Reptilien-Jagd „Gucci“ machte sieben Monate die Gewässer unsicher


Sieben Monate entging "Gucci" allen Einfangversuchen und hielt sogar Experten aus Australien und China zum Narren. Doch am Donnerstag wurde das ausgebüxte Krokodil in Hongkong schließlich gefasst.

Fischer fanden das eineinhalb Meter lange Reptil in einer von der Regierung aufgestellten Falle, wie das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Naturschutz mitteilte. Dank "Geduld, Ausdauer und ein bisschen Glück" sei das Krokodil den Behörden doch noch ins Netz gegangen, sagte ein Behördensprecher.

"Gucci" leistete wenig Gegenwehr, als es von Fischern aus der Falle befreit und in Netze gewickelt wurde. Bei dem Tier handelt es sich offenbar um ein vier Jahre altes Weibchen, das stolze 14 Kilogramm auf die Waage bringt. "Es ist sehr lebhaft, glücklich und entspannt", versicherte der Tiermediziner Eric Tai. Im kommenden Jahr soll das Krokodil möglicherweise in ein Feuchtgebiet entlassen werden.

In den Fang und die Beobachtung des Tieres investierte die Regierung nach eigenen Angaben rund 300.000 Hongkong-Dollar (31.600 Euro). Ein australischer Krokodilfänger und ein chinesischer Experte, die vergeblich ihr Glück versucht hatten, wurden privat finanziert.

"Gucci" im November gesichtet

"Gucci" wurde das erste Mal Anfang November in einer Bucht gesichtet. Seitdem entkam es Schüssen aus Betäubungsgewehren, Harpunen und mindestens fünf verschiedenen Arten von Fallen. Pressefotografen hatten größeres Glück: Das Krokodil wurde mehrmals beim Sonnenbaden oder in Begleitung von Silberreihern abgelichtet. In Anspielung auf den italienischen Designer wurde das Tier "Gucci" getauft.

Wie das Krokodil nach Hongkong kam, ist bislang ungeklärt. Manche vermuten, es sei ein herrenloses Haustier oder einer Krokodilfarm auf dem chinesischen Festland entkommen. Kurz nach seinem Auftauchen war "Gucci" von einem Radiosender zur "Persönlichkeit des Jahres" gewählt worden.

Margaret Wong

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