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Atomunfall in Fukushima in Japan: Regierung will vorerst keine neuen Gebiete evakuieren

Japans Regierung will die Evakuierungszone um Fukushima heute nicht ausweiten. Trotz Empfehlungen internationaler und nationaler Atombehörden sowie von Umweltverbänden sieht die Regierung keinen Grund das Gebiet zu vergrößern. Währenddessen nimmt die Strahlung im Meerwasser weiter zu.

Die japanische Regierung hat derzeit nicht die Absicht, die Evakuierungszone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima auszuweiten. Dazu bestehe im Moment keine Notwendigkeit, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Donnerstag. Die Lage werde von Tag zu Tag neu bewertet.

Derweilen nimmt die radioaktive Verseuchung im Meerwasser vor dem havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima weiter zu. Die Betreibergesellschaft Tepco teilte am Donnerstag mit, dass die Konzentration von radioaktivem Jod den zulässigen Höchstwert um das 4385-fache überschritten habe. Das ist der höchste Wert seit dem Beginn der Katastrophe Mitte März.

Nach der UN-Atomenergiebehörde hatte auch die japanische Nuklear-Aufsicht der Regierung empfohlen, eine Ausweitung der Evakuierungszone zu erwägen. Um das AKW gilt bislang eine Zone von 20 Kilometern. Einwohnern in einem weiteren Umkreis von 30 Kilometern wird empfohlen, wegen der Strahlengefahr das Gebiet zu verlassen oder sich nicht im Freien aufzuhalten. Der UN-Atombehörde IAEA zufolge wurden jedoch auch in einem Dorf 40 Kilometer von Fukushima entfernt hohe Strahlungswerte gemessen.

Informationen zur aktuellen Entwicklung in Japan finden Sie im stern.de-Liveticker.

liri/AFP/Reuters / Reuters