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Der Tag im Ticker Zwei Tote in Baden-Württemberg auf offener Straße

In Leinfelden-Echterdingen im Kreis Esslingen stehen Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdiensten vor einem Haus
In Leinfelden-Echterdingen im Kreis Esslingen stehen Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdiensten an einem Tatort. Hier sind am Sonntagnachmittag zwei Menschen getötet worden.
© SDMG/Friebe/DPA
+++ Neuer Weltrekord auf der Triathlon Langdistanz für Jan Frodeno +++ Stuttgarter Corbusier-Häuser zum Weltkulturerbe ernannt +++ Arjen Robben erneut verletzt ++++ Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker.

Die Nachrichten des Tages im Überblick.

+++ 18.52 Uhr: Zwei Tote in Baden-Württemberg auf offener Straße +++

Bei einem Gewaltverbrechen auf offener Straße sind am Sonntag in Leinfelden-Echterdingen in Baden-Württemberg zwei Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Polizei handelt es sich um eine jüngere Frau und einen Mann. "Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar", sagte ein Polizeisprecher. Die Beamten schließen aber eine Beziehungs- oder eine Milieutat nicht aus.

Zeugen hätten ausgesagt, dass die Frau aus Richtung eines Bordells gekommen sei und von dem Mann verfolgt wurde. Nach ersten Erkenntnissen spreche vieles dafür, dass der Mann die Frau mit einem Messer angegriffen und dann sich selbst getötet habe. "Es gibt keine Hinweise auf eine dritte Person", so die Polizei. Die Identität der beiden stand zunächst nicht fest. Weitere Einzelheiten konnte die Polizei zunächst nicht nennen. Um 16.12 Uhr sei ein Notruf eingegangen. Die Beamten wollten am Abend Einzelheiten mitteilen.

+++ 17.27 Uhr: Schüsse auf Polizisten in den USA - drei Tote +++

Bei einer Schießerei in der US-Stadt Baton Rouge (Bundesstaat Louisiana) sind am Sonntag drei Polizisten getötet worden. Das sagte Bürgermeister Kip Holden dem Sender MSNBC. Nach weiteren unbestätigten Berichten sollen bis zu sieben weitere Polizeibeamte teils schwer verletzt worden sein. Ob es einen Zusammenhang mit den jüngsten Protesten gegen Polizeigewalt gibt, konnte Holden zunächst nicht sagen.

Andere Medien berichteten von zwei Opfern. Mehrere weitere Beamte seien "am Boden", hieß es am Sonntag unter Berufung auf eine städtische Sprecherin. Die Verletzten befänden sich in einem "äußerst schlechten Zustand", berichtete der lokale Fernsehsender WAFB. Ein Sprecher der Polizei von Baton Rouge sagte dem Sender: "Mehrere Beamte sind von Schüssen getroffen worden."

+++ 14.45 Uhr: Frodeno schafft Triathlon-Weltrekord über die Langdistanz +++

Ironman-Weltmeister Jan Frodeno hat einen Weltrekord über die Triathlon-Langdistanz aufgestellt. Der 34-Jährige benötigte am Sonntag bei der Challlenge Roth für die Strecke von 3,86 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42,195 Kilometern Laufen 7:35:39 Stunden. Er verbesserte damit die Weltbestzeit von Andreas Raelert um fast sechs Minuten. Der Rostocker hatte 2011 ebenfalls in Roth in 7:41:33 Stunden gewonnen.

"Die Schmerzen gehen auf und ab in meinem ganzen Körper. Es war ein harter, harter Weg. Ich werde heute Nacht auf jeden Fall gut schlafen", sagte Frodeno. Er war völlig ausgepumpt im Triathlon-Stadion der mittelfränkischen Stadt. Frodeno hatte vor dem Rennen angekündigt, die Zeit von Raelert anzugreifen - und er hielt Wort. Schon beim Schwimmen im Main-Donau-Kanal setzte sich der Olympiasieger von 2008 von seinem schärfsten Rivalen Frommhold ab. Angefeuert von geschätzt weit mehr als 200.000 Zuschauern baute er seinen Vorsprung auf dem Rad aus. 

Zwei Schrecksekunden gab es für Frodeno auf dem Rad. Bei Kilometer 120 stürzte er. Körper und Material überstanden den Vorfall aber unbeschadet. Dann, kurz vor dem Wechsel zum Laufen, hätte ihn beinahe ein unachtsamer Autofahrer erwischt. Frodeno konnte gerade noch ausweichen. Er ließ sich durch die beiden Zwischenfälle nicht aus dem Konzept bringen und sicherte sich im abschließenden Marathon den Weltrekord

+++ 13.30 Uhr: Zweijähriger reißt aus - mit seinem Spielzeugschwert +++

Mit Schnuller und Spielzeugschwert bewaffnet hat ein zwei Jahre alter Junge einen nächtlichen Streifzug durch das bayerische Arnstein gemacht. Dem Jungen sei es in der Nacht zum Samstag gelungen, die Tür seines Elternhauses zu öffnen, berichtete die Polizei am Sonntag. Auf dem Weg in die Innenstadt entdeckte gegen kurz vor 6.00 Uhr eine 58-Jährige das Kind und rief die Polizei. Über die Beamten sei der Junge "sichtlich begeistert" gewesen, teilten diese mit. Sie übergaben den Sohn unversehrt der erleichterten Mutter.

+++ 12.42 Uhr: Zwei Deutsche in Tiroler Bergen vermisst +++

Die Suchaktionen für zwei deutsche Wanderer in Tirol sind wegen schlechter Wetterbedingungen vorerst eingestellt worden. Ein 25-Jähriger und ein 76-Jähriger werden unabhängig voneinander vermisst, wie die Polizei am Wochenende bestätigte. Es gäbe 30 Zentimeter Neuschnee, der Personen oder Spuren verdecken könne, sagte Einsatzleiter Andreas Prinz am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Außerdem sei das Suchgebiet zu groß, um es lückenlos zu durchkämmen.

Der jüngere Mann war im bayerischen Oberstdorf zu einer Wanderung Richtung Süden aufgebrochen. Er wurde nach Angaben der Ermittler wahrscheinlich zuletzt zwischen dem 28. Juni und 3. Juli bei der Landsberger Hütte in Tirol gesehen. Der 76-Jährige war im Karwendelgebirge unterwegs und kehrte nicht wie geplant bis Mittwoch nach Hause zurück. Zur genauen Herkunft der beiden Männer machten die Behörden keine Angaben.

Die Suche mit Hubschraubern wurde vorerst eingestellt. Bei neuen Hinweisen und Wetterbesserung sind jedoch weitere Einsätze möglich. Alpinpolizist Walter Schimpfössl warnte vor Solo-Wanderungen, die bei Verletzungen oder Schlechtwetter eine dramatische Wendung nehmen können. "Allein ist man relativ hilflos", sagte er.

+++ 11.23 Uhr: Robben fällt mindestens sechs Wochen aus +++

Der FC Bayern München muss beim Saisonstart in die Fußball-Bundesliga wohl auf Arjen Robben verzichten. Der Niederländer zog sich beim 4:3-Sieg im Testspiel gegen Lippstadt am Samstag "eine Muskelverletzung im Bereich der rechten Adduktoren zu", teilten die Münchner am Sonntag mit. Robben werde "voraussichtlich sechs Wochen ausfallen", hieß es weiter. Am 26. August erwarten die Bayern im Auftaktspiel der neuen Bundesliga-Saison Werder Bremen. Der 32 Jahre alte Robben war nach einer langwierigen Adduktorenverletzung gerade erst wieder in das Mannschaftstraining zurückgekehrt. Sein bislang letztes Pflichtspiel bestritt Robben Anfang März.

+++ 11.02 Uhr: Corbusier-Häuser zum Weltkulturerbe ernannt +++

Nach zwei vergeblichen Anläufen sind zwei Häuser der Stuttgarter Weissenhofsiedlung des Stararchitekten Le Corbusier zum Weltkulturerbe ernannt worden. Die Unesco nahm am Sonntag in Istanbul Bauten Le Corbusiers in sieben Ländern auf die Liste des Welterbes auf, wie die Kulturorganisation der Vereinten Nationen mitteilte. Ursprünglich sollte die Entscheidung bereits am Samstag fallen. Das Welterbekomitee hatte seine Sitzung aber wegen des Putschversuchs in der Türkei unterbrochen.

Der internationale Antrag für die Aufnahme der Le-Corbusier-Bauten war zuvor zweimal abgelehnt worden. An der überarbeiteten Form haben sich jetzt sieben Staaten von drei Kontinenten beteiligt. Neben Deutschland waren das Argentinien, Belgien, Frankreich, Indien, Japan und die Schweiz. Der Antrag betonte die herausragende Bedeutung Le Corbusiers für die Architektur des 20. Jahrhunderts. Das Werk sei Zeugnis der Globalisierung der Moderne, hieß es.

Am Freitag hatte die Unesco mehrere Stätten aus Europa und Asien zum Weltkulturerbe erklärt, darunter das antike Philippi in Griechenland.

+++ 10.15 Uhr: Zwei weitere Festnahmen nach Attentat in Nizza +++

Nach dem Anschlag von Nizza hat die Polizei zwei weitere Festnahmen bekanntgegeben. Eine Frau und ein Mann mit Verbindungen zu dem Attentäter seien gefasst worden, verlautete am Sonntag aus Justizkreisen. Wegen des Attentats von Donnerstagabend mit 84 Toten sind bereits fünf weitere Menschen in Gewahrsam, darunter die Ex-Frau des Täters. Sie gaben laut Polizeikreisen an, dass dieser sich erst "kürzlich" radikalisiert habe.

Der 31-jährige Tunesier Mohamed Lahouaiej-Bouhlel hatte kurz nach dem Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag auf der Strandpromenade einen Lastwagen in die Menschenmenge gelenkt und dabei mindestens 84 Menschen getötet und rund 300 weitere zum Teil lebensgefährlich verletzt. Polizisten erschossen den Mann erst nach knapp zwei Kilometern. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) behauptete am Samstag, Lahouaiej-Bouhlel sei einer ihrer "Soldaten" gewesen.

Wie am Sonntag aus Ermittlerkreisen verlautete, sollen mehrere Zeugen der Polizei bestätigt haben, dass der Attentäter religiös gewesen sei. Frankreichs Premierminister Manuel Valls hatte der Sonntagszeitung "Journal du Dimanche" gesagt, bei den bisherigen Ermittlungen sei herausgekommen, "dass sich der Attentäter sehr schnell radikalisiert hat". Er war den französischen Geheimdiensten nicht als Islamist bekannt gewesen, sondern trat lediglich im Zusammenhang mit Kleinkriminalität in Erscheinung und galt zudem als gewalttätig und depressiv. Zugleich wurde bekannt, dass der Attentäter Mohamed Lahouaiej-Bouhlel den Tatort an der Promenade des Anglais am 12. und 13. Juli ausgekundschaftet habe.

+++ 09.25 Uhr: Wal an der argentinischer Küste in letzter Sekunde gerettet +++

An der argentinischen Küste haben Helfer einen gestrandeten Wal gerettet. Das etwa 15 Meter lange und fast zehn Tonnen schwere Säugetier war gut 24 Stunden zuvor am Strand von Mar del Tuyu angespült worden. Mit vereinten Kräften gelang es Mitgliedern von Küstenwache, Zivilischutz, Feuerwehr und Angestellten des nahegelegenen Aquazoos Mundo Marino, den Buckelwal wieder ins Wasser zu hieven, wie die örtliche Presse berichtete.

Zuletzt hatte der Wal Anzeichen von Erschöpfung gezeigt. Mit der kommenden Flut konnte das Tier jedoch gerade noch rechtzeitig ins Meer bugsiert werden. Dutzende Menschen beobachteten die Rettungsaktion, während eine Gruppe Taucher Kälte und Strömungen trotzte, um mit anzupacken. Im Fernsehen waren Bilder von dem Einsatz zu sehen. Mundo Marino liegt etwa 320 Kilometer südlich von Buenos Aires.

+++ 08.15 Uhr: Brasilianische Sicherheitskräfte trainieren für Anti-Terror-Einsätze +++

Knapp drei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro haben brasilianische Sicherheitskräfte bei einer großangelegten Anti-Terror-Übung den Ernstfall geprobt. Am Bahnhof Deodoro im Norden Rios trainierten Soldaten am Samstag das Vorgehen bei einem Anschlag: Zwei vermeintliche Terroristen lösten eine Explosion aus, ein Dutzend Soldaten griff ein. Eine Spezialeinheit traf schließlich mit Hubschraubern ein und stürmte den Zug.

Die Olympischen Sommerspiele finden vom 5. bis 21. August in Rio de Janeiro statt. Deodoro ist einer der vier Austragungsorte, neben Maracana, Copacabana und Barra da Tijuca. Der Leiter der Anti-Terror-Einheit der Armee, General Mauro Sinott, bezeichnete die Übung als "sehr nützlich". Der Einsatzleiter für die Sicherheit der Spiele, Cristiano Barbosa Sampaio, betonte, dass es bisher keine konkrete Bedrohung gegen Brasilien gebe. Trotzdem seien die Sicherheitskräfte in erhöhter Alarmbereitschaft.

Bei dem Großereignis sollen nach bisherigen Planungen 47.000 Polizisten und 38.000 Soldaten eingesetzt werden, um Sportler und Zuschauer zu schützen. Zu den Spielen werden rund eine halbe Million Touristen erwartet. Am Freitag hatte die brasilianische Regierung angekündigt, nach dem Anschlag von Nizza die Sicherheitsvorkehrungen für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro nochmals zu verschärfen.

+++ 07.40 Uhr: Anführer von Drogenschmuggler-Ring in Kolumbien gefasst +++

Ein führendes Mitglied eines der größten internationalen Drogenschmuggler-Ringe ist in Kolumbien gefasst worden. José Esteyman Poveda alias "Provenzano" sei beim Einsatz einer Anti-Drogen-Spezialeinheit in Zusammenarbeit mit Interpol in dem Viertel Lijaca im Norden der Hauptstadt Bogotá gefangen worden, erklärte die Polizei. Poveda müsse sich wegen Drogenschmuggels in den Departamentos Cundinamarca und Meta verantworten. Außerdem würden dem Verdächtigen "internationale Bündnisse (mit Schmugglern) in Bolivien und Brasilien und die Kontrolle von Kokain-Schmugglerrouten" zur Last gelegt, hieß es weiter. Auch Brasilien will Poveda vor Gericht stellen und hat einen Auslieferungsantrag gestellt.

Poveda war den Angaben zufolge Mitglied des so genannten Golf Clans, der Organisation des Drogenbosses Daniel Barrera alias "El Loco Barrera". Dieser wurde 2013 an die USA ausgeliefert. Der Golf Clan ist auch bekannt als Autodefensas Gaitanistas de Colombia (AGC) und kam auf, als paramilitärische Gruppen unter der Regierung von Präsident Álvaro Uribe zwischen 2003 und 2006 aufgelöst wurden. Dieser Prozess führte teilweise zur Gründung neuer Gangs. Der Golf Clan wird von den Behörden für den Schmuggel von hunderten Tonnen von Kokain ins Ausland verantwortlich gemacht. Kolumbien ist der weltgrößte Produzent von Kokain. 2015 wurden geschätzt mehr als 645 Tonnen der Droge produziert, wie aus einem Bericht des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hervorgeht.

+++ 06.10 Uhr: Polizei verwechselt Junggesellenabschied mit Entführung +++

Ein filmreif inszenierter Junggesellenabschied hat in Baden-Württemberg einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Aus seinem Wohnmobil hatte ein Mann am Samstagabend beobachtet, wie vier maskierte Männer aus einem Geländewagen stiegen. In ihrer Mitte stand ein fünfter Mann, der keine Sturmhaube trug. Auf einmal krachten Schüsse, mit einer Pistole feuerte ein Maskierter zwei Mal in den Boden. Dann stiegen die vermeintlichen "Entführer" mit ihrem "Opfer" in das silberne Fahrzeug und rasten mit quietschenden Reifen davon.

Vom Mann aus dem Wohnmobil alarmiert, sicherten Polizisten auf einem Parkplatz in Rheinstetten Spuren. Die Beamten fanden Patronenhülsen einer Schreckschusswaffe und lösten sofort eine größere Fahndung aus. Erst drei Stunden später stand fest: Die Entführung gehörte zu einem Junggesellenabschied mit Actioneinlage. Die Beteiligten mussten ihre Sturmhauben und die Waffe bei der Polizei abgeben. Zudem werde nun geprüft, ob sie den Polizeieinsatz bezahlen müssen.

vim DPA AFP

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