stellte sich heraus, dass der Fahrer - der in der Tat dieses Tattoo trägt - auch hinter dem Lenkrad einer unserer Busse am Freitag für eine Toulouse-Mailand Route war", bestätigte das Transportunternehmen laut dem Blatt. "In diesem Sinne haben wir unseren Partner kontaktiert und Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass dieser Busfahrer gesperrt ist und nicht mehr mit uns fahren kann", fügt FlixBus laut "Figaro" hinzu. Auch dem Sender franceinfo wurde bestätigt, dass das Bild echt sei.

Die Zeitung "Le Figaro" zitiert die Nachrichtenagentur AFP, die angegeben habe, dass der Fahrer aus Italien stammt und bei einem italienischen Unternehmen beschäftigt sei. Die Zeitung "Libération" zitiert den Pressesprecher von FlixBus Frankreich, Raphaël Daniel, der mitgeteilt habe, dass der Fahrer schon direkt nach der Ankunft in Bergamo bei Mailand suspendiert wurde.

Immer wieder geraten Fernbusse in die Negativ-Schlagzeilen. Auch jetzt kommt wieder ein Fall ans Licht, der nicht nur die Passagiere in Angst und Schrecken versetzen dürfte, sondern auch die anderen Verkehrsteilnehmer, die zeitgleich mit diesen Bussen auf deutschen Autobahnen unterwegs sind. Ein Video, das das Netz erschüttert  Ein Flixbus, der von Hamburg nach Berlin unterwegs ist, ein Fahrer, der sein Handy wichtiger erachtet als den Verkehr auf der Autobahn, und eine Insassin, die das Ganze filmt: Heraus kommt ein schockierender Post, der das gesamte Netz erschüttert. Auf Facebook teilt die schockierte Frau das Video, mit dem sie ihrer Entrüstung Luft macht: „Da wir direkt hinter ihm saßen, konnten wir gut sehen, wie er immer wieder, während voller Fahrt, nach seinem privaten Handy griff und sich in aller Ruhe durch seine Whatsappnachrichten laß, Videos ansah, Ebay checkte und vor allem spielte.“ Darauf angesprochen, das Handy doch bitte wegzulegen, habe der Fahrer teilnahmslos gehorcht, mit „ok“ geantwortet und sich überhaupt nicht einmal ertappt gefühlt. „Ganz ehrlich, ich hab mich noch nie so unsicher auf der Autobahn gefühlt. Hier werden fahrlässig viele Menschenleben aufs Spiel gesetzt. Nicht nur die der vielen Mitreisenden, auch die der übrigen Verkehrsteilnehmer.“ Konsequenzen für den Fahrer   Auch wenn die Fahrt glimpflich verlief und alle Insassen heil in Berlin ankamen, teilte auf Nachfrage der Passauer Neuen Presse das Flixbus-Unternehmen mit, dass Untersuchungen bezüglich dieses Falls bereits eingeleitet worden seien. „Verstöße gegen Sicherheitsbestimmungen werden von uns keinesfalls toleriert“, erklärte der Unternehmenssprecher gegenüber der Zeitung. Als mögliche Konsequenzen nannte der Sprecher Nachschulungen, aber auch eine Abmahnung oder Strafzahlungen. 
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FlixBus: "Lehnen jede Form der Diskriminierung ab"

FlixBus in Frankreich reagierte auf Twitter auch mehrfach auf Anfragen und Reaktionen von Usern dort – auch auf Englisch. So heißt es in einer Antwort an einen User namens Tom etwa: "Wir können Ihnen versichern, dass der Fall bearbeitet wird und Maßnahmen ergriffen werden. FlixBus lehnt jede Form der Diskriminierung bedingungslos ab. Infolgedessen wurde der betreffende Fahrer sofort gesperrt und kann nicht mehr für FlixBus eingesetzt werden." In anderen Antworten schreibt das Unternehmen: "Bitte beachten Sie, dass FlixBus stolz darauf ist, ein multinationales Unternehmen mit einem multinationalen Team zu sein und Fahrern aus allen Kulturbereichen, die für uns arbeiten." und "Wir akzeptieren daher keine Diskriminierung hinsichtlich Herkunft oder Religion gegenüber unsere Kunden oder unsere Mitarbeiter."

Gegenüber "Le Figaro" sagte das Transportunternehmen später, dass diese letzte Formulierung eine "ungeschickte Antwort" gewesen sei. "Wir haben falsch kommuniziert und uns entschuldigt. Wir wollten nur daran erinnern, dass FlixBus gegen alle Formen von Rassismus ist", so das Unternehmen laut der Zeitung. Der stern hat sowohl das französische, als auch das deutsche Pressebüro von FlixBus kontaktiert, allerdings niemanden erreicht (Stand 13. Juli, 21.00 Uhr).

Quellen: Twitter FlixBus Frankreich, "Il Messaggero", "Le Figaro", "Libération", "Agenzia Giornalistica Italia", franceinfo

rw

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