Mehr als 25 Jahre lang gehörte das Wandgemälde „Ocean Life“ des Künstlers Robert Wyland fest zum Stadtbild in Dallas. Dann verschwand es etwa drei Wochen vor Beginn der Fußball-WM: Das Kunstwerk wurde mit Werbung für die anstehende Weltmeisterschaft übermalt.
Der Künstler will das nicht ohne Weiteres akzeptieren. Wyland hat deshalb im Bundesstaat Texas Klage gegen die Fifa eingereicht. Er wirft dem Fußball-Weltverband vor, sein Kunstwerk „zerstört“ zu haben. Wie der US-Sender CBS News berichtet, fordert Wyland 25 Millionen US-Dollar von der Fifa und den Eigentümern des Hauses, an dessen Wand das Kunstwerk zu sehen war, als Entschädigung.
Wyland beruft sich laut des Berichts auf ein Bundesgesetz, das bestimmte Werke der bildenden Kunst vor Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung ohne Zustimmung des Künstlers schützen soll. Der Streetart-Künstler betont, dass die Aktion der Fifa nicht mit ihm abgestimmt war und er auch nicht darüber informiert wurde.
Neun Spiele der Fußball-WM in Dallas
„Es ist auf keiner Ebene richtig“, sagte Wyland zu CBS News. „Sie haben eines der ikonischen Wandgemälde in Dallas zerstört.“ Sein Kunstwerk war rund 25 x 50 Meter groß und zeigte mehrere Buckelwale im Wasser. Wyland hatte es 1999 erschaffen, um auf den Schutz der Ozeane aufmerksam zu machen.
Das Geld, das er möglicherweise auf juristischem Wege erstreitet, möchte Wyland ebenfalls für Kunst im öffentlichen Raum sowie den Schutz der Weltmeere zur Verfügung stellen. Mit seiner Stiftung unterstützt er Bildungsprogramme zum Umweltschutz.
Die Fifa ließ wissen, man wolle an die Stelle ein Werk setzen, dass „die Energie, die Einheit und den globalen Geist“ der Fußball-WM einfange. In Dallas finden neun WM-Spiele statt, mehr als an jedem anderen Austragungsort.
Die Stadtverwaltung von Dallas behauptet, man habe den Künstler um Erlaubnis gefragt, bevor das Wandgemälde mit blauer Farbe überstrichen wurde. Auch die Hauseigentümer teilten mit, dass Wyland informiert gewesen sei. Der Künstler wiederum bestreitet dies vehement. Mit seiner Klage wolle er dazu beitragen, dass dies nicht der neue Standard sei, „wie mit öffentlicher Kunst in den USA umgegangen wird“, sagte er CBS News.
Quellen: CBS News, Robert Wyland auf Instagram