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Vermisster HSV-Manager: HSV lobt Belohnung für Hinweise zu Taxi-Fahrer aus

Im Fall des seit Samstag vermissten HSV-Mitarbeiter Timo Kraus hofft die Polizei weiter auf den Taxi-Fahrer als möglicherweise wichtigen Zeugen. Nun hat der Fußballklub eine Belohnung für Hinweise zu dem Unbekannten ausgelobt.

HSV-Manager Timo Kraus wird seit Tagen vermisst

Timo Kraus, 44 und Leiter der Merchandise-Abteilung des HSV, wird seit Tagen vermisst

Im Fall des vermissten HSV-Mitarbeiters Timo Kraus hat der Fußball-Bundesligist eine Belohnung für Hinweise ausgelobt, die dazu führen, dass der immer noch gesuchte Taxi-Fahrer identifiziert wird. Dieser soll den 44-Jährigen am Samstagabend kurz vor Mitternacht in seinem Wagen, vermutlich einer Mercedes B-Klasse befördert haben. Kurz darauf verliert sich seine Spur. Ein nächtlicher Sturz in die Elbe wird vermutet. Der HSV will 2000 Euro an denjenigen zahlen, der einen entscheidenden Hinweis an die Polizei Buchholz liefert. Das gab der Verein auf seinen Kanälen in den sozialen Netzwerken bekannt.


Auch die Polizei teilte am Nachmittag mit, ihre Ermittlungen auf den Taxi-Fahrer zu konzentrieren. Darauf liege nun der "Schwerpunkt der Ermittlungsarbeit", sagt Polizeisprecher Jan Krüger dem stern. "Wir wollen endlich wissen, was da genau passiert ist und warum er nicht mit dem Taxi zu seiner Familie nach Buchholz gefahren ist."

Unter der Woche hat sich derweil ein Zeuge bei der Polizei gemeldet, der Kraus bei den Landungsbrücken gesehen haben will. Dabei trug dieser demnach entgegen der vorherigen Beschreibungen keine Jacke mehr. Stattdessen habe er nur den grauen Pullover mit einer kleinen HSV-Raute auf der Brust getragen, dazu eine blaue Jeans und schwarze Schuhe.

Laut Polizeisprecher Krüger sei man auf der Suche nach dem Fahrer "massiv auf Taxi-Unternehmen zugegangen", um zu klären, ob es in dem Gebiet um die Hamburger Landungsbrücken in der Nacht auf Sonntag entsprechende Fahrten gegeben habe. Außerdem sollten die Firmen ihre Mitarbeiter befragen und für die Thematik sensibilisieren. Dies habe noch keine Erkenntnisse eingebracht. Die Polizei vermutet, dass der Fahrer möglicherweise keine Taxi-Lizenz besitze und sich deshalb nicht an die Behörden wendet. "Das muss irgendwelche Gründe haben", sagt Krüger. Die Beamten hätten daher nur die Möglichkeit, "den öffentlichen Druck aufrecht" zu erhalten.

Taucheinsatz in Elbe ohne Ergebnis

Die Auswertung der Handydaten von Kraus ergab, dass die Taxifahrt am Samstag wohl nur rund einen Kilometer nach Osten ging und auf Höhe der Nikolaibrücke unterbrochen wurde. Rund eine Stunde später wurde sein Handy im Bereich des Museumsschiffs Rickmer Rickmers geortet, nur wenige Meter vom Ausgangsort der Taxifahrt entfernt. Ob er zu Fuß dorthin zurückkehrte oder mit dem Taxi ist unklar.

Dorthin verfolgte auch ein Spürhund der Polizei die Spur von Kraus. 18 Taucher suchten am Donnerstag das Gebiet auf einem Streifen von rund 150 Meter ab. Die Sicht war sehr schlecht, Boden und Mauer mussten von den Beamten abgetastet werden. Es fand sich keine neue Spur. Weitere Suchaktionen sind der Polizei zufolge derzeit nicht in Planung, da es keine Hinweise auf konkrete Örtlichkeiten gebe, an denen eine Suche plausibel wäre. 170113_TimoKraus_01


fin