Sahara-Geiseln Entführer fordern angeblich Millionen-Lösegeld


Bisher war es nurSpekulation, dass die Entführer der 14 europäischen Sahara-Geiseln für deren Freilassung Geld wollen, jetzt schient es Realität: Pro Geisel fordern die Entführer angeblich 4,6 Millionen Euro.

Die Entführer der seit Monaten verschleppten 14 europäischen Sahara-Geiseln fordern für die Freilassung nach einem Bericht des Nachrichtensenders n-tv ein Millionen-Lösegeld. Wie ein Korrespondent des Senders am Freitag aus Bamako, der Hauptstadt Malis berichtete, verlangen sie angeblich pro Geisel 4,6 Millionen Euro. Das würde ein Lösegeld von insgesamt 64,4 Millionen Euro bedeuten. Die Geiseln sind inzwischen von Algerien in den Norden Malis verschleppt worden.

Quelle nicht näher benannt

Der Journalist berief sich auf einen Diplomaten, den er aber nicht näher identifizierte. Schon in den vergangenen Tagen hatte es in algerischen Medien Spekulationen über Lösegeldforderungen der Geiselnehmer gegeben. Das Auswärtige Amt war bei seiner bisherigen Linie geblieben und hatte dazu keine Stellung bezogen. In der Gewalt der Entführer sind noch 9 Deutsche, 4 Schweizer und 1 Niederländer. Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass eine 46 Jahre alte Augsburgerin die Strapazen des Geiseldramas nicht überlebt hat.

Offenbar gibt es Kontakt zu den Entführern

Offenbar ist in das zermürbende Geiseldrama in der Sahara aber inzwischen Bewegung gekommen. Über einen angesehen Tuareg-Stammesführer gibt es Kontakt zwischen offiziellen Stellen in Europa und den Entführern der Touristen. Kürzlich hatten die Geiselnehmer ein Video mit Aufnahmen jeder Geisel nach Bamako übermittelt. Das Band liegt inzwischen auch in Berlin vor. Der Korrespondent sagte im Nachrichtensender n-tv, über den Tuareg-Mittelsmann sei auch das Video weitergeleitet worden. In der Aufnahme komme jeder der Gefangenen zu Wort und grüße seine Angehörigen.

Krisenstab vor Ort

Nach früheren Angaben des Schweizer Außenministeriums arbeitet in Bamako ein Krisenstab zur Befreiung der Geiseln. Ein Ende des Entführungsdramas, das in der letzten Februar-Woche begonnen hatte, ist dennoch nicht abzusehen. In mehreren Gruppen waren Ende Februar und Anfang März insgesamt 32 europäische Abenteuer-Urlauber in der algerischen Sahara entführt worden. 17 von ihnen wurden im Mai befreit. Die Entführer gehören einer algerischen Islamistengruppe an.

Geisel-Familien können nichts erzwingen

Obwohl das Leben der Geiseln auf dem Spiel steht, können die Familien der neun in Mali festgehaltenen Deutschen die Bundesregierung rechtlich zu nichts zwingen - schon gar nicht dazu, auf die Millionen-Forderung einzugehen.


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