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Wirbelsturm an US-Küste: "Tödlicher Doppelschlag": Warum Hurrikan "Florence" so extrem gefährlich ist

Noch tobt "Florence" über dem Atlantik, doch bald soll der Hurrikan an der Südostküste der USA auf Land treffen. Dann droht eine gewaltige Katastrophe, denn "Florence" ist ein "einzigartiger Sturm".

Massenevakuierungen in den USA: "Florence" im Anmarsch: Angst vor "extrem gefährlichem großen Hurrikan"

Banges Warten auf  "Florence" an der Südostküste der USA: Der Sturm bewegt sich in Richtung der Küstenstaaten North und South Carolina. Er hat mittlerweile an Kraft verloren, doch noch immer bringt er Winde mit Spitzengeschwindigkeiten von rund 175 Kilometern pro Stunde mit sich, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum in der Nacht mitteilte. Die Stärke des Wirbelsturms werde sich nur noch geringfügig ändern, bis er auf Land treffe, hieß es. Meteorologen hatten zuvor nicht ausgeschlossen, dass sich der Sturm zu einem Hurrikan der höchsten Stärke 5 entwickeln, also Windgeschwindigkeiten von mehr als 250 Stundenkilometern erreichen könnte.

"Florence" droht mit "tödlichem Doppelschlag"

Den Prognosen zufolge wird der Hurrikan die gefährdeten Küstengebiete spätestens am frühen Freitagmorgen erreichen. Und dann droht eine gewaltige Katastrophe, den "Florence" wurde zwar inzwischen auf Kategorie 2 von 5 der Saffir-Simpson-Skala herabgestuft, doch die größte Gefahr, die von dem Hurrikan ausgeht, liegt nicht in seiner Stärke, sondern in den Sturmfluten und Überschwemmungen, die er auslöst, zitiert die US-Katastrophenschutzbehörde Fema. "Sturmfluten haben das größte Potenzial, die größte Zahl an Menschen zu töten. Und sie haben das größte Zerstörungspotenzial", hieß es dort. Die erwarteten Regenmassen zwischen 38 und 76 Zentimetern könnten ferner Flüsse über die Ufer treten lassen und Erdrutsche auslösen, warnte das Hurrikan-Zentrum.

Sehen Sie im Live-Tracker, wie sich "Florence" auf die US-Küste zubewegt: 

Bereitgestellt wird der Service von Windy.com. Die Macher nutzen für ihre Darstellungen und Vorhersagen das Modell vom "Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage".

Der Sturm könne extreme Schäden verursachen, berichtet auch die US-Nachrichtenseite "Axios".com. Er werde "einen tödlichen Doppelschlag landen aus Einwirkungen auf die Küste durch Sturmfluten und starke Winde und Überschwemmungen im Inland, die Farmen und Gemeinden zu einer scheinbaren Verlängerung des Atlantiks machen werden". Der Nationale Wetterdienst (NWS) bezeichne "Florence" als einzigartigen Sturm. "Ich kann das Potenzial dieses Sturmes für unglaubliche Schäden durch Wind, Sturmflut und Überschwemmungen im Landesinneren nicht genug betonen", zitiert "Axios" einen NWS-Meteorologen.

Hurrikan bringt enorme Mengen Wasser mit sich

Das ungewöhnliche an "Florence" sei die Vorhersage, dass der Hurrikan stehen bleiben werde, berichtet CNN unter Berufung auf die Fema. Dadurch würden enorme Mengen an über den betroffenen Regionen niedergehen. Große Teile von North und Sout Carolina seien aber bereits von Regen gesättigt und könnten kein weiteres Wasser mehr aufnehmen.

Erschwerend komme hinzu, dass "Florence" den Prognosen zufolge so weit im Norden auf Land treffen soll, wie kein Hurrikan der Kategorie vier jemals zuvor, schreibt CNN. Die Menschen dort seien an derart große Stürme nicht gewöhnt. Außerdem sei die Bevölkerung in den betroffenen Küstengebieten in den letzten Jahren stark angewachsen. "Viele der Menschen dort haben keine Vorstellung davon, was das Überspülen einer Insel mit einem Haus anrichtet, was der Wind deinem Haus antun kann und wie man sein Haus sichert", erklärte CNN-Meteorologe Chad Myers.

Donald Trump: "Spielt keine Spielchen mit ihm"

Den genauen Weg des Hurrikans konnten die Meteorologen aber wegen dessen ungewöhnlicher Kurve zunächst nicht bestimmen. Je nach Rechenmodell könnten sich in der Schneise des Wirbelsturms neben Hunderttausenden Wohnhäusern bis zu sechs Kernkraftwerke und mehrere Sondermülldeponien befinden. Anlass zur Sorge gebe es wegen der Kraftwerke derzeit nicht, versicherte die Fema.

Die Behörden und an ihrer Spitze Präsident Donald Trump forderten die Menschen in der Region am Mittwoch dennoch eindringlich dazu auf, den Anweisungen zur Räumung ihrer Häuser Folge zu leisten. "Spielt keine Spielchen mit ihm. Er ist groß", sagte Trump in einer Video-Botschaft über den Wirbelsturm.

Und der Leiter des Hurrikan-Zentrums, Ed Rappaport, mahnte: "Es wird ein Sturm werden, an den man sich erinnern wird. Ich hoffe, dass alle am Leben bleiben." 

mad, mit DPA / AFP / tis