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Schlimmer Verdacht: Waldbrände in Griechenland mit 82 Toten: Haben Kriminelle gezündelt?

Die Waldbrände in Griechenland werden zu einem Fall für Justiz. Nachdem 82 Menschen in den Flammen verbrannten, steht ein schwerer Verdacht im Raum: Sind Brandstifter verantwortlich?

Das Feuer verheerte ganze Straßenzüge im Küstenort Mati

Das Feuer zerstörte ganze Straßenzüge im Küstenort Mati

DPA

Der Küstenort Mati nahe Athen steht sinnbildlich für die ganze Tragödie in Griechenland. Hier breiteten sich die Waldbrände besonders rasant aus. In den Flammen kamen die meisten der 82 Opfer ums Leben, die Athen aktuell betrauert. Die Regierung erhebt nun schwere Vorwürfe. Es gebe "ernsthafte Hinweise" darauf, dass das besonders zerstörerische Feuer im Küstenort Mati auf "kriminelle Handlungen" zurückgehe, sagte der stellvertretende Minister für Katastrophenschutz, Nikos Toskas.

Der Minister verwies auf Zeugenaussagen, auf die er aber nicht näher eingehen könne. Die Beweismaterialien seien der Justiz übergeben worden, die in der Sache ermittele. Toskas sagte weiter, dass die Ausbreitung des Feuers in Mati durch "extreme Wetterbedingungen" begünstigt worden sei, die auf den Klimawandel zurückzuführen seien.

Winde mit 120 Stundenkilometer fachten das Feuer an

Nach Behördenangaben zeigen Satellitenaufnahmen, dass am Montag 13 Brände zeitgleich in der Region Attika, zu der Athen gehört, ausbrachen. Die Brände brachen vor allem in bei Touristen beliebten Küstenorten rund um Athen aus.

Unklar war weiterhin, wie die Waldbrände dermaßen viel Schaden anrichten konnten. Die Zeitung "Kathimerini" berichtete von einem offenbar chaotischen Treffen von Behörden und Feuerwehr zur Vorbeugung derartiger Brände.

Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos sagte am Donnerstag, die Evakuierung von Mati sei nicht möglich gewesen, "weil das Phänomen nur anderthalb Stunden dauerte". Überdies seien die Winde von 120 Stundenkilometern "die stärksten der letzten acht Jahre" gewesen.

Griechenland will den Opfern helfen

Bislang gibt es weiterhin keine offiziellen Angaben zur Zahl der Vermissten. Die Feuerwehr sucht nach eigenen Angaben weiter nach Menschen, die von Angehörigen als vermisst gemeldet wurden. Eine von Anwohnern eingerichtete Internetseite führte zuletzt 27 Vermisste auf, darunter neunjährige Zwillingsmädchen.

Bei der Katastrophe wurden so viele Menschen getötet wie bei keinem anderen Feuer in Europa im 21. Jahrhundert. Insgesamt waren ins 187 Menschen ins Krankenhaus gebracht worden.

Die Regierung von Tsipras stellte den Opfern der Brände in einem ersten Hilfsfonds 40 Millionen Euro zur Verfügung. Die engsten Angehörigen der Todesopfer erhielten bereits 10.000 Euro von der Regierung.

Nach dem Feuer folgten scheren Unwetter

Athen will nun weitere 5000 Euro pro betroffenem Grundstück zur Verfügung stellen. Fast die Hälfte der 2500 betroffenen Häuser sind demnach infolge der Brände unbewohnbar. In dem Ferienort Mati gingen Regierungsvertreter am Donnerstag von Haus zu Haus und kennzeichneten die Anwesen je nach Schadensschwere mit verschiedenen Farben.

Am Donnerstag sorgten leichte Regenfälle in der betroffenen Region für etwas Abkühlung. In der Hauptstadt Athen dagegen kam es nach sintflutartigem Regen zu Überschwemmungen, dutzende Autos wurden beschädigt.

sos / AFP