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Tag im Ticker Islamistische Rebellen verkünden Durchbruch im belagerten Aleppo


Baby in Berlin ausgesetzt +++ Feuer auf La Palma breitet sich langsamer aus +++ Hund überlebt 45-Meter-Sturz +++ Drei Tote bei Unfall auf der A3 +++ Hochwasser in Bayern geht zurück +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Überblick.

+++ 18.40 Uhr: Islamistische Rebellen verkünden Durchbruch im belagerten Aleppo +++

Mehrere syrische Rebellengruppen haben nach eigenen Angaben die Belagerung von Aleppo durchbrochen. Rebellen seien im Südwesten der früheren Metropole vorgerückt und hätten sich mit Kämpfern aus dem eingekesselten Ostteil der Stadt zusammengetan. "Das beweist, dass wir die Belagerung durchbrochen haben", sagte ein Kommandant des früheren Al-Kaida-Ablegers Dschabhat Fatah al-Scham der dpa am Samstag.

"Die Belagerung unserer Leute wurde gebrochen", schrieb auch ein Sprecher der Gruppe Ahrar al-Scham auf Twitter. Es ist eine der größten Rebellengruppen, die an der Erstürmung Aleppos beteiligt ist.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte konnte das Ende der Belagerung zunächst noch nicht bestätigen.  

+++ 15.26 Uhr: Londoner Messerstecher wegen Mordes angeklagt +++

Nach der tödlichen Messerattacke im Zentrum Londons ist der mutmaßliche Täter wegen Mordes angeklagt worden. Am Samstag erschien der 19-jährige Zakaria Bulhan zu einer ersten Anhörung vor Gericht. Während der kurzen Befragung bestätigte er seine Identität. Der Richter trug die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen vor, anschließend wurde der somalischstämmige Norweger wieder ins Gefängnis gebracht.

Dem 19-Jährigen wird die Ermordung einer 64-jährigen US-Bürgerin sowie versuchter Mord in fünf weiteren Fällen zur Last gelegt. Für Dienstag ist eine weitere Anhörung geplant, diesmal vor dem Londoner Strafgerichtshof Old Bailey.

Bulhan war am Mittwochabend am Russell Square, einem begrünten Platz in der Londoner Innenstadt, mit einem Messer auf Passanten losgegangen. Die US-Touristin starb noch am Tatort. Die anderen Verletzten waren nach Angaben der Polizei britischer, australischer, israelischer und US-amerikanischer Nationalität. Den Ermittlern zufolge gibt es keine Hinweise auf eine Radikalisierung oder terroristische Motive des jungen Mannes. Laut Polizei leidet der 19-Jährige unter psychischen Problemen.

+++ 15.12 Uhr: Baby in Berlin ausgesetzt +++

Die Bewohner eines Einfamilienhauses in Berlin-Pankow haben am frühen Samstagmorgen ein ausgesetztes Baby auf den Stufen ihres Hauses gefunden. Das neugeborene Mädchen lag auf einem Handtuch, das die Familie über Nacht draußen gelassen hatte.

Das Baby sei voll entwickelt, es gehe ihm gut, teilte eine Polizeisprecherin mit. Allerdings sei es nicht fachgerecht abgenabelt worden. Zum genauen Alter des Neugeborenen konnte sie zunächst keine Angaben machen.

Die Bewohner nahmen das Baby zunächst ins Haus und alarmierten die Feuerwehr. Diese brachte das Mädchen in ein Krankenhaus.

Beamte des Landeskriminalamtes befragten mögliche Zeugen. Auch ein Spürhund kam zum Einsatz. Hinweise oder eindeutige Spuren hatte die Polizei nach eigenen Angaben zunächst nicht.

+++ 13.45 Uhr: Feuer auf La Palma breitet sich langsamer aus +++

Das wohl von einem Deutschen entfachte Feuer auf der Kanaren-Insel La Palma hat bereits rund 3600 Hektar Pinienwald zerstört. In der Nacht zum Samstag sei die vernichtete Fläche - etwa so groß wie die Nordseeinsel Pellworm - aber nicht mehr größer geworden, erklärte die auf die Insel geflogene spanische Umweltministerin Isabel García Tejerina. Das sei "eine gute Nachricht".

Die seit Mittwoch in einer hügeligen und schwer zugänglichen Gegend um den Naturpark Cumbre Vieja wütenden Flammen waren Freitagabend der 5000-Einwohner-Gemeinde Villa de Mazo im Südosten der Insel bedrohlich nahegekommen. Häuser seien aber nicht mehr in Gefahr, eine Evakuierung nicht nötig, sagte Bürgermeister José Pestana.

+++ 13.03 Uhr: Strip-Poker mit Jugendlichen? US-Bürgermeister festgenommen +++

Weil er während einer Sommerfreizeit mit Jugendlichen Strip-Poker gespielt und ihnen Alkohol beschafft haben soll, ist der Bürgermeister der US-Stadt Stockton festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft Anthony Ray Silva außerdem vor, private Gespräche während des Feriencamps im vergangenen Jahr aufgezeichnet zu haben. Der 41-jährige Politiker aus Kalifornien bestritt die Vorwürfe am Freitag.

Keiner der Anwesenden sei jünger als 18 Jahre gewesen, beteuerte Silva. Es sei auch kein Alkohol im Spiel gewesen. Gegen Zahlung einer Kaution kam der Bürgermeister zunächst wieder auf freien Fuß.

Beamte der Bundespolizei FBI hatten bei einer Durchsuchung von Silvas Wohnung Fotos und Videos gefunden, die während des Ferienlagers gemacht wurden, das der Bürgermeister jedes Jahr für Jugendliche aus armen Familien organisiert.

Aus einer Audioaufnahme gehe hervor, dass in Silvas Zimmer eine Partie Strip-Poker gespielt worden sei, erklärte die Staatsanwaltschaft. "Die Unterhaltung zwischen den Teilnehmern deutet darauf hin, dass sie nackt waren. Einer der Teilnehmer war ein 16 Jahre alter Jugendlicher." Die Gespräche seien gegen den Willen der Beteiligten mitgeschnitten worden.

Gemeinderatsmitglied Dan Wright und die örtliche Polizeigewerkschaft forderten Silva zum Rücktritt auf. Stockton liegt etwa 140 Kilometer östlich von San Francisco. Wie viele andere amerikanische Städte auch wurde Stockton 2008 Opfer der US-Immobilienkrise. Mitte 2012 erklärte sich die Gemeinde für zahlungsunfähig.

+++ 11.46 Uhr: Rebellen in Aleppo erobern Militärstützpunkte +++

Syrische Rebellen haben beim Sturm auf die eingekesselten Viertel in Aleppo Militäreinrichtungen der syrischen Regierung eingenommen. Die Rebellen hätten die Kontrolle über eine Artillerie-Akademie und große Teile einer Basis im Südwesten von Aleppo übernommen, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Demnach kontrollieren die Rebellen auch Teile eines Stützpunktes der syrischen Luftwaffe. Syrische und russische Kampfjets hätten mit Luftangriffen versucht, die Offensive der Rebellen zu stoppen.

Das syrische Staatsfernsehen berichtete von einer Gegenoffensive der Regierungstruppe in der Gegend und davon, dass Dutzende "Terroristen" getötet worden seien. So bezeichnet das Regime von Präsident Baschar al-Assad die Aufständischen.

+++ 11.26 Uhr: Hündin überlebt 45-Meter-Sturz +++

Eine Hündin hat in der Sächsischen Schweiz einen Sturz in 45 Meter Tiefe überlebt. Der Bretonen-Mischling war mit seiner 75 Jahre alten Besitzerin und deren Familie am Freitag zum Wandern im Elbsandsteingebirge unterwegs. Während die Familie das Panorama im Bastei-Gebiet genoss, sprang die nicht angeleinte Jule über ein Geländer und stürzte über die Felskante in die Tiefe. Nach 25 Meter freiem Fall bremsten Baumkronen und Büsche die Hündin, wie die Feuerwehr am Samstag in Dresden mitteilte.

Die Familie aus Norddeutschland rief die Bergwacht. Bergretter, die sich von der Aussichtsplattform abseilten, entdeckten die vier Jahre alte Hündin durch ihr Winseln in einer Felsspalte. Mit einem Flaschenzug aus Seilen wurde Jule in einem Bergsack nach oben gehievt. Dabei halfen auch andere Wanderer, wie die Feuerwehr weiter mitteilte. Die Aktion dauerte zweieinhalb Stunden.

Die Hündin wurde mit Verletzungen zu einem Tierarzt gebracht, wo sie auch die Nacht verbrachte. Zu Einzelheiten wollte sich die Praxis nicht äußern.

+++ 11.11 Uhr: Hochwasser in Bayern geht leicht zurück +++

Nach den starken Regenfällen hat sich die Hochwasserlage in Bayern leicht entspannt. Die Pegelstände der Zuflüsse zur Donau und zum Inn seien weitestgehend bereits unter die Meldestufen gefallen, teilte der Hochwassernachrichtendienst Bayern mit. Allerdings werde an der Donau bis oberhalb von Passau nach derzeitigen Prognosen bis zur Nacht zum Sonntag erwartet, dass dort an zahlreichen Pegeln die Meldestufen 1 und 2 überschritten werden. Am Pegel Kelheim könne sogar Meldestufe 3 erreicht werden. Da keine größeren neuen Regenfälle zu erwarten seien, werde aber mit einer weiteren Entspannung der Hochwasserlage gerechnet.

+++ 10.24 Uhr: Verletzte bei Konzert von Snoop Doggy Dog +++

Bei einem Freilichtkonzert des US-Rappers Snoop Dogg im US-Staat New Jersey sind Fans verletzt worden, als ein Geländer zusammenbrach. Die Konzertbesucher seien von einer erhöhten Rasenfläche aus auf den Betonboden vor ihnen gestürzt, viele von ihnen auch übereinander, berichtete der Sender NBC am Freitagabend (Ortszeit). Der etwas tiefer liegende Betonweg trennt in der Spielstätte BB&T Pavilion in der Stadt Camden die offene Zuschauerfläche von der überdachten Zone.

Mindestens zehn Fans wurden laut einem Polizeisprecher von Camden verletzt, fünf seien zu einer Behandlung in lokale Krankenhäuser gebracht worden. Berichte über 42 Verletzte wurden laut NBC zunächst nicht bestätigt. Der Unfall geschah, als Snoop Dogg und Wiz Khalifa zusammen rappten. Das Konzert, das etwa zur Hälfte vorbei war, wurde laut NBC abgebrochen.

+++ 9.58 Uhr: Drei Tote bei Unfall auf der A3 +++

Bei einem Auffahrunfall an einem Stauende sind auf der Autobahn 3 nahe Nürnberg drei Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Mittelfranken fuhr ein Lastwagen am frühen Samstagmorgen bei Altdorf (Nürnberger Land) in das Stauende und schob zwei Autos in einen anderen Lkw. Aus einem der beiden Wagen, der ein französisches Kennzeichen hatte, konnten drei Menschen nur noch tot geborgen werden. In dem zweiten Auto, das einer Familie aus Rheinland-Pfalz gehörte, wurden die vier Insassen teilweise schwer verletzt.

+++ 8.06 Uhr: Terrorgefahr: Polizei warnt vor Scherzanrufen +++

Nach den jüngsten Terroranschlägen in Deutschland warnt die Polizei eindringlich vor absichtlichen Fehlalarmen oder Scherzanrufen. Neben strafrechtlichen Folgen müssen Trittbrettfahrer auch mit erheblichen finanziellen Konsequenzen rechnen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. In München werden die Verursacher für jede Einsatzstunde beteiligter Beamter mit jeweils 54 Euro zur Kasse gebeten. Komme ein Hubschrauber zum Einsatz, würden 1700 Euro pro Stunde fällig.

In Hessen werden die Kosten für einen Polizeieinsatz je nach Zeitaufwand berechnet, mindestens müssen 200 Euro gezahlt werden. Niedersachsen stellt pro Bediensteten und angefangene halbe Stunde 27 Euro in Rechnung, maximal können bis zu 10.000 Euro eingefordert werden. Auch andere Bundesländer haben für diese Fälle eine detaillierte Gebührenordnung. Doch es gilt auch die Regel: "Wer sich irrt und aus Sorge vor einer Straftat die Polizei ruft, braucht keine Angst vor den Kosten haben", erklärte ein Polizeisprecher aus Baden-Württemberg.

+++ 7.04 Uhr: Ditib soll sich von Erdogan distanzieren +++

Angesichts der Repressionen gegen Regierungskritiker in der Türkei haben Bundespolitiker von Union und SPD gefordert, dass sich der türkisch-islamische Verband Ditib klar von der Politik des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan distanziert. Eine Zusammenarbeit mit Ditib als dem größten deutschen Moscheenverband könne nur fortgesetzt werden, wenn sich der Verband nicht von Erdogan "als unkritisches Sprachrohr instrumentalisieren lässt", sagte der CSU-Abgeordnete Stephan Mayer der "Welt".

+++ 6.53 Uhr: Deutscher Sommer: Regen-Soll vielerorts schon erreicht +++

Der Sommer ist in Deutschland bisher ganz typisch wechselhaft, vielerorts aber auch ungewöhnlich nass verlaufen. "Die ersten beiden Sommermonate waren sehr abwechslungsreich und unbeständig. Das ist auffällig, aber auch typisch", sagte Meteorologe Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Freitag in Offenbach. Ein sehr heißer und beständiger Sommer wie etwa im Jahr 2003 sei eher die Ausnahme, dennoch hätten stabile Wetter-Perioden bisher gefehlt.

Am wärmsten sei es in diesem Sommer bislang mit jeweils 36,4 Grad am 24. Juni in Berlin und am 20. Juli im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach gewesen. Die bundesweite Durchschnittstemperatur von 17,3 Grad liegt laut Lux sogar rund ein Grad über dem Soll.

Das Regen-Soll des Sommers sei an etlichen Messstationen bereits erreicht oder überschritten - und auch ein neuer Sommer-Regen-Rekord aufgestellt: "In Borken in Nordrhein-Westfalen sind im Juni und Juli schon 362 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Bislang lag der Rekord dort bei rund 313 Litern - allerdings im ganzen Sommer."

+++ 4.07 Uhr: Mindestens 13 Tote bei Feuer in Rouen +++

Bei einem Feuer in einer Bar im westfranzösischen Rouen sind mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Menschen seien verletzt worden, berichtete die Zeitung "Paris-Normandie" am Samstagmorgen. Ursache für das Feuer sei ein Unfall gewesen. Bei einer privaten Geburtstagsfeier sei es zu einer Explosion gekommen.

Die Opfer waren nach Angaben der Zeitung, die sich auf Informationen der Feuerwehr und örtlichen Behörden berief, noch jung gewesen. Der Bürgermeister von Rouen sei vor Ort gewesen.

+++ 1.22 Uhr: Eiffelturm nach Fehlalarm evakuiert +++

Wegen eines Fehlalarms ist der Eiffelturm in Paris am Freitagabend evakuiert worden. Wie die Polizeipräfektur in der französischen Hauptstadt mitteilte, gab es eine interne Übung, bei der simuliert wurde - allerdings habe ein Mitarbeiter das Ganze für echt gehalten. Bei der Evakuierung habe es sich um einen Fehler aufgrund eines "Missverständnisses" gehandelt.

"Es hätte niemand in Sicherheit gebracht werden sollen", verlautete aus einer Quelle der Präfektur. Der Chef der Betreibergesellschaft des Eiffelturms (Sete), Bernard Gaudillère, erklärte dagegen, ein Mitarbeiter, der für die Durchleuchtung der Taschen der Besucher verantwortlich war, habe etwas "Verdächtiges" zu sehen geglaubt. Der Gegenstand habe einer Pistole geähnelt, sich dann aber als ein harmloses Plastikobjekt entpuppt, sagte Gaudillère der Nachrichtenagentur AFP.

Allerdings habe sich zu dem Zeitpunkt eine ganze Gruppe von Touristen an der Sicherheitskontrolle befunden, und der Mitarbeiter habe nicht feststellen können, ob der Besitzer der fraglichen Tasche bereits die Kontrolle passiert hatte oder nicht. Daraufhin habe das "Prinzip der Vorsorge" gegriffen, erklärte Gaudillère. Demnach wurde die Polizei gerufen und die Räumung der Touristenattraktion angeordnet. Der Sete-Chef äußerte sich erfreut, dass die "Anleitungen befolgt" worden seien.

tkr DPA AFP

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