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Brandkatastrophe in Baden-Württemberg: 14 Tote bei Feuer in Behindertenwerkstatt

Das beschauliche Örtchen Titisee-Neustadt im Schwarzwald erlebt eine der schwersten Brandkatastrophen im Deutschland der vergangenen Jahre. Sieben Menschen überlebten nur schwer verletzt.

Bei einem Brand in einer Behindertenwerkstatt im Schwarzwald hat es mindestens 14 Tote gegeben, sieben Menschen wurden schwer verletzt. Ursache ist wahrscheinlich eine Explosion in einem Lagerraum. Wie es zu dem Unglück kam, wird untersucht. Unter den Toten befinden sich nach Angaben der Polizei Behinderte und Betreuer. Die Todesursache sei vermutlich Rauchvergiftung. Es seien aber noch nicht alle Toten identifiziert.

Das Feuer löste einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdiensten aus. In den Werkstätten an der Straße "Im Bildstöckle" wird Holz verarbeitet, in den Räumen lagern auch Chemikalien. Mittlerweile hat die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle. Das Gebäude sei durchsucht und niemand werde mehr vermisst. Die sieben Schwerverletzten sind laut Polizei außer Lebensgefahr.

14 Behinderte und Bedienstete mussten laut "Suedkurier.de" von der Feuerwehr mit schwerem Atemschutzgeräten aus dem brennenden und völlig verrauchten Gebäude gerettet werden, alle anderen Personen konnten das Haus alleine verlassen. In der Caritas-Werkstatt rund 40 Kilometer östlich von Freiburg im Breisgau arbeiten laut der Badischen Zeitung 127 Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung. Rund 120 Menschen waren laut Polizei in dem Gebäude.

Behinderte gerieten in Panik

Auch Stunden nach Ausbruch des Feuers drang Rauch aus dem Gebäude. Viele Behinderte seien wegen der Flammen in Panik geraten. "Wir haben hier mit Menschen zu tun, die naturgemäß nicht rational reagieren", sagte Kreisbrandmeister Alexander Widmaier. Psychologen betreuen Angehörige der Opfer und Einsatzkräfte.

Alarmiert wurde die Feuerwehr durch eine automatische Brandmeldeanlage in dem Gebäude. Kurz danach riefen zahlreiche Nachbarn über Notruf an und berichteten von starkem Rauch. Als die Feuerwehrleute eintrafen, seien ihnen auf der Straße schon viele Menschen entgegengelaufen.

Aus allen Nachbarregionen wurden rund 300 Einsatzkräfte zusammengezogen. Zwei Rettungshubschrauber waren im Einsatz. Die Polizei richtete in einer benachbarten Spedition eine Sammelstelle ein und bat Menschen, die bei Ausbruch des Feuers in dem Gebäude waren, sich zu melden.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Innenminister Reinhold Gall (SPD) eilten zum Unglücksort. Kretschmann zeigte sich schwer erschüttert. "Die Nachricht über den Brand in der Behindertenwerkstatt und das schreckliche Ausmaß hat mich zutiefst getroffen", erklärte er. "In Gedanken bin ich bei den Opfern, und mein tiefes Mitgefühl gilt ihren Angehörigen."

mlr/tso/DPA/AFP / DPA