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Das sind die Mitglieder der "Oldschool Society"

Zwischen drei und fünf Jahren müssen die Mitglieder der rechtsextremen "Oldschool Society" in Haft - wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung und Anschlagsplänen. Aber wer sind die Männer und Frauen der Gruppe?

"Vizepräsident" der Oldschool Society: Markus W. imVerhandungssaal des Oberlandesgerichts München 

"Vizepräsident" der Oldschool Society: Markus W. imVerhandungssaal des Oberlandesgerichts München 

Die Spitze der rechtsextremen "Oldschool Society" () musste sich fast ein Jahr lang vor dem Münchner Oberlandesgericht verantworten. Am Mittwoch bestätigte der Staatsschutzsenat in seinem Urteil den Vorwurf der Bundesanwaltschaft: Die Angeklagten bildeten eine terroristische Vereinigung mit dem Ziel, Anschläge auf Flüchtlingsheime zu verüben.

Andreas H., 58

Viereinhalb Jahre Haft verhängte das Gericht gegen den "Präsidenten" der Gruppe. Er lebte in und betrieb dort bis zu seiner Festnahme ein Malergeschäft. Laut Verfassungsschutz hatte er Verbindungen zum NPD-Kreisverband Augsburg Stadt und Land und war 2010 und 2011 Beisitzer im Vorstand. Laut Anklage gab er Anregungen, wie Anschläge verübt werden konnten. Er postete dazu Bilder von Waffen, galt als Waffennarr - jedenfalls posierte er entsprechend auf Fotos.

Markus W., 41

Fünf Jahre Haft für den "Vizepräsidenten" der Gruppe. Er trieb laut Anklage die Radikalisierung maßgeblich mit voran. Gebürtig stammt er aus Nordrhein-Westfalen. Nach gescheiterten Ausbildungen als Kfz-Mechaniker und Dachdecker zog er 2010 nach Sachsen. Zuletzt arbeitete er als Wachmann und Ordner. Einen Job in einem Asylheim in Leipzig brach er ab. "Ich habe irgendwann gesagt, dass ich da nicht mehr arbeiten möchte", sagte er vor Gericht. Habe man versucht, den Bewohnern zu sagen, dass sie Alkohol weglassen sollten, "wurde man bespuckt und mit Joghurtbecher beschmissen". Er ist Vater dreier Kinder, jedoch ohne Kontakt zu ihnen oder den Müttern. Vor Gericht erwähnte er auch eine frühere Haftzeit und spricht von "Jugendsünden".

Denise G., 24

Drei Jahre und zehn Monate Haft für die Schriftführerin der OSS. Sie schickte neuen Interessenten etwa die Satzung und nahm deren Kontaktdaten auf. Sie warb laut Anklage auch dafür, für die Begehung von Anschlägen "Fußsoldaten" zu rekrutieren.

Geboren wurde sie in Freital, dem Ort, nach dem sich die rechtsextreme "Gruppe Freital" benannte, deren Mitglieder derzeit in Dresden vor Gericht stehen. Denise G. lebte zuletzt eine halbe Autostunde von Freital entfernt. Sie war mit befreundet.
Eine Ausbildung hat sie nicht.

Olaf O., 48

O. erhielt eine dreijährige Haftstrafe. Er veröffentlichte laut Anklage als "Pressesprecher" Beiträge in sozialen Netzwerken. Gelernter Kfz-Mechaniker, nach einer schweren Krebserkrankung arbeitslos. "Ich bin dem Tod zweimal von der Schippe gesprungen", sagte er. Bewerbungen für neue Jobs scheiterten. Hartz IV habe sein Leben verändert. "Man hatte ja gar keine finanziellen Mittel, mal in eine Kneipe oder sonst wo hinzugehen und soziale Kontakt zu pflegen. Insofern haben sich meine sozialen Kontakte ins Internet verschoben." Er wurde in Bochum festgenommen. 

tkr/DPA

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