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Japan und Indischer Ozean: Dutzende Menschen werden bei Erdbeben verletzt

Ein Erdbeben der Stärke 6,5 auf der Richterskala hat Teile von Japan erschüttert. Auch im Indischen Ozean bebte die Erde. Dutzende Menschen wurden verletzt, Autobahnen gesperrt und Atomreaktoren heruntergefahren.

Starke Erdbeben haben am Dienstag den Indischen Ozean und Teile Japans erschüttert. Vor den indischen Andamanen-Inseln wurden Erdstöße der Stärke 7,6 registriert. Die Behörden gaben vorübergehend eine Tsunami-Warnung für Indien, Birma, Indonesien, Thailand und Bangladesch heraus. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor. In Japan verzeichneten die Behörden rund 150 Kilometer südwestlich von Tokio Erdstöße der Stärke 6,5. Das Epizentrum des Bebens lag 20 Kilometer unter der Erdoberfläche in der Bucht von Suruga in der Präfektur Shizuoka. Die Behörden warnten angesichts vom Regen aufgeweichter Böden vor Erdrutschen und Überschwemmungen.

In Japan erschütterten die Erdstöße Häuser in Tokio und den angrenzenden Regionen. Dutzende von Menschen wurden verletzt. In einigen Geschäften im Raum der betroffenen Provinz Shizuoka stürzten Waren aus den Regalen, Mauern stürzten um und Teile von Straßenbelägen brachen weg. Autobahnabschnitte wurden für den Verkehr vorübergehend gesperrt, Mehrere Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszüge wurden angehalten. Der Reaktorbetreiber Chubu Electric Power stoppte den Betrieb im Atomkraftwerk Hamaoka, nachdem zwei Reaktoren infolge der Erdstöße automatisch heruntergefahren worden waren. In einer Getränkefabrik fielen Tausende von Flaschen um. Schwerwiegendere Schäden blieben TV-Berichten aber aus. Dem Sender NHK zufolge wurden mindestens 81 Menschen verletzt.

Angst vor einem Tsunami

Zwar wurde an der Küste erhöhter Wellengang beobachtet, eine zunächst ausgegebene Warnung vor einem Tsunami wurde jedoch später wieder aufgehoben. Nach Angaben der Meteorologischen Behörde lag das Zentrum des Bebens in rund 20 Kilometer Tiefe unter dem Meeresboden. Die Erschütterung werde jedoch diesmal nicht direkt zu dem befürchteten massive Erdbeben in der zentraljapanischen Region Tokai führen, mit dem in Japan irgendwann auf jeden Fall gerechnet wird.

Erdbeben sind relativ häufig in Japan, einer Region die im weltweiten Vergleich zu den seismisch aktivsten gehört. Rund 20 Prozent der weltweiten Erdbeben mit einer Stärke von sechs oder mehr werden in Japan registriert.

Beben vor den Andamanen hatte Stärke 7,6

Das Epizentrum des Bebens vor den Andamanen lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS in einer Tiefe von 33 Kilometern, 260 Kilometer nördlich von Port Blair, der Hauptstadt des zu Indien gehörenden Unionsterritoriums Andamanen und Nikobaren. Das Tsunami-Warnzentrum der US-Wetter- und Ozeanografiebehörde warnte zunächst vor einer zerstörerischen Riesenwelle entlang der Küsten in einer Entfernung von bis zu 1000 Kilometern vom Epizentrum, hob die Warnung später jedoch wieder auf. In einer Stellungnahme der Behörde hieß es, Messungen des Meeresspiegels deuteten darauf hin, dass kein bedeutender Tsunami entstanden sei. Auch das Tsunami-Warnzentrum in Südindien erklärte, die Gefahr eines Tsunamis sei gering.

"Wir sind alle so schnell wie möglich nach draußen gerannt und aus Furcht vor einem weiteren Beben nicht wieder hineingegangen", sagte Subhasis Paul, der auf der Insel Diglipur im Norden der Andamanen einen Laden betreibt, der Nachrichtenagentur Reuters per Telefon. Die Andamanen liegen Hunderte Kilometer östlich von Indien.

Erdstöße der Stärke 7,6 werden von der US-Erdbebenwarte UGS als größeres Beben eingestuft und können umfassende und schwere Schäden anrichten. 2004 hatte ein massives Beben im Indischen Ozean einen Tsunami ausgelöst, der rund 228.000 Menschen das Leben kostete, die meisten davon in der indonesischen Provinz Aceh an der nördlichen Spitze der Insel Sumatra.

Reuters/DPA/AP / AP / DPA / Reuters