VG-Wort Pixel

Die Morgenlage Merkel zu Gast in NRW: Mit Laschet auf Zeche Zollverein

Armin Laschet und Angela Merkel hier auf dem Digital-Gipfel der Bundesregierung im vergangenen Jahr. Am Dienstag will die Bundeskanzlerin dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen einen Besuch abstatten.
Armin Laschet und Angela Merkel hier auf dem Digital-Gipfel der Bundesregierung im vergangenen Jahr. Am Dienstag will die Bundeskanzlerin dem Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen einen Besuch abstatten.
© Bernd Thissen / DPA
Trump: Können Wahl nur bei Manipulation verlieren +++ Ärztegewerkschaft fordert bundesweit einheitliche Gäste-Obergrenzen für Feiern +++ Kanadas Finanzminister tritt zurück +++ Die Nachrichtenlage am Dienstag.

Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser,

Wer erinnert sich nicht: die Bootsfahrt über den See, bayerische Alpenidylle im Hintergrund. Dann die Sitzung im gold-verspiegelten Saal von Schloss Herrenchiemsee: Keine Frage, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte mit seiner Inszenierung des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel vor wenigen Wochen Maßstäbe gesetzt. Und sich, so ganz nebenbei, im unausgesprochenen Rennen um eine mögliche Kanzlerkandidatur in Positur gesetzt. Nun kommt für Konkurrent Armin Laschet der Tag der Wiedergutmachung, denn heute hat er die Kanzlerin in seinem Bundesland NRW zu Gast. Erst im Kabinett in Düsseldorf, dann auf dem Weltkulturerbe  Zeche Zollverein. Klingt auch wieder nach vielen hübschen Bildern. Aber ob das wirklich bei der Kandidatenfrage hilft?

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag

Wir haben für Sie zusammengefasst, was in der Nacht passiert ist:

Ärztegewerkschaft fordert bundesweit einheitliche Gäste-Obergrenzen bei Feiern

Nach einer Warnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor Corona-Ansteckungen bei Veranstaltungen haben Ärztevertreter bundesweit einheitliche Teilnehmergrenzen für Feiern gefordert. "Um Ansteckungsrisiken auch im Herbst und Winter zu verringern, sollten sich die Länder bald auf einheitliche Regeln für private und öffentliche Feiern verständigen", sagte die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund ,Susanne Johna, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben). Wichtig seien etwa Obergrenzen für Gäste und Konzepte fürs Lüften. Wenn die Infektionszahlen wieder stark stiegen, seien 150 Gäste bei einer Familienfeier oder einer Party in Innenräumen zu viel, warnte Johna. Wichtig sei es zudem, gerade die Jüngeren daran zu erinnern, Ansteckungsrisiken zu vermeiden, sagte Johna. Viele seien sorglos, weil sie auf die hohe Quote der Genesenen in Deutschland schauten. Zu diesen würden jedoch auch Menschen mit schweren Langzeitschäden wie chronischer Erschöpfung oder Herzmuskelentzündungen zählen.

Trump: Können Wahl nur bei Manipulation verlieren

US-Präsident Donald Trump hält eine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl im November nur im Fall von Wahlmanipulationen für möglich. "Wir müssen diese Wahl gewinnen", sagte Trump am Montag (Ortszeit) bei einem Auftritt vor Anhängern in Oshkosh im Bundesstaat Wisconsin. "Stellen Sie sicher, dass Ihre Stimmen gezählt werden. Stellen Sie das sicher, weil der einzige Weg, wie wir diese Wahl verlieren werden, ist, wenn die Wahl manipuliert ist. Denken Sie daran. Das ist der einzige Weg, wie wir diese Wahl verlieren werden." Trump betonte, aus seiner Sicht sei die Wahl im November die wichtigste überhaupt. "Wir werden für das Überleben unserer Nation und der Zivilisation selbst kämpfen."

Kanadas Finanzminister tritt zurück

Kanadas Finanzminister Bill Morneau hat am Montag (Ortszeit) seinen Rücktritt bekannt gegeben. Angesichts der "nächsten Phase" im Kampf gegen die Corona-Pandemie und der wirtschaftlichen Erholung, die "viele Jahre" dauern werde, sei es "Zeit für einen neuen Finanzminister", sagte Morneau bei einer Pressekonferenz. "Darum trete ich als Finanzminister und als Mitglied des Parlaments zurück."

Michelle Obama attackiert Trump in emotionaler Parteitagsrede

Die frühere First Lady Michelle Obama hat vernichtende Kritik an US-Präsident Donald Trump geübt und zur Wahl von dessen Herausforderer Joe Biden aufgerufen. "Donald Trump ist der falsche Präsident für unser Land", sagte die Ehefrau von Ex-Präsident Barack Obama in ihrem am Montagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Redebeitrag für den Parteitag der Demokraten in Milwaukee (Wisconsin). Trump habe mehr als genug Zeit gehabt zu beweisen, dass er der Aufgabe gewachsen sei, er sei aber "ganz klar überfordert". Bei dem bis Donnerstag andauernden Parteitag der Demokraten wird Biden zum Präsidentschaftskandidaten für die Wahl am 3. November gekürt.

Bericht: Rekord bei Geldwäsche-Verdachtsfällen in Deutschland

Die Zahl der Verdachtsfälle auf Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in Deutschland ist stark gestiegen. Das geht aus dem Jahresbericht der Financial Intelligence Unit (FIU) für 2019 hervor, der dem Berliner "Tagesspiegel" (Dienstag) vorab vorliegt. Nach der Aufstellung der Anti-Geldwäsche-Einheit des Bundes erhöhte sich die Zahl der Meldungen binnen Jahresfrist um fast 50 Prozent auf 114 914 Verdachtsfälle - ein Rekord. Darin enthalten sind dem Bericht zufolge insgesamt 355 000 verdächtige Transaktionen. Die FIU hatte bereits in ihrem Jahresbericht 2018 eine "extreme Anfälligkeit" des Immobilienmarktes für dubiose Geschäfte beklagt - und große Probleme, Kriminellen hier auf die Schliche zu kommen. Seit Jahren gibt es immer wieder Hinweise darauf, dass der Immobiliensektor ein Einfallstor auch für kriminelle Clans ist, um über den Kauf von Immobilien Gelder zu waschen.

Elf Tote bei Gefängnisausbruch in Papua-Neuguinea

Bei einem Massenausbruch aus einem Gefängnis in Papua-Neuguinea sind elf Häftlinge erschossen worden. 36 weitere Insassen seien auf der Flucht, teilten die Behörden des Pazifikstaates am Dienstag mit. Die Gefangenen seien aus dem Buimo-Gefängnis in der zweitgrößten Stadt des Landes ausgebrochen. Ein Kommissar des Justizvollzugs sagte gegenüber AFP, der Ausbruch habe sich ereignet, als ein erkrankter Gefangener aus medizinischen Gründen verlegt worden war. Eine Gruppe Häftlinge habe einen Wächter überwältigt und sei durch das Gefängnistor entkommen. Gefängniswachen und Polizisten hätten elf Flüchtende erschossen. Es ist mindestens der vierte Massenausbruch in Papua-Neuguinea in diesem Jahr. Die Gefängnisse in dem Inselstaat sind häufig überfüllt und die Haftbedingungen schlecht.

Erdbeben der Stärke 6,6 erschüttert Philippinen

Ein Erdbeben der Stärke 6,6 hat am Dienstagmorgen das Zentrum der Philippinen erschüttert. Laut der US-Erdbebenwarte USGS ereignete sich das Beben um 08.03 Uhr Ortszeit 68 Kilometer südöstlich der Insel Masbate. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht herausgegeben. Erdbeben und vulkanische Aktivität sind auf den Philippinen nicht ungewöhnlich. Die Inseln liegen am sogenannten Pazifischen Feuerring, wo tektonische Platten unter der Erdoberfläche zusammenstoßen.

Was heute wichtig wird

Das sind die wichtigsten Themen und Termine des Tages:

Rechtsextremist aus Halle kommt wegen Volksverhetzung vor Gericht

Ein bundesweit bekannter Rechtsextremist aus Halle muss sich von Dienstag (9 Uhr) an vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Volksverhetzung, Verleumdung, Beleidigung, üble Nachrede und Beschimpfung von Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen vor. Der 49-Jährige soll unter anderem via Internet-Blog seit 2016 gegen Migranten gehetzt und Menschen des politischen Lebens verleumdet haben. Dazu gehörten Grünen-Politiker und ein früherer SPD-Chef, wie ein Sprecher des Amtsgerichts mitteilte. 

UN-Tribunal: Urteil zum Attentat auf Libanons Ex-Premier Hariri

15 Jahre nach der Ermordung des früheren Premiers Rafik Hariri verkündet das Sondertribunal in Den Haag das Urteil. Der Prozess war in Abwesenheit der vier Angeklagten geführt worden. Bei dem Sprengstoffattentat waren außer Hariri noch 21 Personen getötet und 226 verletzt worden. Viele Libanesen geben Syrien, das zu dem Zeitpunkt Truppen im Libanon stationiert hatte, die Schuld an dem Anschlag. Das Urteil sollte ursprünglich am 7. August verlesen werden; der Termin wurde jedoch wegen der Staatstrauer nach der Explosion im Hafen Beiruts verschoben.

Merkel als Gast bei Kabinettssitzung in Düsseldorf erwartet 

Fünf Wochen nach ihrem Besuch beim bayerischen Kabinett auf Schloss Herrenchiemsee wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag (13 Uhr) als Gast beim nordrhein-westfälischen Landeskabinett in Düsseldorf erwartet. Merkel trifft mit den Mitgliedern der schwarz-gelben Landesregierung von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) im Düsseldorfer Ständehaus zusammen, dem früheren Sitz des NRW-Landtags. Anschließend (14.30 Uhr) ist eine Pressekonferenz geplant. Themen des Treffens sind die Corona-Politik und die deutsche EU-Ratspräsidentschaft. Über beide Themenbereiche hatte sich Merkel auch bei der Zusammenkunft in Bayern mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ausgetauscht. Söder lag in Umfragen zur Kanzlerkandidatur der Union zuletzt deutlich vor Laschet, der als CDU-Vorsitzbewerber als potenzieller Kanzlerkandidat gilt. Am Dienstagnachmittag reist Merkel weiter zur Essener Zeche Zollverein, wo ein Austausch über den Strukturwandel im Ruhrgebiet geplant ist.

Maas will in den Emiraten über Libyen und Israel sprechen

Nach seinem Kurzbesuch in Libyen führt Bundesaußenminister Heiko Maas am Dienstag politische Gespräche in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Neben dem Libyen-Konflikt wird es in der Hauptstadt Abu Dhabi um die überraschende Ankündigung des ölreichen Golfstaats gehen, diplomatische Beziehungen mit Israel aufzunehmen. 

Jury gibt preisverdächtigste Bücher des Jahres bekannt

Wenn andere kulturelle Veranstaltungen ausfallen, steht Lesen hoch im Kurs. An diesem Dienstag (10.00 Uhr) wird bekanntgegeben, welche Bücher Chancen auf den Deutschen Buchpreis im Corona-Jahr 2020 haben. 

Ihnen einen schönen Tag, Ihre stern-Redaktion!

jek DPA AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker