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+++ News des Tages +++: Spaniens Sozialistenchef zurückgetreten - Weg für Regierung frei?

+++ Spaniens Chef der Sozialisten, Pedro Sánchez, tritt zurück +++ EU-Beitritt der Türkei - Erdogan verlangt Entscheidung +++ Schottischer Boxer stirbt nach Kampf +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker.

Pedro Sanchez

Pedro Sanchez, zurückgetretener Chef der spanischen Sozialisten

Die News des Tages im Überblick:

+++ 21.16 Uhr: Spaniens Sozialistenchef zurückgetreten - Weg für Regierung frei? +++

Der Chef der spanischen Sozialisten, Pedro Sánchez, ist zurückgetreten. Hintergrund ist ein innerparteilicher Streit, ob die Sozialisten eine konservative Regierung tolerieren sollen oder nicht. Bei einem Treffen des Bundeskomitees der Partei habe ihm die Mehrheit die Unterstützung entzogen. Sanchez ist strikt gegen die Duldung einer Rechts-Regierung und blockiert seit neun Monaten eine neue Amtszeit des geschäftsführenden Ministerpräsidenten Mariano Rajoy von den Konservativen.

+++ 20.14 Uhr: Tausende Polen demonstrieren gegen komplettes Verbot von Abtreibung +++

Tausende schwarzgekleidete Polen haben am Samstag vor dem Parlament in Warschau gegen einen Gesetzesentwurf zum vollständigen Verbot von Abtreibung demonstriert. "Stoppt die Fanatiker an der Macht", stand auf Plakaten der Demonstranten, die auch schwarze Fahnen schwenkten. "Wir brauchen Behandlung durch Ärzte, nicht durch den Vatikan" und "Wir wollen Ärzte, nicht Polizisten", hieß es auf anderen Plakaten. Aufgerufen zu den Protesten hatte das Komitee "Rettet die Frauen".

Auf Initiative des Bürgerkomitees "Stoppt Abtreibung" war vergangene Woche im Parlament ein Gesetzesentwurf für ein praktisch vollständiges Verbot von Abtreibung eingebracht worden. Schwangerschaftsabbrüche sollen künftig nur noch erlaubt sein, wenn das Leben der Schwangeren unmittelbar bedroht ist. Im Parlament, das von der regierenden nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) beherrscht wird, steht eine große Mehrheit hinter der Initiative.

+++ 17.27 Uhr: Erdogan fordert von EU-Staaten Entscheidung über Beitritt der Türkei +++

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die EU-Staaten mit scharfen Worten aufgefordert, abschließend über den Beitritt seines Landes zu entscheiden. "Wenn die EU die Türkei als vollwertiges Mitglied aufnehmen will, sind wir bereit. Doch sie sollten wissen, dass wir ans Ende unserer Geduld gelangt sind", sagte Erdogan am Samstag in einer im Fernsehen übertragenen Rede zur Eröffnung der Parlamentssaison in Ankara.

"Es ist nicht nötig, darum herum zu reden oder sich in diplomatischen Verrenkungen zu ergehen", sagte Erdogan. "Es ist ihre Entscheidung, den Weg mit oder ohne die Türkei fortzusetzen." Der EU-Beitrittsprozess war in den 60er Jahren begonnen worden, 2005 wurden offizielle Beitrittsgespräche eröffnet. "Die Haltung Europas ist die von jemandem, der seine der Türkei gemachten Versprechen nicht halten will", kritisierte der Präsident.

+++ 16.34 Uhr: Afghanischer Armeehubschrauber erschießt eigene Soldaten +++

In Afghanistan sind fünf Soldaten und ein Polizist durch den Luftangriff eines Armeehubschraubers getötet worden. Ein Soldat am Boden im Bezirk Bala Bolok gab dem Helikopter Freitagnacht falsche Koordinaten durch, wie am Samstag ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte. Drei weitere Sicherheitskräfte seien verletzt worden. Medienberichte, denen zufolge die USA den Luftschlag ausgeführt haben könnten, wies die NATO am Samstag auf Twitter zurück.

Bei einem US-Luftschlag im September im Süden des Landes waren acht Sicherheitskräfte getötet worden. Ihr getroffener Kontrollposten in der Provinz Urusgan lag laut Polizeiangaben rund 800 Meter entfernt von einer Taliban-Stellung. 

+++ 14.20 Uhr: Französische Behörde adressiert Steuerforderung an Friedhof +++

Zwei Dinge auf Erden sind sicher - die Steuern und der Tod: Eine französische Behörde hat beides nun kombiniert und eine Steuerforderung an das Grab einer Verstorbenen adressiert. Wie die Gemeindeverwaltung von Sarzeau in der Bretagne am Samstag mitteilte, ging bei ihr ein Schreiben des Finanzamtes ein, das an eine tote Einwohnerin gerichtet war und als Adresse "Grab 24, Reihe E, Friedhofsweg" trug.

Wie der Kämmerer der Stadt der Zeitung "Ouest France" sagte, handelte es sich um eine Grundsteuer-Forderung. Er vermute, dass einer der Erben der Verstorbenen die Adresse bei den Behörden angegeben habe, "weil er die Grundsteuer nicht zahlen wollte".

+++ 12.23 Uhr: Schottischer Boxer stirbt nach Kampf +++

Der schottische Boxer Mike Towell ist am Freitagabend nach einem Kampf in Glasgow an seinen schweren Kopfverletzungen gestorben. Der 25 Jahre alte Weltergewichtler war nach seiner Fünfrunden-Niederlage am Donnerstag auf einer Trage aus dem Ring und dann in ein Krankenhaus gebracht worden, dort starb er tags darauf an einer schweren Gehirnblutung und -schwellung. Das teilte Towells St. Andrews Sporting Club am Samstagmorgen mit.

Mike Towell habe schon wochenlang über Kopfschmerzen geklagt, teilte seine Freundin auf Facebook mit. Sie habe aber vermutet, dies sei eine stressbedingte Migräne. "Alle meine Gedanken sind bei Mike und seiner Familie", sagte sein Gegner Dale Evans. Towell sei ein "wahrer Kämpfer".


+++ 11.19 Uhr: US-Verteidigungsminister Carter kritisiert Dutertes Hitler-Vergleich +++

US-Verteidigungsminister Ashton Carter hat die jüngsten verbalen Entgleisungen des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte verurteilt. Er halte den Vergleich des Anti-Drogen-Kampfes auf den Philippinen mit dem NS-Massenmord an den Juden für "zutiefst verstörend", sagte Carter am Freitag. Der Pentagonchef äußerte sich am Rande eines Treffens mit Verteidigungsministern Südostasiens auf Hawaii, an dem auch die Philippinen teilnahmen. 

Duterte hatte vor Journalisten gesagt, Hitler habe "drei Millionen Juden massakriert". Derzeit gebe es drei Millionen Drogenabhängige auf den Philippinen, fuhr Duterte fort. "Ich wäre froh, sie abzuschlachten." Statt von sechs Millionen Juden, die von den Nazis ermordet worden waren, sprach der 71-jährige Staatschef dabei von drei Millionen Todesopfern.

Duterte relativierte seine Aussagen mittlerweile. Der Präsident habe den Tod von sechs Millionen Juden im Holocaust nicht herabwürdigen wollen, sagte sein Sprecher Ernesto Abella. Duterte habe mit seiner Äußerung auf sein Image als "Massenmörder" angespielt. Er lehne es aber ab, mit Hitler verglichen zu werden. Gleichzeitig bekräftigte Abella die Kernaussage Dutertes, wonach er bereit sei, drei Millionen Menschen im Anti-Drogen-Kampf zu töten.

+++ 09.57 Uhr: Moskau bestellt nach MH-17-Bericht niederländischen Botschafter ein +++

Russland versucht an diplomatischer Front weiter, eine Verantwortung für den MH17-Abschuss mit 298 Toten über der Ostukraine zurückzuweisen. Für Montag bestellte das russische Außenministerium den niederländischen Botschafter ein. Russland wolle damit sein Missfallen über die Arbeit der internationalen Ermittlergruppe zum Abschuss der Boeing der Malaysia Airlines ausdrücken, sagte die Ministeriumssprecherin Maria Sarachowa in Moskau.

Die Ermittler unter niederländischer Führung hatten am Mittwoch Beweise vorgelegt, dass die Maschine 2014 von einer Boden-Luft-Rakete aus einem Buk-Flugabwehrsystem der russischen Armee getroffen worden war. Das Geschütz sei kurzzeitig in die Ukraine und dann zurück nach Russland gebracht worden. Sacharowa beklagte erneut, von Russland vorgelegte Daten würden nicht berücksichtigt. 

+++ 08.40 Uhr: Polizei veröffentlicht Videos von tödlichem Einsatz in Kalifornien +++

Nach tagelangen Protesten gegen den Tod eines Schwarzen durch Polizeischüsse in Kalifornien hat die Polizei am Freitag Videoaufnahmen von dem Vorfall veröffentlicht. Auf den Bildern eines Handys und einer Überwachungskamera ist die Tötung des 38-jährigen Alfred Olango auf einem Parkplatz in El Cajon, einem Vorort von San Diego, zu sehen. Die Polizei will mit der Veröffentlichung "Falschinformationen" über den tödlichen Polizeieinsatz widerlegen, wie Polizeichef Jeff Davis sagte.

+++ 08.26 Uhr: Söder fordert Leistungskürzungen bei Flüchtlingen +++

Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) verlangt Leistungskürzungen bei der Versorgung von Flüchtlingen. "Die Flüchtlingskosten können doch nicht so bleiben", sagte Söder dem Nachrichtenmagazin "Focus". Es führe "zu sozialen Verwerfungen, wenn der Staat zum Beispiel im Monat 5000 bis 6000 Euro für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge ausgeben muss und viele Frauen in Deutschland am Ende eines langen Arbeitslebens nicht ansatzweise Rente in dieser Höhe bekommen". Da müssten Maß und Mitte gefunden werden.

Das gelte auch für Leistungen der Sozialversicherung, sagte Söder: "Warum steigen heute Gesundheitskosten? Nicht zuletzt wegen der zusätzlichen Herausforderungen durch die Migration. Vor allem, weil einige Bundesländer die Gesundheitskarte für Asylbewerber einführen. Alles, was medizinisch unbedingt notwendig ist, sollen Asylbewerber natürlich bekommen. Es braucht aber ein faires Verhältnis von Leistung und Gegenleistung." Es sei ungerecht, jemandem, der noch nie einen Cent in die Sozialkassen einbezahlt hat, alle sozialen Leistungen zukommen zu lassen. "Fairer wäre es, dass man erst einmal eine Weile einzahlen muss."

+++ 07.34 Uhr: Hillary Clinton holt nach TV-Duell auf +++

US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton hat nach ihrem starken Auftritt beim ersten TV-Duell gegen ihren Rivalen Donald Trump in Umfragen aufgeholt. Laut einer am Freitag veröffentlichten Umfrage für den Fernsehsender Fox News kommt Clinton auf 43 Prozent, Trump kommt auf 40 Prozent. Vor einer Woche hatte Clinton in derselben Umfrage nur einen Prozentpunkt vor Trump gelegen.

Auch in anderen Umfragen hatten die Demokratin und der Republikaner vor dem Fernsehduell nahezu gleichauf gelegen. Nach der Debatte am Montag, die Clinton nach überwiegender Einschätzung gewonnen hatte, liegt die Demokratin nun auch in einigen entscheidenden Bundesstaaten wie Florida in Umfragen wieder vorne. In Michigan liegt sie laut einer Erhebung für Detroit News-WDIV-TV sogar sieben Prozentpunkte vor Trump.

+++ 03.34 Uhr: Einheitsfeiern in Dresden starten +++

 Zu Beginn der zentralen Feiern zum Tag der deutschen Einheit bleibt die Lage an diesem Samstag in Dresden angespannt. Angesichts der Angst vor Terror und möglicherweise gewaltsamen Protesten starten die Feiern in der sächsischen Landeshauptstadt unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen (11.00 Uhr). Drei Tage lang gibt es ein Bürgerfest und viele weitere Veranstaltungen. Am Montag, dem eigentlichen Feiertag, werden auch Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Dresden erwartet. Die Stadt rechnet pro Tag mit jeweils 250 000 Besuchern

Überschattet sind die Feierlichkeiten von zwei Sprengstoffanschlägen am vergangenen Montag sowie einer am Donnerstag in der Stadt gefundenen Bombenattrappe. 2600 Beamte sind in Uniform oder zivil unterwegs. 1400 schwere Betonsteine sollen einen Anschlag mit einem Fahrzeug wie im Juli in Nizza verhindern.

+++ 00.42 Uhr: Merkel verteidigt Flüchtlingspolitik

Angela Merkel (CDU) hat ihre seit Sommer vergangenen Jahres verfolgte Flüchtlingspolitik als stringent verteidigt. "Ich habe meine Politik nicht geändert, sondern Politik gemacht", sagte sie der "Sächsischen Zeitung" vom Samstag. Ein Kurswechsel sei weder nötig, noch bereits vollzogen worden: "Ich sehe keinen Kurswechsel, sondern eine in sich schlüssige Arbeit seit vielen, vielen Monaten", sagte die Kanzlerin.

Merkel hatte sich kürzlich als Reaktion auf das schlechte Abschneiden der CDU bei mehreren Landtagswahlen selbstkritisch zu ihrer Politik geäußert. So sagte sie, sie wolle ihre Flüchtlingspolitik künftig besser erklären. Zudem räumte sie Versäumnisse und einen zeitweiligen Kontrollverlust in der Flüchtlingskrise ein. Besonders die CSU dringt aber auf einen Kurswechsel und fordert eine Obergrenze für die Aufnahme von Schutzsuchenden.

cf/amt / DPA / AFP