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Stromausfall in Hannover Blackout trifft auch Krankenhäuser

Der Blackout im Großraum Hannover hielt auch Kliniken in Atem, zum Glück standen nachts keine Operationen an. Fällt der Strom aus, sichern in Krankenhäusern Notstromaggregate den Weiterbetrieb.

Wenn plötzlich der Strom ausfällt, wird es für Sekundenbruchteile auch im Krankenhaus dunkel. Dort wo Leben und Gesundheit vieler Menschen von elektrisch betriebenen Apparaten abhängen, mussten in der Nacht zum Donnerstag Kliniken im Großraum Hannover auf ihre Notstromaggregate zurückgreifen. Für bis zu zwei Stunden fiel der Strom aus. Der Notfall hielt Techniker und Oberärzte in Atem - auch in der Notaufnahme einer Klinik, wo gerade ein Patient wiederbelebt wurde.

Altenheime ohne Notstrom riefen die Feuerwehr mit ihren Aggregaten zur Hilfe. In acht Heimen habe die Feuerwehr die medizinischen Geräte am Laufen gehalten, sagte Sprecher Jan Feichtenschlager. Solche Aggregate gebe es auf jedem Löschfahrzeug. "Wir haben auch Heime gezielt angerufen und gefragt, ob sie Unterstützung brauchen." In sämtlichen Notlagen hätten seine 350 Kollegen helfen können.

"Zum Glück gab es keine Operation, die lief", sagte der Sprecher des Klinikums Nordstadt, Bernhard Koch. Der Notstrom versorge alle wichtigen Geräte, Monitore zur Überwachung schalteten auf Akkus um. Die Notbeleuchtung sei schummeriger als normales Licht. Eine Ärztin lief deswegen gegen eine Glastür - sie arbeitete mit einer blutigen Lippe weiter. Auch eine Reanimation konnte trotz des Blackouts erfolgen.

"Wir führten zum Glück zu der Zeit keine Operationen durch", sagte Prof. Hans Anton Adams an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Für den Fall, dass ein Kaiserschnitt hätte durchgeführt werden müssen, werde aber immer ein Operationssaal bereitgehalten. Drei Stunden lang blieb dem mit 1200 Patienten voll ausgelasteten Krankenhaus der Strom weg. Zwischenzeitlich rückte auch die Feuerwehr ein: Ein Feuermelder hatte auf die Abgase des Notstromdiesels reagiert und Alarm ausgelöst.

"Während der Umschaltphase gibt es einige Sekunden, wo nichts da ist", sagte der stellvertretende technische Leiter des Diakoniekrankenhauses Annastift, Peter Lappenberg. Dann sei der Schiffsdiesel samt Generator angesprungen. Als Lappenberg den Weg aus der komplett dunklen Innenstadt in die Klinik geschafft hatte, war der Strom wieder da. Per Hand musste er sicherstellen, dass alle elektrischen Geräte wieder liefen.

In den Gängen eines Pflegeheims auf der Lister Meile schummerte grünes Notlicht, die Feuertüren schlossen automatisch, das Rufsystem auf den Zimmern funktionierte nicht. Die Nachtschicht kontrollierte mit Taschenlampen die Zimmer - und ging zuerst zu zwei Patienten, die künstlich ernährt werden. "Die Akkus der Geräte sind angesprungen und hätten auch noch längere Zeit gehalten", sagte Heimleiterin Christine Effne. Nach einer halben Stunde war der Spuk vorbei. Die Lehre für das Pflegeheim: "Wir werden uns mehr Taschenlampen anschaffen."

Im St. Monika-Heim blieben die Bewohner vom Stromausfall unbehelligt - sie schliefen, als die Notstromaggregate ansprangen. "Wir waren gut vorbereitet und hatten alles im Griff", sagte die Heimleitung. Ebenfalls cool blieb die Nachtschicht im Kleefelder "Stephansruh", als kurzfristig das Telefonsystem zusammenbrach. Der eilig gerufene Elektriker war schnell vor Ort - kurz nach Ende des Ausfalls liefen die Geräte bereits wieder.

ichael Evers und Raimund Groß/DPA DPA

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