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#MeineStimmegegenHass Initiative gegen Hass: Auf Rassismus aufmerksam machen – und die Opfer nicht vergessen

Mit Motiven wie diesen will die Initiative #MeineStimmegegenRassismus an die Opfer rechter Gewalt erinnern.
Mit Motiven wie diesen will die Initiative #MeineStimmegegenRassismus an die Opfer rechter Gewalt erinnern.
© Deutschlandstiftung Integration
Rassismus und Rechtsextremismus bedrohen den gesellschaftlichen Zusammenhalt – und doch geraten diese Probleme schnell wieder in Vergessenheit. Die Initiative #MeineStimmegegenHass, die der stern als Medienpartner unterstützt, will an die Opfer rechter Gewalt erinnern.

In der vergangenen Woche hat sich der Anschlag von Halle zum ersten Mal gejährt. Am 9. Oktober 2019 hatte der Rechtsextremist Stephan B. versucht, am jüdischen Feiertag Jom Kippur in eine Synagoge einzudringen. B. scheiterte an der verschlossenen Tür, tötete aber zwei Menschen. Derzeit steht er wegen zweifachen Mordes und versuchtem Mord in 68 Fällen in Halle vor Gericht.

Wenige Monate später, im Februar 2020, erschoss ein Rechtsextremer in Hanau neun Menschen mit Migrationsgrund – auch hier war das Tatmotiv Ausländerhass. Im Anschluss tötete der Täter seine Mutter und sich selbst. 

Im Jahr 2019 wurden in Deutschland laut Verfassungsschutz 21.190 rechtsextremistische Straf- und Gewalttaten verübt, die Zahl ist gegenüber den Vorjahren angestiegen. Die Initiative #MeineStimmegegenHass der Deutschlandstiftung Integration will dazu beitragen, das Gedenken an die Opfer rechter und rassistischer Angriffe in Deutschland lebendig zu halten. Gleichzeitig ruft sie dazu auf, die Stimme gegen Hass, Rassismus und Rechtsextremismus zu erheben. Der stern ist Medienpartner der Initiative.

#MeineStimmegegenHass: Gesellschaftliches Bündnis gegen Rechts

"Die Deutschlandstiftung Integration setzt sich seit vielen Jahren für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ein. Angesichts der steigenden Bedrohung durch den Rechtsextremismus ist es aktuell erforderlich, Haltung zu zeigen und seine Stimme gegen Hass, Diskriminierung und Rassismus zu erheben", sagt Christian Wulff, ehemaliger Bundespräsident und Vorsitzender des Stiftungsrates der Deutschlandstiftung Integration. "Mit dieser Initiative aus Politik, Sport, Medien und Zivilgesellschaft ermutigen wir dazu, das nicht nur unter #meinestimmegegenhass sondern auch im Alltag immer wieder aufs Neue zu tun."

Die Aktion möchte ein breites gesellschaftliches Bündnis gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus schaffen. So soll Menschen, die wegen ihres Aussehens, ihrer Herkunft oder ihres Engagements gegen Rechts bedroht werden, Mut gemacht werden.

Unterstützt wird die Initiative von zahlreichen Prominenten, die sich gegen Hass und Hetze in jeglicher Form engagieren. Dazu gehören unter anderem Schauspielerin Iris Berben, die CDU-Vorsitzende und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sowie der Sänger Max Raabe.

DFB unterstützt die Initiative beim Spiel gegen die Schweiz

Auch die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist mit an Bord. Der DFB veranstaltet eine eigene Themenwoche rund um das Länderspiel am 13. Oktober gegen die Schweiz in Köln. "Es ist unser täglicher Auftrag, unsere Stimme gegen Hass zu erheben: ob auf der Straße, im Netz, auf dem Fußballplatz oder auf der Stadiontribüne. Hass und Rassismus müssen wir uns vereint entgegenstellen und aus unserer Gesellschaft verdrängen. Sie dürfen in unserer Mitte keinen Raum einnehmen. Dafür setzt sich der DFB mit ganzer Kraft ein", erklärt DFB-Präsident Fritz Keller.

"Wir sollten uns stets vergegenwärtigen, dass wir die überwältigende Mehrheit auf unserer Seite haben im Kampf gegen rechten Hass und rechte Gewalt. Auch wenn unsere Stimmen nicht immer so deutlich zu vernehmen sind wie die der lauten Minderheit", so Keller weiter. "Vielfalt, die wir in der Nationalmannschaft genauso selbstverständlich leben wie in unseren rund 25.000 Vereinen an der Basis, ist nicht nur eine Bereicherung für unser Land und für unseren Fußball. Vielfalt ist Einfalt auch immer überlegen."

Darüber hinaus fördern die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, und die Bundeszentrale für politische Bildung die Initiative. Mit bundesweiten Plakaten und Anzeigen und einem Fernseh-Spot soll zusätzliche Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt werden, im Internet ist die Kampagne auf ihrer Website und unter dem Hashtag #MeineStimmeGegenHass in den sozialen Netzwerken zu finden. Dort können sich auch User beteiligen.

epp

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