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Suizid im Cockpit: Wenn Piloten willentlich in die Katastrophe steuern

Offenbar hat der Copilot der Germanwings-Maschine das Flugzeug absichtlich gegen einen Berg gesteuert. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Pilot seine Passagiere bewusst mit in den Tod reißt.

In der Vergangenheit ist es bereits mehrfach vorgekommen, dass Piloten ihre Maschine absichtlich zum Absturz brachten

In der Vergangenheit ist es bereits mehrfach vorgekommen, dass Piloten ihre Maschine absichtlich zum Absturz brachten

Der Co-Pilot hat Germanwings-Flug 4U 9525 von Barcelona nach Düsseldorf offenbar absichtlich in den französischen Alpen in die Katastrophe gesteuert und 149 Menschen mit sich in den Tod gerissen. In der Geschichte der zivilen Luftfahrt gab es immer wieder Fälle, in denen Piloten ihre Flugzeuge vermutlich absichtlich abstürzen ließen:

29. November 2013

Im Nordosten Namibias stürzt eine Embraer-Maschine der mosambikanischen Fluggesellschaft LAM mit mehr als 30 Menschen an Bord ab. Laut Ermittlungsergebnissen ließ der Flugkapitän die Maschine abstürzen: Er schloss sich im Cockpit ein und ließ den Co-Piloten nicht mehr eintreten, der von außen an die Tür hämmerte. Der Flugkapitän veränderte mehrfach von Hand die im Autopiloten eingestellte Flughöhe.

31. Oktober 1999

Kurz nach dem Start in New York stürzt eine Boeing 767 der ägyptischen Fluggesellschaft EgyptAir auf dem Weg nach Kairo in den Atlantik. 217 Menschen sterben. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB kommt zu dem Schluss, dass der Co-Pilot sich das Leben nehmen wollte und die Maschine abstürzen ließ. Er war allein im Cockpit, weil der Bordkommandant eine Pause machte.

Der Stimmrekorder zeichnete auf, wie der Co-Pilot kurz betete: "Ich begebe mich in die Hände Gottes." Direkt danach wurde der Autopilot ausgeschaltet, die Maschine stürzte steil ins Meer. Laut US-Medien hatte der Co-Pilot finanzielle Sorgen. Die ägyptischen Behörden wiesen die Suizid-Version stets zurück.

19. Dezember 1997

Mysteriös ist der Absturz einer Boeing 737 der Fluggesellschaft SilkAir aus Singapur eine halbe Stunde nach dem Start in der indonesischen Hauptstadt Jakarta. Die Maschine zerschellt auf der Insel Sumatra, 104 Menschen sterben. US-Ermittler gehen von einem Suizid des Piloten aus. Die Flugschreiber konnten allerdings nicht ausgewertet werden - sie waren abgeschaltet worden. Die indonesischen Behörden sehen keine Beweise für die These eines Suizids. Medienberichten zufolge hatte der Bordkommandant eine Disziplinarstrafe erhalten, war degradiert worden und hatte hohe Schulden.

21. August 1994

Der Flugkapitän einer ATR-42 der marokkanischen Fluggesellschaft Royal Air Maroc lässt seine Maschine beim Flug von Agadir nach Casablanca im Atlas-Gebirge abstürzen. 44 Menschen sterben. Bei ihrer Suizid-These stützen sich die Ermittler unter anderem auf aufgezeichnete Worte des Co-Piloten, der sich darüber wundert, dass der Flugkapitän regelwidrige Manöver fliegt. Dieser soll "sterben, sterben" gesagt haben.

9. Februar 1982

Kurz vor der Landung in der japanischen Hauptstadt Tokio lässt ein Pilot der Fluggesellschaft Japan Airlines seine DC-8 abstürzen. 24 Menschen sterben. Die Ermittler gehen von Suizid aus.

amt/AFP / AFP
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