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Flüchtlingskrise Papst will offenbar 50 Flüchtlinge aus Zypern nach Rom bringen

Papst Franziskus ist im Rahmen einer Hilfsaktion nach Zypern gereist, um dort vor allem Flüchtlinge zu treffen. Nach Auskunft des zyprischen Präsidenten will der Papst 50 Migranten von der Mittelmeerinsel nach Rom bringen. Der Vatikan schweigt dazu noch.

In der kleinen Kirche von Santa Croce hofft Papst Franziskus auf einen großen Moment seines Besuchs auf Zypern. In dem Gotteshaus mitten auf dem von UN-Soldaten bewachten Grenzstreifen zwischen dem türkisch-besetzten Norden und dem nach EU-Regeln lebenden Süden will der Pontifex am (heutigen) Freitagabend Migranten treffen. Das Thema Flüchtlinge ist dem obersten Katholiken sehr wichtig. Schon an seinem ersten Tag auf der Mittelmeerinsel hatte Franziskus die Migranten immer wieder erwähnt.

Der zyprische Präsident Nikos Anastasiades war vorgeprescht und hatte verkündet, dass der Papst 50 Migranten mit nach Rom nehmen wolle. Der Plan ist vom Vatikan aber noch nicht offiziell bestätigt. Dementsprechend gab es zunächst auch noch keine Details wie etwa den logistischen Ablauf einer solchen Aktion.

Hintergrund zu Papst-Besuch: Zypern steht unter Druck

Zypern nimmt im Verhältnis zur Zahl der Einwohner die meisten Migranten innerhalb der EU auf. Die kleine Insel komme dabei immer mehr unter Druck, sagte Anastasiades bei einem Treffen mit dem Papst. Erst in der Nacht zum Donnerstag war es in einem überfüllten Migranten-Auffanglager zu einer Schlägerei zwischen rund 300 Menschen verschiedener Nationalitäten gekommen. Mindestens sieben Leute wurden verletzt, wie zyprische Medien berichteten.

Fast täglich kommen in Booten aus der Türkei und dem Nahen Osten Migranten auf Zypern an. Der Inselstaat hat bereits eine elf Kilometer lange Absperrung entlang der Trennungslinie zwischen Süd- und Nordzypern gebaut. Der Stacheldrahtzaun steht im Westen der geteilten Hauptstadt Nikosia.

Vor dem Treffen mit den Migranten will Papst Franziskus mit dem Oberhaupt der Orthodoxen Kirche auf Zypern, Chrysostomos II., sprechen. Anschließend ist eine Messe des Pontifex im größten Stadion der Insel vorgesehen. Im zweiten Teil der Reise in Griechenland kehrt er am Sonntag auf die griechische Insel Lesbos zurück. Dort hatte er 2016 das damalige Lager Moria besucht und einige Geflüchtete im Flugzeug mit in den Vatikan gebracht. Ein paar von ihnen traf Franziskus am Donnerstagmorgen vor der Abreise nach Zypern in Rom wieder, wie der Heilige Stuhl mitteilte.

nk DPA

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