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Gelöbnis am Reichstag: 66. Jahrestag des Stauffenberg-Attentats

Am 66. Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler werden am Dienstag (18.30 Uhr) rund 420 Soldaten ihr Gelöbnis vor dem Reichstag ablegen. Während des feierlichen Appells vor dem Sitz des Bundestags wird Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zu den Rekruten sprechen.

Am 66. Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler werden mehrere hundert Bundeswehrsoldaten an diesem Dienstag in Berlin ihr Rekrutengelöbnis ablegen. Zum dritten Mal nach 2008 und 2009 sprechen sie ihren Eid vor dem Reichstagsgebäude, um die Verbindung von Bundestag und Bundeswehr zu symbolisieren.

Neben Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wird Ewald-Heinrich von Kleist zu den rund 420 Rekruten sprechen. Kleists Vater wurde 1945 von den Nationalsozialisten in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Er selbst kam in ein Konzentrationslager.

Das feierliche Gelöbnis wird jedes Jahr am 20. Juli im Gedenken an die Verschwörer des gescheiterten Attentats auf Hitler abgelegt. Offiziere um Claus Schenk Graf von Stauffenberg hatten 1944 versucht, Hitler zu töten. Sie scheiterten aber mit einem Bombenanschlag.

Ihnen zu Ehren legt Bundesratspräsident Jens Böhrnsen (SPD) bei einer Feierstunde der Bundesregierung am Dienstagmittag im Innenhof des Bendlerblocks, dem heutigen Sitz des Verteidigungsministeriums, einen Kranz nieder. Im Bendlerblock waren die Offiziere um Stauffenberg hingerichtet worden.

Für das Gelöbnis wird der Platz vor dem Reichstagsgebäude abgesperrt. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Störversuche von Kriegsgegnern gegeben. Am Dienstagnachmittag gedenkt die Bundesregierung in der Gedenkstätte Plötzensee der Opfer des Nationalsozialismus. In Plötzensee wurden zwischen 1933 und 1945 mehr als 2500 Menschen hingerichtet.

Die Bundeswehr befindet sich im Umbruch: Das Bundeskabinett hat beschlossen, bis 2014 im Verteidigungshaushalt 8,3 Milliarden Euro einzusparen. Guttenberg lässt bis zum September mehrere Modelle erarbeiten, mit denen die Vorgaben umgesetzt werden können. Bis zu 40 000 Stellen von Berufs- und Zeitsoldaten sollen gekürzt werden. Auch ein Aussetzen der Wehrpflicht ist im Gespräch. Seit dem 1. Juli müssen Wehrpflichtige nur noch ein halbes Jahr zur Bundeswehr.

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe erklärte am Montag in Berlin, die Widerstandskämpfer des 20. Juli seien ein "leuchtendes Beispiel" für Zivilcourage und den Sieg des Gewissens über blinden Gehorsam. "Sie sind politisches und staatsbürgerliches Vorbild", sagte er.

APN/DPA / DPA