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Attentat in Tunis Tunesische Behörden fahnden nach drittem Attentäter


Bei dem Attentat in dem Nationalmuseum in Tunis konnte die Polizei beide Angreifer töten. Nun wird ein dritter Attentäter hinter den Anschlägen vermutet. Die tunesischen Behörden fahnden bereits.

Nach dem Anschlag auf das Nationalmuseum in Tunis mit 21 Toten fahnden die tunesischen Behörden nach einem möglichen dritten Attentäter. Wie Präsident Béji Caïd Essebsi in einem Interview sagte, ist der Verdächtige flüchtig. Das Innenministerium hatte Bilder von Überwachungskameras veröffentlicht, die die beiden Attentäter im Bardo-Museum zeigen. In einer Szene begegnen sie einem dritten Mann, der danach weitergeht.

Essebsi sagte dem französischen Fernsehsender Itélé und dem Radiosender Europe 1, dass es noch einen dritten Attentäter gebe. "Es waren mit Sicherheit drei", sagte der Präsident. Auf die Frage, ob der Verdächtige flüchtig sei, sagte Essebsi: "Noch. Er wird aber nicht sehr weit kommen."

"Es waren mit Sicherheit drei"

Am Samstag hatte Tunesiens Innenminister Mohamed Ali Aroui mitgeteilt, dass bislang mehr als zehn Verdächtige festgenommen worden seien, die "direkt oder indirekt in den Anschlag verwickelt waren". Außerdem werde ein Tunesier per Haftbefehl gesucht. Ob es sich bei ihm um den von Essebsi genannten dritten Attentäter handelt, war zunächst unklar.

Tunesiens Präsident warf Polizei und Geheimdiensten vor, "nicht systematisch genug" vorgegangen zu sein, um die Sicherheit des Bardo-Museums zu gewährleisten. "Es gab Defizite", sagte Essebsi dem Magazin "Paris Match". Trotzdem hätten die Sicherheitskräfte "sehr effektiv reagiert" und dem Angriff schnell ein Ende bereitet, betonte der Präsident. Dadurch seien dutzende weitere Todesopfer verhindert worden, weil die Attentäter ihre Sprengstoffgürtel nicht mehr hätten zünden können.

Im Café statt auf dem Posten

Weiter sagte ein tunesischer Politiker, dass die Wachmänner, die das Museum und das nahegelegene Parlament schützen sollten, zum Zeitpunkt des Anschlags nicht auf ihren Posten waren. Von vier Polizisten seien zwei in einem Café gewesen, der dritte habe sich etwas zu essen geholt, der vierte sei gar nicht zum Dienst erschienen.

Bei dem Attentat, zu dem sich die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) bekannte, waren am Mittwoch unter anderem Touristen aus Italien, Japan, Frankreich, Spanien und Polen getötet worden. Die beiden bislang identifizierten Angreifer, die zwei jungen Tunesier Jabeur Khachnaoui und Yassine Laabidi, wurden von der Polizei erschossen.

lib/AFP AFP

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