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Bürgerkrieg in Syrien: Rebellen erleiden Rückschlag in Aleppo

Nach Beginn der Entscheidungsschlacht um Aleppo haben sich die Aufständischen aus dem strategisch wichtigen Bezirk Salaheddin zurückgezogen. Ein Augenzeuge berichtet von enormen Schäden in der Stadt.

Syrische Regierungstruppen und Aufständische haben sich am Donnerstag erneut heftige Kämpfe um die nördliche Metropole Aleppo geliefert. Die Einheiten der Rebellen-Armee FSA zogen sich nach eigener Darstellung aus dem strategisch wichtigen Bezirk Salaheddin zurück. "Wir haben uns im benachbarten Stadtteil Sukkari neu gesammelt und bereiten einen Gegenangriff vor", sagte der örtliche FSA-Kommandeur Abu Omar al-Halebi der Deutschen Presse-Agentur am Telefon.

Die syrische Armee war am Mittwoch mit Panzern in den Stadtteil Salaheddin eingedrungen. In den vorangegangenen Tagen hatte die Regierung an die 20.000 Soldaten um Aleppo zusammengezogen, denen etwa 6000 bis 8000 Rebellen gegenüberstehen.

Regierungstruppen sollen mit schwerem Geschütz vorgehen

Ein Kameramann berichtete, er habe in Salaheddin die Leichen von mehr als 25 getöteten Rebellen gesehen. Auch Zivilisten seien in den Kämpfen ums Leben gekommen. An den Gebäuden sei enormer Schaden entstanden. Einige seien bis auf den Grund zerstört worden - ein Indiz für den Einsatz von Flugzeugbomben und schwerer Artillerie durch die Regimetruppen.

Das syrische Militär hatte am Vortag einen neuen Anlauf gestartet, um die Aufständischen aus der seit fast drei Wochen umkämpften Millionenstadt zu verdrängen. Beide Konfliktparteien wie Beobachter sehen im Ausgang der Schlacht um Aleppo eine Vorentscheidung mit Blick auf das Schicksal des Regimes von Baschar al-Assad. Nach Angaben der syrischen Menschenrechtsbeobachter in London wurden in dem Bürgerkriegsland allein am Mittwoch 170 Menschen getötet, davon 43 in Aleppo.

Assad ernennt Nachfolger für übergelaufenen Regierungschef

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes sitzt in Aleppo auch ein Deutscher im Gefängnis. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" beschwert sich der 51-Jährige, der auch einen syrischen Pass hat, über mangelhafte Unterstützung durch die Bundesregierung. Nach der Erschießung von anderen Häftlingen fürchte er um sein Leben.

Assad ernannte am Donnerstag den bisherigen Gesundheitsminister Wael al-Halki zum neuen Ministerpräsidenten, wie das staatliche syrische Fernsehen berichtete. Er ersetzt den bisherigen Regierungschef Riad Hidschab, der am Montag zu den Aufständischen übergelaufen war und sich inzwischen im Ausland aufhält.

Iran eröffnet Syrien-Konferenz

Zunächst unbestätigt blieb der Absprung von Assads Protokollchef Moheddin Muslimani. Der saudische Fernsehsender Al-Arabija berichtete am Donnerstag, er sei zu den Rebellen übergelaufen. Muslimani soll dies jedoch nach Angaben des pro-syrischen Beiruter Senders Al-Majadin TV dementiert haben.

Indes versucht der Iran, der engste Verbündete des Assad-Regimes in der Region, sich diplomatisch ins Spiel zu bringen. Außenminister Ali-Akbar Salehi eröffnete in Teheran eine Konferenz zur Lage in Syrien. Nach seinen Angaben kamen Vertreter aus 30 Ländern zu der Konferenz, darunter auch Abgesandte aus Russland und China. Es handle sich um Staaten, die eine "realistische Position" im Syrien-Konflikt vertreten würden. Saudi-Arabien und die Türkei, die - anders als der Iran - die syrischen Rebellen unterstützen, blieben dem Treffen fern. Nur drei Länder schickten ihre Außenminister.

"Der Iran hat stets alle Bemühungen für Frieden in Syrien unterstützt und beabsichtigt, dies auch mit dieser Konferenz zu tun", sagte Salehi bei seiner Eröffnungsrede. "Militärische Optionen, Entführungen und ausländische Einmischung haben dem Land bis jetzt nicht geholfen und werden dies auch in Zukunft nicht tun", so Salehi weiter.

lin/DPA/AFP / DPA
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