Blindgänger in Göttingen Grund für Explosion der Bombe bleibt unklar


Der Grund für die Detonation der Bombe in Göttingen, bei der drei Sprengstoffexperten ums Leben kamen, lässt sich möglicherweise nicht aufklären. Der Ablauf des Geschehens sei zwar rekonstruiert, was in der Bombe selbst passiert ist, sei aber unklar, sagte der Leiter der Polizei-Sonderkommission.

Die Ursache für die Bombenexplosion in Göttingen, bei der drei Sprengstoffexperten ums Leben kamen, lässt sich möglicherweise nicht aufklären. "Wir haben den Ablauf des Geschehens zwar weitgehend rekonstruiert", sagte der Leiter der Polizei-Sonderkommission, Volker Warnecke, der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag. "Was in der mit einem Säurezünder ausgerüsteten Bombe selbst passiert ist, so dass es zur Explosion kam, lässt sich vermutlich aber nicht mehr feststellen."

Für das Gelände rund um den Explosionsort gab die Stadt Göttingen am Mittag vorläufig Entwarnung. Nach Einschätzung von Experten seien keine weiteren unkontrollierten Bombenexplosionen zu befürchten, teilte Sprecher Detlef Johannson mit. Die Detonation am Dienstag habe der Bewertung zufolge keinen Einfluss auf andere Weltkriegsbomben, die noch unter dem Schützenplatz liegen könnten.

Am späten Dienstagabend war dort eine Zehn-Zentner-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg vor der geplanten Entschärfung detoniert. Drei Mitglieder des Kampfmitteldienstes verloren dabei ihr Leben, sechs weitere Experten des Teams wurden verletzt, zwei davon schwer. Die Fachleute hatten erst am Donnerstag vergangener Woche auf dem Göttinger Schützenplatz eine andere Zehn-Zentner-Bombe problemlos unschädlich gemacht.

Nach übereinstimmenden Angaben der Polizei und der Göttinger Staatsanwaltschaft gibt es bisher keinen Hinweis darauf, dass der Kampfmittelbeseitigungsdienst die tödliche Explosion selbst verschuldet haben könnte. Nach der derzeitigen - allerdings noch unvollständigen - Erkenntnislage seien konkrete Anhaltspunkte dafür oder für ein sonstiges Fremdverschulden nicht ersichtlich, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Andreas Buick, mit.

Die Stadt Göttingen will auf dem Schützenplatz jetzt nach weiteren Blindgängern suchen lassen. Dazu sollen auch vom Land Niedersachsen neu beschaffte historische Luftbildaufnahmen ausgewertet werden, von deren Existenz die Stadt nach Angaben ihres Sprechers Detlef Johannson erst seit wenigen Tagen weiß.

Am Donnerstagabend sollten in Göttingen zu Ehren der drei ums Leben gekommenen Männer eine Mahnwache und ein Gedenkgottesdienst in der Johanniskirche stattfinden.    

DPA DPA

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