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Tragödie in Moskau: So erklärt der Pilot die katastrophale Notlandung

Nach 25 Minuten in der Luft musste eine Maschine der Fluggesellschaft Aeroflot umkehren und in Moskau notlanden. Auf dem Rollfeld ging der Jet in Flammen auf. Der Pilot beteuert, alles richtig gemacht zu haben.

Am Moskauer Flughafen Scheremetjewo ging eine Aeroflot-Maschine bei der Notlandung auf dem Rollfeld in Flammen auf

Am Moskauer Flughafen Scheremetjewo ging eine Aeroflot-Maschine bei der Notlandung auf dem Rollfeld in Flammen auf

AFP

Bei dem schweren Flugzeugunglück in Moskau sind am Sonntag 41 Menschen ums Leben gekommen. Nach einer Notlandung ging eine Maschine der Fluggesellschaft Aeroflot auf dem Rollfeld in Flammen auf. Während die Ermittler nach der genauen Unfallursache suchen, erklärte der Pilot des verunglückten Jets in einem ersten Statement, wie es aus seiner Sicht zu der Katastrophe gekommen ist. "Der Start erfolgte um 18.02 Uhr. Aufgrund eines Blitzes verloren wir die Funkverbindung. Das Flugzeug ging in den direkten Steuerungsmodus über. Die Steuerung erfolgte also nicht über den Computer, sondern manuell", berichtete Denis Ewdokimow in einem Gespräch mit der Zeitung "Komsomolskaja Prawda". 

Die Kommunikation mit der Funkstation habe nur über die die Notfallfrequenz wiederhergestellt werden können. Immer wieder sei sie abgebrochen. "Wir konnten lediglich ein paar Worte wechseln, dann verschwand die Verbindung wieder." 

Den Fluglotsen sei es trotzdem gelungen, den Kurs zur Notlandung durchzugeben. "Die Geschwindigkeit war für eine Landung gering, normal. Wir näherten uns dem Boden reibungslos und mit abnehmender vertikaler Geschwindigkeit", beteuerte der Pilot. "Nach einem Stopp haben wir eine Notevakuierung eingeleitet. Zuerst verließ der Copilot das Cockpit, dann ich." Das Feuer sei erst nach der Landung ausgebrochen. "Die vollen Treibstofftanks waren wohl die Ursache", so Ewdokimow.

Auch Kriminalbeamte ermitteln

Die Darstellung des Kapitäns deckt sich mit den ersten Erkenntnissen der Ermittler, wonach der voll befüllte Treibstofftank zu der Katastrophe geführt hat. Auch der Luftfahrtexperte und Pilot Andrei Litwinow hält seine Aussage für logisch. "Das Flugzeug startete mit vollen Tanks, nach 25 Minuten in der Luft war praktisch noch nichts von dem Treibstoff verbraucht. Also erfolgte die Landung mit einem Übergewicht", zitiert ihn "Komsomolskaja Prawda". "Es gibt einen entsprechenden Leitfaden für solche Landungen. Dieser wird immer vor dem Start besprochen. In diesem Fall war die Landung jedoch hart, in der Folge gab es ein Feuer am Boden."

Experten der Flugaufsichtsbehörde sollen nun klären, ob die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten worden sind. Auch Kriminalbeamte sind im Einsatz, erklärte die Behörde. Es werde in mehrere Richtungen ermittelt, versicherte Swetlana Petrenko vom staatlichen Ermittlungskomitee. "Klare Ergebnisse zu den Gründen und Umständen des Flugunglücks werden nach allumfänglichen Untersuchungen auf Grundlage der Ermittlungsdaten vorgelegt", sagte sie. Unter anderem werden die beiden Flugschreiber der verunglückten Maschine ausgewertet. Beide seien im Wrack entdeckt worden, hieß es am Montag aus Sicherheitskreisen der Agentur Interfax zufolge. Das russische Zwischenstaatliche Luftverkehrskomitee (MAK) kümmere sich um die Auswertung, die jedoch mehrere Tage dauern könne. 

ivi