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Terrormiliz Islamischer Staat: Vize-IS-Chef Al-Afri angeblich bei Luftschlag getötet

Abu Alaa Al-Afri, Stellvertreter von IS-Chef Abu Bakr Al-Bagdadi, soll bei einem Luftangriff getötet worden sein. Dies berichtet Iraks Verteidigungsministerium. Eine Bestätigung gibt es bislang nicht.

Durch Luftangriffe, wie hier im syrischen Kobane, soll der Islamische Staat bekämpft werden. Bei einem Luftschlag in Tal Afar soll jetzt Abu Alaa Al-Afri, Vize-Chef der Terrororganisation, getötet worden sein (Archivbild)

Durch Luftangriffe, wie hier im syrischen Kobane, soll der Islamische Staat bekämpft werden. Bei einem Luftschlag in Tal Afar soll jetzt Abu Alaa Al-Afri, Vize-Chef der Terrororganisation, getötet worden sein (Archivbild)

Der stellvertretende Chef der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS), Abu Alaa Al-Afri, soll laut einem Onlinebericht des britischen Rundfunksenders "BBC" bei einem Luftangriff getötet worden sein. Der Sender beruft sich darin auf Angaben des irakischen Verteidigungsministeriums, das auch ein Video veröffentlichte, das den Luftschlag der von den USA geführten Anti-IS-Koalition zeigen soll.

Demnach sollen sich Al-Afri sowie weitere IS-Anhänger in einer Moschee in Tal Afar im Osten des Landes aufgehalten haben, als es zu dem tödlichen Luftangriff kam. Auch Anwohner berichteten vom Tod des IS-Anführers. Eine offizielle Bestätigung für die Meldung gab es sowohl vom US-Militär wie auch vom IS zunächst nicht. Das US-Magazin "Newsweek" hatte im April berichtet, Al-Afri sei zum Stellvertreter von IS-Chef Abu Bakr Al-Bagdadi erklärt worden.

Die britische Zeitung "Guardian" hatte zuvor gemeldet, der Anführer der Terrormiliz sei im März bei einem Luftangriff der US-Koalition schwer verletzt worden. Auch für diese Meldungen gab es keine Bestätigung. In der Vergangenheit hatten sich Berichte über den Tod oder eine Verletzung Al-Bagdadis mehrfach als falsch erwiesen.

Über Al-Afri gibt es nur wenige Informationen. Laut "Newsweek" soll er 2010 angeblich von dem damaligen Al-Kaida-Chef Osama bin Laden ausgewählt worden sein, um an die Spitze der Vorläuferorganisation des IS zu rücken. Das Terrornetzwerk und der Islamische Staat waren damals noch verbündet - mittlerweile sind sie verfeindet.

IS erobert strategisch wichtige Stadt Al-Suchnah

Unterdessen hat die Terrororganisation nach Angaben von Aktivisten die strategisch wichtige Stadt Al-Suchnah in der syrischen Zentralprovinz Homs zu großen Teilen erobert. Bei heftigen Kämpfen, die in der Nacht zum Mittwoch begonnen hätten, seien mindestens 28 Regierungssoldaten und 20 IS-Kämpfer getötet worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Insgesamt mehr als 100 Kämpfer auf beiden Seiten seien verletzt worden. Die Kämpfe dauerten demnach am Mittwoch an.

Al-Suchnah liegt an der Autobahn zwischen der vom IS kontrollierten Ostprovinz Deir Essor und der Antikenstadt Palmyra, die unter Regierungskontrolle steht. Die berühmten Ruinen der Oasenstadt gehören zum Unesco-Weltkulturerbe.

Die an die Hauptstadtprovinz Damaskus grenzende Provinz Homs ist de facto geteilt. Während die Regierungstruppen die gleichnamige Provinzhauptstadt kontrollieren, beherrscht der IS weite Teile rings um die Stadt und die Wüste. In der Provinz liegt das Schaar-Gasfeld, das wieder in der Hand der Regierung ist, nachdem es im vergangenen Jahr vom IS überrannt worden war.

amt/mod/DPA/AFP / DPA