Flugzeugunglück in Tripolis Ein Toter aus Deutschland bestätigt


Am Flughafen der libyschen Hauptstadt Tripolis ist ein Airbus abgestürzt. Dabei starben 103 Menschen. Unter den Toten sind zahlreiche Niederländer, aber auch mindestens ein Deutscher kam bei dem Unglück ums Leben. Nur ein kleiner Junge hat die Katastrophe überlebt.

Bei einem Flugzeugabsturz am Airport der libyschen Hauptstadt Tripolis sind am Mittwoch 103 Menschen ums Leben gekommen. An Bord der Maschine waren nach Angaben der Fluggesellschaft Afriqiyah Airways auch zwei deutsche Passagiere. Der libysche Verkehrsminister Mohammed Zaidan sprach nach Angaben des britischen Fernsehsenders BBC ebenfalls von Reisenden deutscher Nationalität. Eine genaue Zahl nannte er jedoch nicht. Das Auswärtige Amt hat am Donnerstag bestätigt, dass ein 58-Jähriger Mann aus Hessen unter den Opfern sei.

Nur ein neunjähriger Junge aus den Niederlanden habe das Unglück überlebt, sagte ein Sprecher am Flughafen, andere Quellen berichteten von einem Acht- oder Zehnjährigen. Ein Mitarbeiter des Al-Sabia-Krankenhauses in Tripolis erklärte, der Zustand des Jungen sei stabil, er habe Knochenbrüche und Blutergüsse.

Die Maschine der staatlichen libyschen Flugline Afriqiyah Airways war gegen sechs Uhr aus Johannesburg in Südafrika gekommen. Während des Landeanflugs stürzte der Airbus A330-200 auf ein leeres Gelände am Flughafen von Tripolis. Der Rumpf des Flugzeuges zerbarst. Ein Augenzeuge will gesehen haben, wie kurz vor dem Aufprall Flammen aus einem Triebwerk schlugen. Ein AFP-Reporter bestätigte, dass von dem Airbus nur noch tausende Trümmerteile übrig waren.

Nach Angaben der Fluggesellschaft befanden sich elf Besatzungsmitglieder und 93 Passagiere an Bord. Einen Terroranschlag als Absturzursache schlossen die libyschen Behörden aus.

Flugschreiber und Stimmrekorder geborgen

Unter den Toten sind neben den beiden Deutschen nach Behördenangaben 61 Niederländer und 13 Libyer sowie Staatsbürger aus Großbritannien, Frankreich, Simbabwe, den Philippinen und Südafrika. Nach Angaben des niederländischen Tourismusverbandes gehörten die getöteten Niederländer zu zwei Reisegruppen, die auf dem Weg nach Brüssel und Düsseldorf waren.

Der niederländische Ministerpräsident Jan Peter Balkenende sagte in Den Haag, er sei von den Berichten aus Libyen "geschockt". Mitarbeiter der Botschaft in Tripolis seien am Flughafen, um Hilfe zu leisten und Informationen zu sammeln. Königin Beatrix sprach den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus.

Weshalb der Pilot die Landebahn verfehlte, ist noch unklar. Das Wetter in Tripolis war am Mittwochmorgen gut, der Himmel war leicht bewölkt. Berichte, wonach kurz vor der Landung ein technischer Defekt festgestellt worden sein soll, bestätigten die libyschen Behörden nicht. Aufklärung könnten der Flugdatenschreiber und der Stimmenrekorder bringen. Im lokalen Fernsehen wurde gezeigt, wie die Geräte geborgen wurden. Der Flugzeughersteller Airbus versprach, die Luftfahrtbehörde bei der Untersuchung des Unglücks zu unterstützen.

Die Bergungsarbeiten sind beendet

Am Nachmittag erklärte ein Sprecher der Fluggesellschaft Afriqiyah Airways die Bergungsarbeiten für beendet. Die Helfer - Männer mit Atemschutzmasken und Frauen mit Kopftüchern - zogen sich zurück.

Laut der Website von Afriqiyah Airways verfügt die Firma über eine Flotte von Airbus-Flugzeugen. Die Fluglinie wurde im April 2001 gegründet und begann ihren Betrieb mit fünf geleasten Maschinen. Bei einer Luftfahrtmesse in Paris 2007 wurde ein Vertrag über den Kauf von elf neuen Airbus-Maschinen unterzeichnet.

DPA/AFP/Reuters/AP AP DPA Reuters

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