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Stärke 6,6 Schweres Erdbeben und Tsunami in der Ägäis: Mehrere Tote in der Türkei und auf Samos

Menschen auf den Trümmern eines durch ein Erdbeben eingestürztes Haus in Izmir
Rettungskräfte und Anwohner auf den Trümmern eines eingestürzten Hauses in Izmir. Durch ein Erdbeben vor der türkischen Küste hat es Tote gegeben.
© Ismael Gokmen / AP / DPA
Rund 30 Sekunden soll die Erde gebebt haben, Staub stieg auf, das Meer trat in Form eines Tsunamis über die Ufer: Bei einem starken Erdbeben in der östlichen Ägäis stürzten Gebäude ein. Es gab Tote und Verletzte.

Bei einem schweren Erdbeben in der Ägäis sind in der Westtürkei mehrere Gebäude eingestürzt und Menschen verschüttet worden. Mindestens sechs Menschen kamen dabei ums Leben, weitere 202 Menschen seien nach ersten Erkentnissen verletzt, meldete die türkische Katastrophenschutzbehörde Afad am Freitag. Laut dem türkischen Fernsehsender TRT konnten etwa 70 aus den Trümmern geborgen werden. Auf der griechischen Insel Samos wurden Medienberichten zufolge zwei Jugendliche tot geborgen. Sowohl dort als auch an der türkischen Westküste trat nach dem Beben das Wasser über die Ufer. Es gab zahlreiche Nachbeben, einige davon mit der Stärke 4,0.

Das Beben hatte nach Angaben der nationalen türkischen Katastrophenbehörde eine Stärke von 6,6; das US-Erdbeben-Zentrum USGS sprach zunächst sogar von einer Stärke von 7,0. Die US-Behörde nannte als Ursache des Erdstoßes eine "normale Störung in einer geringen Krustentiefe innerhalb der tektonischen Platte Eurasiens". Dies komme in der Ägäis häufig vor. Das Zentrum des Bebens vor der türkischen Provinz Izmir gelegen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Es wurde von Panik auf den Straßen während des Bebens berichtet, Telefonverbindungen seien unterbrochen gewesen.

TRT zeigte Bilder von eingestürzten Mehrfamilienhäusern und von Staubwolken über der Stadt Izmir. Nach Angaben von Bürgermeister Tunç Soyer im Sender CNN-Türk sind in der Stadt knapp 20 Gebäude in sich zusammengefallen. Im Sender TRT war zu sehen, wie Rettungskräfte, Polizisten und Einwohner versuchten, sich mit Hilfe von Kettensägen und per Hand Zugang zu möglichen Verschütteten in einem komplett zerstörten siebenstöckigen Wohngebäude zu verschaffen. 

Samos: Zwei 17-Jährige tot geborgen

Auch in Griechenland waren die Erschütterungen zu spüren. Besonders die Insel Samos ist betroffen. Dort sollen zwei 17 Jahre alte Jugendliche tot geborgen worden sein. Griechischen Medienberichten zufolge waren das Mädchen und der Junge in der Kleinstadt Vathy nach der Schule zu Fuß auf dem Weg nach Hause, als wegen des Bebens in einer engen Gasse Hauswände einstürzten. Zuvor hatten griechische Behörden von acht Verletzten berichtet, die nach dem Beben ins Krankenhaus der Insel gebracht worden waren. In Vathy gab es auch einen "Mini-Tsunami", wie es von Seiten der Behörden hieß. Griechische Fernsehsender zeigten Bilder von der überfluteten Küstenpromenade, wo das Wasser Autos wegspülte. Der Strom fiel aus.

Auch auf Bildern aus dem türkischen Seferihisar, südlich von Izmir, waren überflutete Gassen zu sehen (siehe Video oben, inzwischen bestätigt). Berichten zufolge hatte es auch dort einen kleinen Tsunami gegeben. Ein weiteres Video aus den sozialen Medien zeigt Aufnahmen, wie weit sich das Meer vor Seferihisar nach dem Beben zurückgezogen hatte, ehe das Wasser zurückkam und in die Straßen der Stadt vordrang:

Das Deutsche Geoforschungs-Zentrum (GFZ) in Potsdam informierte über das "schwere Erdbeben mit einem Tsunami". Nach GFZ-Berechnungen erreichten die Wellen Höhen von mehr als 1,5 Metern. Sie könnten an der Küste womöglich bis zu drei Meter hoch auflaufen.

Erdogan sichert Unterstützung zu

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan richtete sich in einem Tweet an die Bevölkerung. Man stehe den vom Erdbeben betroffenen Menschen mit allen Mitteln bei, versprach er. Die Nato und die Europäische Union will haben sowohl der Türkei als auch Griechenland Hilfe angeboten. "Ich bin in Gedanken bei allen, die betroffen sind", schrieb EU-Ratschef Charles Michel am Freitag auf Twitter. "Die EU hält sich bereit, Unterstützung zu leisten." Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bot jede erdenkliche Hilfe an.

Verschiedenen Berichten zufolge soll das Beben in der türkischen Metropole Istanbul und bis in die griechische Hauptstadt Athen zu spüren gewesen sein.

dho DPA AFP

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