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Aussage der Fluggesellschaft: Russischer Ferienflieger wegen "äußerem Einfluss" abgestürzt

Nach dem Absturz eines russischen Passagierjets in Ägypten hat die betroffene Fluglinie Kogalymavia bekanntgegeben, dass die Maschine wegen einer "mechanischen Einwirkung" abstürzte. Doch dem scheinen die Ermittlungen zu widersprechen.

Das Wrack des russischen Flugzeugs, welches über Ägypten abgestürzt ist.

Die Identifizierung der Opfer der Flugzeugkatastrophe in Ägypten hat in St. Petersburg bereits begonnen

Der Absturz der russischen Passagiermaschine in Ägypten ist der Fluggesellschaft zufolge von einer "mechanischen Einwirkung" ausgelöst worden. "Die einzige erklärbare Ursache wäre eine mechanische Einwirkung auf das Flugzeug", sagte Kogalymavia-Vizechef Alexander Smirnow in Moskau. "Ein Systemversagen, das zu einem Auseinanderbrechen eines Flugzeugs in der Luft führt, ist nicht möglich." Weitere Details nannte er nicht.

Kolavia-Mitarbeiter Viktor Jung sagte, die Gesellschaft schließe einen Fehler der Crew und eine technische Störung "völlig aus". Weder Risse noch ein Ausfall der Systeme oder schlechter Treibstoff hätten das Unglück bewirken können. Der Airbus A321 sei in "hervorragendem technischem Zustand" gewesen. Zum Absturz hätten starke Schäden an Konstruktionen des Flugzeugs geführt. Nach Beginn der Katastrophe konnte die Maschine nicht mehr gesteuert werden. "Sie flog nicht, sie fiel", sagte Jung.


Keine Probleme an der Maschine bekannt 

Es gelte als wahrscheinlich, dass das Flugzeug von außen erheblich beschädigt worden ist, sagte Generaldirektor der Airline Alexandr Snagowskij laut Nachrichtenagentur Interfax. Erst am 26 Oktober sollen beide Triebwerke der Maschine einem Sicherheitscheck unterzogen worden sein. Es wurden keine Probleme festgestellt.


Nach Angaben aus Ermittlerkreisen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sei das Flugzeug nicht von außen getroffen worden. Einer ersten Auswertung des Flugschreibers zufolge setzte der Pilot auch keinen Notruf ab, bevor die Maschine vom Radar verschwand, sagte der Insider am Montag. Weitere Einzelheiten nannte er nicht. Die Untersuchungen des Flugschreibers dauern noch an.

Ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte in einem nicht verifizierbaren Bekennerschreiben behauptet, die Maschine mit 224 Menschen zum Absturz gebracht zu haben. Experten und Regierungsangehörige Russlands und Ägyptens bezeichneten dies aber als unwahrscheinlich oder schlossen einen Anschlag aus.

Crew soll keinen Notruf abgesetzt haben

Kremlsprecher Dmitri Peskow warnte am Montag vor verfrühten Schlussfolgerungen. Keine Version sei ausgeschlossen - "vom Terrorakt bis zum Unfall". "Man muss die ersten Untersuchungsergebnisse abwarten", betonte er.

Dem stern sagte Jan Richter, Leiters des Flugunfallbüros JACDEC in Hamburg: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Airbus 321 einfach so auseinanderbricht." Kein Unfall passiere einfach so, es gäbe immer eine Aneinanderreihung mehrerer Faktoren.

Die Crew habe keinen Notruf abgesetzt, sagte Smirnow. "Offenbar war die Mannschaft zum Zeitpunkt der Katastrophe bereits vollständig arbeitsunfähig", meinte er. Der Airbus A-321 auf dem Weg von Scharm el Scheich nach St. Petersburg habe innerhalb von weniger als einer Minute massiv an Geschwindigkeit verloren und sei stark abgesackt. 

amt / DPA / Reuters / AFP