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Urteil gegen Computerbetrüger Er drangsalierte seine Opfer mit fiesen Bestellungen aus dem Internet

Mit einem Pappordner vor dem Gesicht sitzt Alexander S.  im Sitzungssaal des Landgerichts Nürnberg
Alexander S. vor dem Landgericht Nürnberg
© DPA
Er hat Kinder- und Tierpornografie verbreitet, Fremden Schweineinnereien zuschicken lassen und Daten ausgespäht: Das Landgericht Nürnberg hat einen 24-Jährigen wegen Computerbetrugs verurteilt. Nun ist er für Jahre offline.

Sein Geld verdiente er mit Hilfe des Darknets, vom Sofa aus drangsalierte er zudem Menschen mit skurrilen Bestellungen im Internet: Wegen Computerbetrugs und zahlreicher anderer Straftaten muss ein 24-Jähriger nun ins Gefängnis. Das Landgericht Nürnberg verurteilte ihn am Mittwoch zu drei Jahren und fünf Monaten Haft.

"Bei diesen Taten bleibt einem die Luft weg", sagte der Vorsitzende Richter. Bei dem Angeklagten handele es sich um einen neuen Typus von Straftäter, mit dem man jetzt umgehen müsse. Dem zuletzt im niedersächsischen Verden wohnenden Mann wurde unter anderem Computerbetrug und -sabotage, Volksverhetzung, Gewaltdarstellung, Verbreitung von Kinder- und Tierpornografie sowie das Ausspähen von Daten vorgeworfen.

Schweineinnereien an Ahnungslose geschickt

Der 24-Jährige hatte beispielsweise unterschiedlichste Dinge im Internet bestellt und an Leute schicken lassen, die davon nichts wussten - von Schweine-Innereien über getragene Socken und Gegenstände mit rassistischem Bezug bis zu Chemikalien zum Bombenbau.

Vor allem einem YouTuber aus Franken hatte er damit das Leben schwer gemacht. Der 24-Jährige setzte auch einen falschen Notruf ab und löste damit einen großen Polizei- und Feuerwehreinsatz bei dem Mann aus. Auch schickte er mit Verweis auf den YouTuber eine Bombendrohung an die Lufthansa und zeigte den Mann zu Unrecht wegen Vergewaltigung eines Kindes an.

Elektronik bestellt und via Darknet weiterverkauft

Um Geld zu verdienen, hatte der 24-Jährige zahlreiche Elektrogeräte bestellt, die jedoch nicht bezahlt wurden und an andere Empfänger gingen. Dafür bekam er Provisionen. Über den anonymen Bereich des Internets (Darknet) wurden diese Waren dann ins Ausland weiterverkauft.

Noch vor Prozessbeginn im November hatten sich Gericht, Anklage und Verteidigung auf einen Strafrahmen verständigt, falls der 24-Jährige ein volles Geständnis ablegt. Dies hat er dann getan und somit den langwierigen Prozess drastisch verkürzt.

tkr DPA

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