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Heidi, das schielende Opossum: Tierischer Medienstar bleibt uns erhalten

Es hatte hunderttausende Fans in der ganzen Welt. Nun ist das Opossum Heidi aus dem Leipziger Zoo tot. Die weltberühmte Beutelratte litt an Altersschwäche und musste eingeschläfert werden. Den eingefleischten Fans bleibt sie jedoch in besonderer Form erhalten.

Das schielende Heidi ist tot. Die dreieinhalb Jahre alte Beutelratte sei am Mittwoch eingeschläfert worden, teilte der Leipziger Zoo mit. Heidi, die weltweit Ruhm erlangt hatte, litt an Altersschwäche. Ihr Zustand habe sich in den vergangenen Tagen "trotz intensiver medizinischer Betreuung zunehmend verschlechtert". Sie hatte Lähmungen an den Hinterbeinen, kam nicht mehr alleine an den Futternapf. "Wir haben uns heute Morgen entschlossen, das Tier zu erlösen", sagte Zoo-Chef Jörg Junhold.

Die tote Heidi wird nun von Pathologen untersucht. Danach, kündigte Junhold an, wird das Opossum präpariert. "Ob und wie wir dann damit umgehen, das haben wir noch nicht abschließend entschieden", sagte er. "Es ist nicht geplant, dass wir ihr ein Denkmal setzen." Der Zoo wolle aber ein Kondolenzbuch auslegen.

Heidis Ende kommt nicht überraschend: Seit gut vier Wochen waren deutliche Symptome von Arthrose aufgetreten. Die Tierärzte verordneten ihr Vitaminpräparate und andere Medikamente. "Wir haben alle machbaren Untersuchungen und Behandlungen durchgeführt, um die Ursache für die fehlende Mobilität abzuklären", teilte Junhold mit. Die einzige Erklärung lautete jedoch - und dagegen waren die Tierärzte machtlos. Beutelratten leben in freier Wildbahn zwei bis drei Jahre, in Gefangenschaft können sie jedoch ein paar Jahre älter werden.

Heidi mit dem Silberblick war zum Star des Leipzigers Zoos aufgestiegen. Auch im Ausland war sie ein Medienliebling. Bei der Oscar-Verleihung im Februar hatte sie im US-Fernsehen einen Auftritt als Orakel. Auf ihrer Facebook-Seite sammelte sie 333 000 Fans um sich. Es gab Plüsch-Heidis, ein Heidi-Handy-Spiel und Heidi-Kuchen. Ihr Einzug in die neue Tropenhalle Gondwanaland im Leipziger Zoo im Sommer war ein Medienspektakel. Ihre Fans meldeten sich nach Heidis Tod im Internet in allen möglichen Sprachen zu Wort und wünschten ihr vielfach: "R.I.P" - "Rest in Peace"/"Ruhe in Frieden".

Das Opossum war zusammen mit seiner Schwester Naira aus einem dänischen Zoo nach gekommen. Dabei war Heidi derart übergewichtig, dass die Pfleger sie umgehend auf Diät setzten. Die Körperfülle soll auch für das Schielen verantwortlich gewesen sein - Fettpolster drückten von innen auf ihre Augen. Nun hat Heidi sie für immer geschlossen.

DPA / DPA