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Hochzeit von Chelsea Clinton: Die Braut, die sich nicht ins Rampenlicht traut

Amerikas Regenbogenpresse ist aus dem Häuschen - schließlich kommt es nicht jeden Tag vor, dass die Tochter eines Ex-Präsidenten heiratet. Offzielle Informationen zu Chelseas großem Tag sickern allerdings nur spärlich durch. Umso mehr Raum bleibt für Gerüchte und Spekulationen.

Eines steht fest: Chelsea Clinton wird am Samstag heiraten. Verbürgt ist auch, dass ihre Eltern, US-Außenministerin Hillary Clinton und Ex-Präsident Bill Clinton, ziemlich aufgeregt sind. Sonst aber gibt es wenig gesicherte Informationen über das anstehende Gesellschaftsereignis. Denn die Vorbereitungen der Hochzeit zwischen Chelsea und ihrem langjährigen Freund Marc Mezvinsky finden unter absoluter Geheimhaltung statt, nicht einmal der Hochzeitsort wurde offiziell bekanntgegeben. Platz also für Spekulationen - und davon gibt es mehr als genug.

Beim Veranstaltungsort deutet alles auf das luxuriöse Anwesen Astor Courts hin, das im Städtchen Rhinebeck im Bundesstaat New York liegt und Versailles nachempfunden ist. Einheimische berichteten von betuchten Fremden, die in ihrem Ort aufgetaucht seien und von Männern, die am Handy über Sicherheitsvorkehrungen sprächen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA sperrte für Samstag und Sonntag den Luftraum über Rhinebeck. Grund: Anwesenheit von VIP.

Als mögliche Designerin für Chelseas Hochzeitskleid wird Vera Wang gehandelt. Das Branchenmagazin "Women's Wear Daily" ertappte Chelsea und Hillary Clinton bei einem Besuch bei der hippen Modemacherin in New York.

Für wahre Hysterie sorgt die Frage, wer zu den Gästen der Feier - es sollen rund 400 sein - gehören wird. Talkqueen Oprah Winfrey, Hollywood-Regisseur Steven Spielberg und andere Glamour-Namen kursieren, sicher ist aber nur eins: Barack Obama ist nicht dabei. Der US-Präsident sagte im TV-Sender ABC, er sei nicht eingeladen worden. Ein amtierender und ein Ex-Präsident - das hätte wohl den Rahmen für die Sicherheitsmaßnahmen gesprengt.

Im Umfeld des Clinton-Clans, bei Freunden, Bekannten, politischen Verbündeten und Wahlkampfspendern, fühlten sich nicht wenige übergangen, wie die "New York Times" berichtet. "Ich bin wohl gut genug, um ein Flugzeug zu verleihen, aber nicht gut genug, um zur Hochzeit eingeladen zu werden?" klagt gegenüber der Zeitung ein Bekannter, der Bill Clinton einst seinen Privatjet samt Pilot lieh, aber keine Einladung erhielt. Ein Freund der Familie vermutete, dass einige heimlich Lobbyarbeit betrieben, um doch noch auf der Gästeliste zu landen.

Nicht an den Spekulationen beteiligen wollte sich die Außenministerin und Brautmutter. "Meine Lippen sind versiegelt", sagte Hillary Clinton dem Fernsehsender NBC. "Ich habe strikte Anweisungen, nicht darüber zu sprechen, und ich glaube zu Recht. Das ist ihre Hochzeit, das ist eine Familienhochzeit." So weit verriet sie dann aber doch, dass sie ihre Tochter per Email bei den Hochzeitsvorbereitungen beraten und trotz ihrer vielen Reisen die Zeit für Weinproben, Testessen und die Auswahl der Kleider gefunden habe.

Der Wirbel um die Feier steht deutlich in Kontrast zum Lebensstil der 30-jährigen Chelsea. Denn während ihre Eltern im Laufe ihrer mit viel Ehrgeiz betriebenen politischen Karrieren niemals das Rampenlicht scheuten, hält die Tochter wenig vom Leben in der Öffentlichkeit, zeigt kein Interesse an einer Laufbahn in der Politik und scheint sich auch sonst wenig aus der Tatsache zu machen, dass sie zu einer der mächtigsten politischen Familien der USA gehört.

Bräutigam Mezvinsky, ein 32-jähriger Investmentbanker, hat in der Öffentlichkeit noch weniger Spuren hinterlassen. Bekannt wurde er vor allem als Sohn eines früheren demokratischen Kongressabgeordneten, der 2003 eine fünfjährige Haftstrafe wegen Betrugs antreten musste.

Einem Kommentator der angesehenen "Washington Post" platzte jüngst angesichts der ausufernden Klatsch-und-Tratsch-Artikel der Kragen. Die Berichterstattung nehme inzwischen die Form des "Mülldurchwühlens" an, urteilte er. Die Medien sollten dem Brautpaar endlich seine Privatsphäre lassen: "Haben wir denn kein Schamgefühl? Nein, offensichtlich nicht."

Sebastian Smith, AFP / AFP