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Theater-Streit Hochhuth kündigt Theaternutzung


Rolf Hochhuth legt sich wieder mit Claus Peymann an. Aber auch die neue Kündigung seines Theaters durch den Dramatiker wird Peymann wohl nicht dazu bringen, Hochhuth-Stücke zu inszenieren.

Der Streit zwischen dem Schriftsteller Rolf Hochhuth ("Der Stellvertreter") und dem Berliner Ensemble (BE) geht in eine neue Runde. Nach der Kündigung des Mietvertrages für das Theater am Schiffbauerdamm durch Hochhuth wies das von Claus Peymann geführte Ensemble die Vorwürfe des Dramatikers zurück. Hochhuth habe keinen Anspruch darauf, dass das Ensemble seine Stücke aufführe, erklärte BE-Rechtsanwalt Peter Raue am Montag.

Hochhuth, dem über die nach seiner Mutter benannte Ilse-Holzapfel-Stiftung der Theaterbau gehört, hatte den Vertrag mit dem Land Berlin gekündigt. Der Autor und Peymann hatten sich in der Vergangenheit immer wieder wegen der vertraglich festgeschriebenen Nutzung des Theaters gestritten. Ein Sprecher der Kulturverwaltung sagte, das Land wolle die Kündigung prüfen. Man gehe davon aus, dass sich das Land an den Mietvertrag gehalten habe.

Vorwurf des Vertragsbruches

Demnach soll jedes Jahr vom 16. bis zum 18. Oktober an drei Abenden Hochhuths Drama "Der Stellvertreter" am Schiffbauerdamm gespielt werden. Diese "vertragsgemäße Pflicht" sei nie eingehalten worden, heißt es in dem Kündigungsschreiben. Dagegen erklärte BE-Anwalt Raue, Hochhuth habe nie ein Angebot für eine "Stellvertreter"-Inszenierung vorgelegt. Ohne rechtliche Verpflichtung habe Peymann jedoch das Stück am BE herausgebracht. "Eine Wiederaufnahme scheidet mangels Besucherinteresse aus", heißt es in dem Anwaltsschreiben.

Auch die Forderung Hochhuths nach einer Inszenierung seines Stücks "Sommer 14" durch Peymann läuft nach Darstellung des BE ins Leere. "Diese Forderung hat Claus Peymann aus künstlerischen Gründen stets zurückgewiesen." Hochhuth hatte bereits einmal den Mietvertrag gekündigt, war aber damit vor dem Berliner Landgericht gescheitert.

Mit seinem "Stellvertreter" hatte Hochhuth 1963 ein brisantes Stück über die Deportation der Juden aus Rom und die Rolle von Papst Pius XII. geschrieben. Immer wieder hat er zeitgeschichtliche Themen aufgegriffen. Seine Veröffentlichung über den einstigen NS-Marinerichter Hans Filbinger führte zum Rücktritt des damaligen Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg.

mme/DPA DPA

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