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Lebensversicherung in Millionenhöhe Bekannter US-Anwalt soll eigene Ermordung in Auftrag gegeben haben – und überlebt

US-Polizei-Flatterband
Rund um ein Anwesen eines Anwalts in South Carolina hat die Polizei viel zu tun.
© Alexandre Marchi/ / Picture Alliance
Die Frau und der Sohn eines prominenten Anwalts aus South Carolina wurden ermordet, doch von Verdächtigen fehlt bisher jede Spur. Nun gibt der 53-jährige Jurist zu, einen Auftragskiller angesetzt zu haben – auf sich selbst.

Im US-Bundesstaat South Carolina wurden vor drei Monaten die Leichen einer 52-jährigen Frau und ihres 22 Jahre alten Sohnes in der Nähe ihres Anwesens gefunden. Sie wurden erschossen. Bis heute tappt die Polizei mehr oder weniger im Dunkeln, wie Medien berichten. Der Sohn sei zum Zeitpunkt seines Todes angeklagt gewesen, betrunken einen Bootsunfall verursacht zu haben, bei dem eine Frau ums Leben kam.

Doch die tragische Geschichte wird noch rätselhafter: Der Ehemann und Vater der Toten, ein bekannter Anwalt, soll einen Auftragskiller engagiert haben – für seine eigene Ermordung.

Lebensversicherung in Höhe von zehn Millionen Dollar

Am 4. September, so berichtet die britische BBC, wurde der 53-Jährige mit "oberflächlichen" Schusswunden am Kopf an einem Straßenrand gefunden und in ein Krankenhaus eingeliefert. Zwei Tage später sei er wieder entlassen worden. Zunächst hätten dessen Anwälte behauptet, dass der Mann einen Reifen habe wechseln wollen, als ein Unbekannter ihn aus dem Nichts angeschossen haben soll.

Am Vortag soll der Jurist den Rücktritt aus seiner Anwaltskanzlei bekanntgegeben haben. Die wiederum behauptet, er habe Gelder in Millionenhöhe veruntreut. Der Verteidiger des Beschuldigten bestreitet dies inzwischen nicht einmal mehr: Sein Mandant habe das Geld vorrangig dafür genutzt, seine Drogenabhängigkeit zu finanzieren.

Am Dienstagabend, zehn Tage nach dem versuchten Mord, behauptet die Polizei des Rätsels Lösung gefunden zu haben, wie die "New York Times" berichtet. Der Witwer selbst habe den Schützen, einen ehemaligen Mandanten, mit dem Attentat beauftragt. Das Motiv: Er habe seinem letzten überlebenden Sohn eine Lebensversicherung in Höhe von zehn Millionen Dollar hinterlassen wollen. Der Beschuldigte hat offenbar ein Geständnis abgelegt.

Haftbefehl wegen Verdacht auf Versicherungsbetrug

Der verzweifelte Mann habe fälschlicherweise angenommen, dass sein letzter Sohn im Falle eines Selbstmordes leer ausginge. Laut der BBC hat der 53-Jährige unter "massiven Depressionen" gelitten, nachdem er versucht hatte, von seiner Oxycodon-Sucht wegzukommen.

Der Verteidiger hat gegenüber NBC betont, dass sein Mandant nichts mit der Ermordung seiner Frau und seines Sohnes zu tun habe. Er arbeite mit den Behörden zusammen – sein "vorgetäuschtes Verbrechen" solle nicht den Ermittlungen im Fall der Ermordung seiner Familie im Wege stehen.

Inzwischen sei ein Haftbefehl wegen Verdacht zum Versicherungsbetrug erlassen worden, berichtet CNN berichtet. Die Behörden hätten dem 53-Jährigen eine Frist gestellt, zu deren Ende er sich freiwillig stellen solle.

Die Polizei hat sich über den Tod der beiden Angehörigen des Anwalts bislang nicht geäußert, wie die BBC berichtet. Der Anwalt des Juristen habe jedoch erklärt, dass die Verteidiger einen Verdächtigen "unter die Lupe nehmen", der ein persönliches Motiv habe.

Auch Tod der Haushälterin gibt Rätsel auf

Damit offenbar nicht genug. Laut CNN haben die Behörden mittlerweile auch eine Untersuchung zum Tod der 2018 verstorbenen Haushälterin der Familie eingeleitet. Die sei, nachdem sie mehr als zwei Jahrzehnte im Anwesen der Familie gearbeitet habe, bei einem "Stolper- und Sturzunfall" zu Tode gekommen. Dies hat der Anwalt erklärt, der ihren Nachlass verwaltet.

Die Behörde hat mit den Untersuchungen auf Anfrage des zuständigen Gerichtsmediziners begonnen. Der habe behauptet, dass die Verletzungen nicht mit der Todesursache übereinstimmten – dennoch sei weder eine Autopsie durchgeführt, noch die Gerichtsmedizin vom Tod der Frau unterrichtet worden. Das alles wiederum könne im Zusammenhang mit den tödlichen Ereignissen in den Folgejahren stehen. 2018 habe man sich mit dem 53-Jährigen, nachdem er wegen widerrechtlicher Tötung angeklagt worden sei, auf einen Vergleich von 500.000 Dollar geeinigt. Das Geld sei allerdings nie überwiesen worden.

Quellen: "BBC"; "New York Times";  "CNN"

yks

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