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Erster Sturm der Hurrikan-Saison: "Alex" könnte Ölpest verschlimmern

Der Tropensturm "Alex", der sich unweit des Golfs von Mexiko gebildet hat, droht, die Anstrengungen im Kampf gegen die Ölpest stark zu behindern. Seine starken Winde könnten außerdem die Wasserverschmutzung noch verschlimmern.

Der erste Tropensturm der diesjährigen Hurrikan-Saison weckt die Sorge vor neuen Problemen beim Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko. Der "Alex" getaufte Sturm bildete sich am Samstag im Westen der Karibik nahe der mexikanischen Halbinsel Yucatan, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum NHC der USA bekanntgab.

Der Sturm dürfte mit Windgeschwindigkeiten von 55 Stundenkilometern in Richtung US-Golfküste ziehen. Kommende Woche wird er am Ort der Ölkatastrophe erwartet, wo er die Bemühungen zur Reinigung und zum Auffangen des weiterhin auslaufenden Öls zu beeinträchtigen droht. Zudem könnten starke Winde den Ölschlick schneller an die Küste treiben.

Die US-Küstenwache erklärt, die Arbeiten am Unglücksort der "Deepwater Horizon" müssten fünf Tage vor dem Ankunft eines Sturms abgebrochen werden.

Am Samstag wollten Aktivisten im US-Bundesstaat Louisiana entlang der Küste gegen weitere Ölbohrungen und für die Nutzung sauberer Energien demonstrieren. An der Aktion unter dem Motto "Hände über dem Sand" wollten sich auch zahlreiche Menschen in anderen US-Bundesstaaten sowie in etwa 30 Ländern weltweit beteiligen.

Warnung vor der Zerstörung von BP

Der britische Premierminister David Cameron warnte am Rande des G-8-Gipfels vor einer "Zerstörung" des Ölkonzerns BP, den die Ölpest Milliarden von Dollar kostet. Der neue Londoner Regierungschef betonte im kanadischen Rundfunksender CBC zugleich, es sei "in unser aller langfristigem Interesse", "Klarheit" über die Gesamtkosten für BP zu erlangen. Cameron wollte am Samstag seine ersten bilateralen Gespräche mit US-Präsident Barack Obama führen.

Am Freitag war der Aktienkurs von BP auf neue Tiefstände eingebrochen. Seit der Ölkatastrophe hat der Ölriese 55 Prozent seines Börsenwertes verloren - und damit viele Milliarden Euro. Bislang kostete die Ölpest BP nach eigenen Angaben 2,35 Milliarden Dollar (rund 1,9 Milliarden Euro).

Am 20. April war die Ölbohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko explodiert, wobei elf Arbeiter ums Leben kamen. Zwei Tage später sank die Plattform. Seither strömen täglich Millionen Liter Öl ins Meer.

san/AFP/Reuters / Reuters