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Coronavirus-Ausbreitung : Auswärtiges Amt: Rückholaktion Deutscher aus China noch nicht beschlossen

Rund 90 Deutsche stecken in Wuhan fest. Die Metropole ist von der Außenwelt abgeschottet, um eine Ausbreitung des neuen Coronavirus zu verhindern. Medienberichten zufolge plant das Auswärtige Amt noch in den nächsten Tagen eine Rückholaktion. 

Medevac-Airbus der Luftwaffe

Neben dem Einsatz eines Passagierjets vom Typ A310 soll nach Informationen des "Spiegel" auch der Einsatz einer der mit mehreren Intensivstationen ausgestatteten Medevac-Airbus im Gespräch sein 

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Mehrere Medien berichten, dass die deutsche Luftwaffe bereits am Mittwoch oder Donnerstag nach China fliegen soll, um die rund 90 deutsche Staatsbürger aus der vom Coronavirus betroffenen Region Wuhan auszufliegen. Wie das Auswärtige Amt jedoch auf eine Anfrage des stern mitteilte, steht eine endgültige Entscheidung noch aus: "In wenigen Minuten trifft sich im Auswärtigen Amt erneut der Krisenstab der Bundesregierung zu diesem Thema, auch um mit den Experten des Robert-Koch-Instituts und den anderen Ressorts über die nächsten Schritte zu beraten", heißt es am Dienstagmittag. Die deutsche Botschaft stehe mit den Deutschen vor Ort in unmittelbarem Kontakt. Ein Konsularteam der deutschen Botschaft in Peking werde am Nachmittag in Wuhan eintreffen, um den Deutschen vor Ort Unterstützung zu leisten.

"Der Krisenstab hat entschieden, dass die Bundesregierung zu einer Rückholung nicht erkrankter deutscher Staatsangehöriger aus Wuhan grundsätzlich bereit ist; bis zu einer endgültigen Entscheidung sind noch operative Fragen zu klären, auch mit der chinesischen Seite", so das Auswärtige Am weiter.

Medien berichten von konkreten Plänen 

Der "Spiegel" hatte am Montagabend berichtet, eine Rückholaktion sei bereits für Mittwoch oder Donnerstag geplant. Dem Nachrichtenmagazin zufolge besteht Peking aber in den Gesprächen mit der Bundesregierung darauf, dass Zivilmaschinen und keine Militärflugzeuge den Einsatz übernehmen.

Auch die "Bild"-Zeitung berichtete am Dienstagmorgen, dass auf dem Flughafen in Köln bereits ein Airbus A310 PAX der Luftwaffe bereit stehe und der Abflug noch im Laufe des Tages geplant sei. Nach Informationen der Zeitung habe der Krisenstab im Auswärtigen Amt die Rückholaktion bereits am Montagmorgen formal beschlossen.teaser

Auch vor Ort herrscht Unklarheit 

Unterdessen sollen mehrere Deutsche in der nach außen abgeschotteten Provinzhauptstadt Wuhan eine E-Mail vom Auswärtigen Amt erhalten haben: "Angesichts der schwierigen Lage in Wuhan plant die Bundesregierung derzeit Optionen für eine organisierte Rückführung der ausreisewilligen deutschen Staatsbürger aus Wuhan", heißt es darin, berichtet die DPA. Berlin stehe "im engen Kontakt mit den chinesischen Behörden, um die Möglichkeit und Modalitäten zu klären".

Andere Länder wie USA, Japan und Frankreich haben eine Rückholaktion für ihre Staatsbürger bereits in die Wege geleitet. Ein deutsches Konsularteam ist am Montag in der Provinzhauptstadt im Herzen Chinas eingetroffen, arbeitet jetzt aus dem französischen Konsulat heraus. Möglicherweise Freitag könnte ein deutsches Flugzeug kommen, wird unter den rund 90 Deutschen vor Ort erzählt. "Es ist aber noch nichts entschieden", berichtet der Ingenieur. Er hat die Nachricht von einem Freund, der direkten Kontakt zu dem Team hatte.

Jens Spahn bemüht sich um Beruhigung 

In Deutschland bemüht sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, keine Panik in der Bevölkerung aufkommen zu lassen. "Es war zu erwarten, dass das Virus auch Deutschland erreicht. Der Fall aus Bayern zeigt aber, dass wir gut vorbereitet sind", erklärte Spahn am Dienstag. Der Patient sei isoliert worden und werde behandelt. Zudem würden die Menschen untersucht, mit denen der Patient engen Kontakt hatte.     

Ein Mann im dunklen Anzug und petrolfarbener Krawatte sitzt in einem Raum mit weiß gestrichenen Wänden

Die Gefahr für die Gesundheit der Menschen in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung bleibe nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts weiterhin gering, fügte Spahn hinzu.

Am Montagabend war der erste bestätigte Fall einer Infizierung mit dem Virus hierzulande bekannt geworden. Bei dem Betroffenen handelt es sich nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums um einen männlichen Patienten aus dem Landkreis Starnberg in Bayern. Sein Zustand ist den Angaben zufolge gut. 

ivi mit Agenturen / DPA

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