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Nach Brand der Notre-Dame: Was wäre, wenn: der Kölner Dom brennt – diese Vorkehrungen hat die Feuerwehr getroffen

Ein Szenario, das man sich nach dem Brand der Notre-Dame in Paris nicht vorstellen mag: der Kölner Dom fängt Feuer. Wie geht die Feuerwehr im Notfall vor? Ist ein Brand dieser Größenordnung überhaupt möglich?

Ein Weltkulturerbe im gotischen Baustil, ein jahrhundertealtes Wahrzeichen und ein Besuchermagnet im Herzen der Stadt: Dieser Steckbrief passt nicht nur auf die Kathedrale Notre-Dame de Paris, die einem Großbrand zum Opfer fiel (lesen Sie hier mehr zu den Hintergründen). Auch der Kölner Dom, die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Deutschlands, ist ein historischer Prachtbau. Allein: Seine Westfassade mit den beiden Türmen hat eine Fläche von über 7100 Quadratmetern und ist damit die größte der Welt.

Was würde passieren, sollte beim Kölner Dom ein ähnliches Szenario wie bei Notre-Dame eintreten? Ist ein Brand dieser Größenordnung überhaupt wahrscheinlich?

Höchste Alarmstufe im Brandfall

Nach dem verheerenden Feuer der weltberühmten Pariser Kirche wollen die Verantwortlichen des Kölner Doms ihr Brandschutzkonzept noch einmal unter die Lupe nehmen. Natürlich werde man auch jetzt wieder prüfen, ob man Lehren aus Notre-Dame ziehen könne, sagte der Kölner Dombaumeister Peter Füssenich am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Auch im Kölner Dom könne ein Feuer ausbrechen, das gelte für jedes Gebäude, in dem brennbare Stoffe verbaut seien. "Wir in Köln haben regelmäßige Begehungen mit der Feuerwehr, bereiten uns auch auf solche Szenarien vor." 

Welche Vorkehrungen hat die Kölner Feuerwehr getroffen? Der Sprecher der Kölner Feuerwehr, Marc David, listet eine Reihe von Maßnahmen auf:

  • Installierte Löschwasserleitungen: "Außen am Dom sind Löschwasserleitungen bis hoch zum Dach. Wir haben dann schnell Wasser oben am Dach."
  • Abtrennungen zwischen den Dächern: "Der Dom ist in Brandabschnitte unterteilt. Es gibt Abtrennungen zwischen den Dächern." 
  • Feste freie Punkte für Drehleitern: Es gebe vier Punkte um den Dom, die für Drehleitern immer frei gehalten werden. "Selbst wenn Weihnachtsmarkt ist, werden die Stellen frei gehalten, damit wir mit den Drehleitern hin können."
  • Gebäudekenntnis: "Die zuständige Innenstadt-Wache und die umliegenden Wachen haben die Vorgabe, dass jeder Feuerwehrmann mindestens einmal im Jahr den Dom kennenlernt", erläutert Sprecher David. Es gebe viele kleine Türen und im Brandfall falle die Orientierung noch schwerer. Außerdem würden die Drehleitern zur Probe mehrmals im Jahr aufgestellt. 
  • Höchste Alarmstufe: "Das ist die höchste Alarmstufe, die es in Köln gibt, wenn der Kölner Dom brennt." Dann würden gleich mehrere Wachen alarmiert. 

Brand der Notre-Dame: "Könnte es in Köln nicht geben"

Die langjährige Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock hält einen solchen Brand für nicht möglich. "Dank der Weitsicht des damaligen Architekten Ernst Friedrich Zwirner" sei der Dachstuhl schon im 19. Jahrhundert aus Eisen konstruiert worden, sagte sie dem WDR. Im Gegensatz zum sogenannten Vierungsturm der Pariser Notre-Dame, der einstürzte und wie das gesamte Dach aus Holz gewesen sei. Auch die Vierungstürme seien beim Kölner Dom aus Eisen konstruiert. Zwar sei die Bleiabdeckung des Daches auf Holz montiert und damit brennbar. "Aber einen solch verheerenden Brand, der sich ja auch in Windeseile ausgebreitet hat, das könnte es in Köln nicht geben", so die Kunsthistorikerin zum WDR.

Dennoch sei das Thema Brandschutz am Kölner Dom allgegenwärtig. Allein, weil es sich um eine Dauerbaustelle handelt. Reparaturen und Sanierungen würden daher immer "unter großen Vorsichtsmaßnahmen" vorgenommen werden. "Gebäude von solcher Größe und Bedeutung sind immer in Renovierung begriffen. Wir haben viele Gerüste am Kölner Dom, die aber meistens außen aufgestellt sind", sagt der amtierende Kölner Dombaumeister Peter Füssenich. Aufpassen müsse man natürlich immer, zum Beispiel mit Schweißbrennern. "Im Fall vom Kölner Dom ist es so, dass wir in sehr engem Kontakt mit der Feuerwehr von Köln stehen. Hier finden regelmäßige Begehungen und Übungen statt", sagte er dem Domradio.

Quellen: Nachrichtenagentur DPA, DomradioWDR

Sehen Sie auch im Video: So sieht es nach dem Brand aus – Aufnahmen zeigen die schweren Schäden im Inneren von Notre-Dame


fs / Volker Danisch und Christoph Driessen