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Erdbeben-Serie Neuseeland: Christchurch wird teilweise aufgegeben

Die neuseeländische Stadt Christchurch wurde in den vergangenen Monaten mehrfach von Erdbeben erschüttert. Mindestens 5000 Häuser werden nicht wieder aufgebaut, bei weiteren 9000 ist ein Wiederaufbau zumindest fraglich.

In der von Erdbeben geplagten Stadt Christchurch in Neuseeland sollen ganze Viertel mit insgesamt rund 5000 Häusern aufgegeben werden. Die Schäden dort seien zu groß für Reparaturen und es könne Jahre dauern, bis dort wieder sicher gebaut werden könne, teilte die Regierung am Donnerstag mit. Sie will den Besitzern Haus und Land abkaufen, damit sie woanders hinziehen können. Die Regierung rechnet mit Kosten von bis zu 635 Millionen neuseeländischen Dollar (360 Millionen US-Dollar).

Rote Zone wird zur Brache erklärt

Die Regierung teilte das Gebiet der zweitgrößten Stadt des Landes mit knapp 400.000 Einwohnern in vier Zonen ein: rot, orange, grün und weiß. Die 5000 Häuser stehen in der roten Zone. Dort hat sich auch der Boden gesenkt und verändert, so dass es schwierig wäre, neue Fundamente zu legen. 9000 weitere Häuser sind in der orangefarbenen Zone. Hier müsse noch untersucht werden, ob ein Wiederaufbau möglich sei. Rund 100.000 Häuser in der grünen Zone seien reparabel. Die weißen Zonen, darunter das Geschäftsviertel in der Innenstadt, enthalten kaum Wohnhäuser und müssen noch evaluiert werden.

In den kommenden acht Wochen erhalten die Bewohner der betroffenen Häuser ein offizielles Kaufangebot der Regierung. Das Geld für den Kauf der Gebäude soll aus einem Wiederaufbaufonds der Regierung in Höhe von 5,5 Milliarden Dollar kommen. Nach Angaben von Premierminister Key betragen die Wiederaufbaukosten für die Stadt schätzungsweise bis zu 25 Milliarden Dollar.

Aufbauarbeiten kosten acht Prozent des BIP

Christchurch war im September vergangenen Jahres und im Februar dieses Jahres von zwei schweren Erdbeben erschüttert worden. Im Februar kamen dabei rund 180 Menschen ums Leben. Zehntausende Häuser stürzten ein oder wurden schwer beschädigt. Eine Serie von teils schweren Nachbeben verursachte weitere Schäden. "Das Finanzministerium schätzt die Kosten der beiden Beben auf rund acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP)", sagte Regierungschef John Key. Er verglich dies mit den Kosten des Hurrikans Katrina 2005 in den USA, die aber nur ein Prozent des amerikanischen BIP betrugen.

swd/DPA/AFP / DPA