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Nach Rauswurf Herman kritisiert "gleichgeschaltete Presse"


Eva Herman, die zuletzt wegen ihrer Äußerungen zur NS-Familienpolitik in die Kritik geraten ist, sieht sich als Opfer "gleichgeschalteter Presse" und beharrt darauf, falsch zitiert worden zu sein. Mundtot gemacht, habe man sie jedoch nicht, so die Ex-Tagesschau-Sprecherin.

Die wegen umstrittener Äußerungen zur NS-Familienpolitik vom NDR gefeuerte Moderatorin Eva Herman sieht sich als Opfer einer "gleichgeschalteten Presse". Die 48-Jährige, die darauf besteht, mit ihren kritisierten Äußerungen falsch zitiert worden zu sein, sagte dem Medienmagazin "V.i.S.d.P": "So kühn kann man gar nicht denken, um sich auszumalen, was hier wirklich geschehen ist: Ein vorsätzliches Liquidieren durch eine zum Teil gleichgeschaltete Presse."

Der Begriff "Gleichschaltung" entstammt der Terminologie des Nationalsozialismus und meint eine erzwungene ideologische Ausrichtung aller politisch-gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Organisationen auf die in einem totalitären Staat herrschende Partei. Ziel ist die Beseitigung des gesellschaftlichen Pluralismus. Herman sprach in dem Interview zudem von einem "Berufsverbot". Auf die Frage nach ihrer weiteren journalistischen Karriere erklärte sie: "Berufsverbot ist eine altbekannte Methode, um jemanden kaltzustellen. Aber alle, die sich jetzt freuen, dass ich mundtot gemacht werde, die muss ich enttäuschen."

Falsch interpretiert und falsch zitiert

Da die Sorge um die Gesellschaft und vor allem die Kinder sie weiter umtreibe, "ist mein Vorsatz ungebrochen, auch künftig darüber zu sprechen". Allerdings fragt sich Herman: "Aber können wir nicht einmal mehr das Dritte Reich nennen, ohne unter Verdacht zu geraten? Das scheint inzwischen wirklich der Fall zu sein." Der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" sagte Herman: "Ich fühle mich nicht nur falsch interpretiert, sondern ich wurde eindeutig falsch zitiert." Das umstrittene Zitat sei verfälscht und sinnentstellt wiedergegeben worden, betonte die 48-Jährige.

Herman, die jahrelang "Tagesschau"-Sprecherin war, wird vorgeworfen, auf einer Pressekonferenz familiäre Werte und Familienpolitik im Nationalsozialismus gelobt und zugleich bedauert zu haben, dass diese Werte von der Generation der 68er abgeschafft worden seien. Auf Hermans Internetseite sind ihre Äußerungen wörtlich zitiert. Demnach sagte sie: "Wir müssen den Familien Entlastung und nicht Belastung zumuten und müssen auch ‘ne Gerechtigkeit schaffen zwischen kinderlosen und kinderreichen Familien. Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68er wurde damals praktisch alles das - alles, was wir an Werten hatten - es war ‘ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter, hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle - aber es ist damals eben auch das, was gut war - und das sind Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt - das wurde abgeschafft. Es durfte nichts mehr stehen bleiben ..."

AP AP

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