HOME

Gsell-Prozess in Nürnberg: Gericht verhängt lange Haftstrafen für Tod von Promi-Arzt

Fast zwölf Jahre hat es gedauert, bis der Tod von Schönheitschirurg Franz Gsell aufgeklärt werden konnte. Zwei Männer müssen nun für je elf Jahre ins Gefängnis. Damit endet ein überaus skurriler Fall.

Vasile R. (l) und Ioan F. wurden zu jeweils elf Jahren Haft wegen eines tödlichen Raubüberfalls an dem Nürnberger Schönheitschirurgen Franz Gsell verurteilt

Vasile R. (l) und Ioan F. wurden zu jeweils elf Jahren Haft wegen eines tödlichen Raubüberfalls an dem Nürnberger Schönheitschirurgen Franz Gsell verurteilt

Zwei Räuber brechen am 5. Januar 2003 in die Villa des Nürnberger Promi-Chirurgen Franz Gsell ein. Maskiert und mit zwei Äxten bewaffnet fordern sie den Arzt auf, ihnen Geld zu geben. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, schlagen sie ihn mehrmals - auch mit einer Axt. Der gebrechliche 76-Jährige wird bei dem Überfall so schwer verletzt, dass er später stirbt. Fast zwölf Jahre danach sind nun zwei Männer für die Tat zur Rechenschaft gezogen worden. Wegen besonders schweren Raubes mit Todesfolge müssen sie elf Jahre ins Gefängnis. Das Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth vom Mittwoch setzte damit einen vorläufigen Schlussstrich unter einen rätselhaften Fall und ein teilweise skurriles Verfahren.

Jahrelang tappten die Ermittler im Dunkeln. Immer wieder gab es neue Theorien, wie Gsell zu Tode gekommen sein könnte. Und schon vor dem Prozess geht einiges schief: Die 39 und 45 Jahre alten Männer werden geschnappt, müssen aber wieder laufen gelassen werden, weil das Verfahren zu lange dauert. Dann platzt ein Prozess, weil einem der Männer die Ladung nicht zugestellt werden kann.

Die junge Witwe Tatjana

Die Ermittler haben zunächst Gsells deutlich jüngere Witwe Tatjana und eine Autoschieberbande im Visier - wegen versuchten Versicherungsbetrugs mit einer Luxuskarosse. Doch man kann ihnen nicht nachweisen, etwas mit dem Tod Gsells zu tun zu haben. Erst 2010 kommt die Polizei einem der nun Verurteilten per Zufall auf die Schliche - mit Hilfe eines DNS-Treffers nach einem Einbruch in Dänemark. Ein Zeuge führt die Beamten dann zu dem zweiten Mann.

Auch im Prozess gibt es immer wieder Überraschungen: Tatjana Gsell und einer der Autoschieber widerrufen etwa ihre früheren Geständnisse zu dem Versicherungsbetrug. Sie habe zwar Kontakt zu den Autoschiebern gehabt, diesen aber abgebrochen, sagt die Witwe.

Auf das Urteil hat all das nur wenig Einfluss. "Wenn man es mit einer Tat zu tun hat, die schon fast zwölf Jahre zurückliegt - in einem Fall, in dem schon gegen andere ermittelt wurde, empfiehlt es sich, sich an die objektiven Beweismittel zu halten", sagt der Vorsitzende Richter Gerhard Neuhof. "Und davon haben wir zumindest seit 2010 eine ganze Menge."

Möglicher Autodiebstahl für das Verfahren irrelevant

Ein inzwischen toter Rädelsführer und die Angeklagten als Handlanger hätten den Raub genau geplant, sagt Neuhof. Die Männer nahmen Mützen mit Sehschlitzen zur Maskierung mit, außerdem ein Klebeband, um Gsell zu fesseln. "Um etwaigen Widerstand zu brechen, rüsteten sie sich mit jeweils einer Handaxt aus." Sie kletterten auf das Dach des Flachbaus und schlugen mit einer gusseisernen Vogelfigur die Terrassentür ein.

Gsell erleidet bei dem Überfall mehrere Rippenbrüche, eine Prellung und eine Platzwunde. Von den Räubern eingeschüchtert, öffnet er ihnen den Tresor. Sie stehlen Bargeld und Modeschmuck. Dann knebeln sie den Arzt mit Paketklebeband, werfen die Rolle in eine geöffnete Schublade. Die Mützen werfen sie in der Nähe weg. Später entledigen sie sich mehrerer Gegenstände sowie eines Paars Handschuhe. An den Mützen und Handschuhen finden die Ermittler DNS-Spuren der Männer. An den Klebebandresten finden sich Fasern der Handschuhe.

Der Richter stellt fest, die Autoschieber und Tatjana Gsell hätten mit dem Raubüberfall nichts zu tun. "Es gab mit Sicherheit die Planung einer Autoschieberei und entsprechende Gespräche." Wie weit diese Pläne bis zum Überfall auf Gsell gediehen seien, habe das Gericht aber nicht mit letzter Sicherheit feststellen können. "Wir mussten es aber auch nicht. Wir mussten nur feststellen, ob einer von ihnen an den Verletzungen des Dr. Gsell schuldig war. Und das konnten wir klar verneinen", sagte Neuhof.

ono/DPA / DPA
Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(