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News des Tages Zahnarzt gesteht Missbrauch von betäubter Patientin

Der Zahnarzt wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt (Symbolbild)
Der Zahnarzt wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt (Symbolbild)
© picture alliance
Bewährungsstrafe für Zahnarzt +++ Über 40 Prozent der Arbeitslosen haben Migrationhintergrund +++ Angeklagter im Höxter-Prozess quälte schon seine erste Frau +++ Hunderte Kinder von Regensburger Domspatzen missbraucht +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Newsticker.

Die Nachrichten des Tages im Überblick:

+++ 18.31 Uhr: Kanzlerin Merkel verurteilt Inhaftierung von Menschenrechtler +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Inhaftierung des Menschenrechtlers Peter Steudtner in der Türkei scharf verurteilt und dessen Freilassung gefordert. "Wir sind der festen Überzeugung, dass diese Verhaftung absolut ungerechtfertigt ist", sagte die Kanzlerin am Dienstag beim Sommerfest am Sportzentrum Kienbaum östlich von Berlin. "Wir werden seitens der Bundesregierung alles tun, auf allen Ebenen, um seine Freilassung zu erwirken. Es ist leider ein weiterer Fall, wo aus unserer Sicht unbescholtene Menschen in die Mühlen der Justiz und damit auch in Haft kommen. Deshalb ist das ein Grund zu allergrößter Sorge."

+++ 18.24 Uhr: Zahnarzt gesteht Missbrauch von Patientin +++

Ein Berliner Zahnarzt ist wegen Missbrauchs einer betäubten Patientin zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Angeklagte habe die 25 Jahre alte Studentin nach einer Operation unter Vollnarkose sexuell berührt, begründete das Amtsgericht Tiergarten am Dienstag die Entscheidung. Der Angeklagte hatte gestanden. Er könne nicht erklären, warum er die Patientin angefasst habe. In einem Täter-Opfer-Ausgleich habe er bereits 8000 Euro an die Frau gezahlt. Er rechne damit, dass er nun seine Approbation verliere und nicht mehr als Arzt arbeiten dürfe.

Die Studentin sagte, sie habe im Mai 2016 nach einer Weisheitszahn-Operation im Aufwachraum der Praxis gelegen, als sie den Missbrauch gespürt habe. Bis heute leide sie unter der Tat. "Ich sehe mich hilflos auf der Liege, kann nichts tun, muss es geschehen lassen." Als sie zu sich kam, habe sie ihrem Freund von dem Übergriff berichtet. Er habe die Polizei alarmiert.

+++ 18.14 Uhr: Daimler weitet Diesel-Nachbesserung auf drei Millionen Autos aus +++

Der Autobauer Daimler weitet die Nachbesserung von Diesel-Antrieben auf insgesamt mehr als drei Millionen Mercedes-Benz-Fahrzeuge in Europa aus. Um den Ausstoß schädlicher Stickoxide zu verringern, würden unter anderem Erkenntnisse aus der Entwicklung der aktuellen Dieselmotorenfamilie genutzt, teilte Daimler am Dienstag mit, nannte zunächst aber keine Details. Die Aktion soll rund 220 Millionen Euro kosten und in den kommenden Wochen beginnen. Für die Besitzer der Autos soll sie kostenlos sein. 

Vergangene Woche war bekanntgeworden, dass die Ermittlungen wegen möglicherweise manipulierter Diesel-Abgaswerte bei Daimler mehr als eine Million Fahrzeuge betreffen. Der Autobauer teilte mit, er unterstütze die Behörden, betonte aber, sich an geltendes Recht gehalten zu haben.

+++ 17.36 Uhr: Touristen retten drei Delfine mit Booten aus flachen Wasser +++

Ukrainische Touristen haben drei Delfine in der Nähe der Schwarzmeerstadt Odessa gerettet. Auf der Suche nach Pelikanen fanden sie die Meeressäuger im flachen Süßwasser des Donaudeltas, berichtete die lokale Nachrichtenseite Dumskaya am Dienstag. Kurzerhand luden sie die Delfine mit Hilfe einer Decke in ihr Boot und transportierten einen nach dem anderen zur nahe gelegenen Küste. Biologen vermuten, dass die Tiere bei der Verfolgung eines Fischschwarms in den Flussarm gerieten und nicht mehr heraus fanden. Der Bestand der drei im Schwarzen Meer heimischen Delfinarten gilt als gefährdet.

+++ 17.29 Uhr: Höxter-Prozess: Anklage lässt Vorwurf des vollendeten Mords fallen +++

Im Prozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter ist der Staatsanwalt auch im Fall des zweiten Opfers vom Vorwurf eines vollendeten Mords durch Unterlassen abgerückt. "Ich gehe im Fall von Anika W. nach dem Gutachten nur noch von einem versuchten Mord durch Unterlassen aus", sagte Oberstaatsanwalt Ralf Meyer am Rande des Prozesses vor dem Landgericht Paderborn. 

Zuvor hatte ein Gutachter erklärt, im Fall der 33 Jahre alten Anika W. aus Uslar lasse sich keine sichere Aussage zur Todesursache machen. In der vergangenen Woche hatte Meyer bereits eingeräumt, dass auch beim Opfer Susanne F. der Nachweis eines vollendeten Mords durch Unterlassen nicht mehr zu führen sei.

+++ 15.48 Uhr: Plädoyers im NSU-Prozess beginnen Mittwoch +++

Mehr als vier Jahre nach Beginn des NSU-Prozesses sollen an diesem Mittwoch die Plädoyers in dem Mammutverfahren beginnen. Das hat das Oberlandesgericht München am Dienstag bekanntgegeben. Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl hatte am Morgen erklärt, dass als erste Partei die Bundesanwaltschaft plädieren soll. Bundesanwalt Herbert Diemer hatte mitgeteilt, er sei bereit. Das Plädoyer der Anklage werde schätzungsweise 22 Stunden dauern.

Götzl sagte, nach der Bundesanwaltschaft erhielten die Nebenkläger das Wort für ihre Plädoyers, anschließend die Verteidiger. Das werde voraussichtlich aber erst nach der Sommerpause passieren. Letzter bisher geplanter Verhandlungstag davor ist der 1. August. Im August sind in Bayern Schulferien.

+++ 15.47 Uhr: US-Außenministerium verhängt neue Sanktionen gegen den Iran +++

Das US-Außenministerium hat neue Sanktionen gegen 18 Personen und Einrichtungen im Iran verhängt. Mit den Strafmaßnahmen reagiere man auf "anhaltende Bedrohungen" durch den Iran, darunter das Raketenprogramm des Landes und die Unterstützung Teherans für Terrorgruppen, teilte das Außenministerium in Washington mit.

+++ 15.27 Uhr: Eltern lassen Kleinkind in Auto - Polizei schlägt Scheibe ein +++

Ein 17 Monate altes Mädchen ist von seinen Eltern bei Dresden allein im verschlossenen Auto zurückgelassen worden. Passanten schlugen Alarm, das Kleinkind schrie, wirkte verängstigt und war durchgeschwitzt, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Beamte schlugen am Montagnachmittag eine Seitenscheibe des Kastenwagens ein, an dem nur die hinteren Fenster einen Spalt geöffnet waren, und holten die Kleine aus dem Wagen. Etwa eine Viertelstunde später waren auch die Eltern zurück. Die Polizei prüft den Verdacht einer Körperverletzung. Sie konnte zunächst nicht sagen, wie lange und warum das Kind im Auto eingeschlossen war.

+++ 15.21 Uhr: 22 Deutsche seit Putschversuch in der Türkei festgenommen +++

Im Zusammenhang dem Putschversuch vor einem Jahr sind nach Erkenntnissen der Bundesregierung bislang 22 deutsche Staatsbürger in der Türkei festgenommen worden. Das geht aus einer Antwort des Auswärtigen Amtes auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Özcan Mutlu hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 13 Betroffene wurden demnach wieder aus der Haft oder dem Polizeigewahrsam entlassen. 

Nach den Angaben der Bundesregierung handelte es sich bei den 22 Fällen sowohl um Doppelstaatsbürger als auch um Personen nur mit der deutschen Staatsbürgerschaft. Eine regelmäßige konsularische Betreuung sei "bei allen Inhaftierten gewährleistet, soweit darauf ein völkerrechtlicher Anspruch besteht, in einzelnen Fällen auch darüber hinaus", hieß es weiter. Bei Personen sowohl mit der türkischen als auch der deutschen Staatsbürgerschaft besteht kein völkerrechtlicher Anspruch auf eine konsularische Betreuung. 

+++ 14.51 Uhr: Kalifornien verlängert strenge Klimaschutzvorgaben bis 2030 +++

Im Gegensatz zur Klimapolitik von US-Präsident Donald Trump hat Kalifornien seine strengen Klimaschutzvorgaben bis 2030 verlängert. Mit einer Zweidrittelmehrheit stimmten die Abgeordneten beider Kammern des US-Bundesstaats am Montagabend unter anderem dafür, den Ausstoß der Treibhausgase weiterhin zu reduzieren und die Regeln für den Emissionshandel durchzusetzen. Kaliforniens Gouverneur Jerry Brown hatte nach Trumps Abkehr vom Pariser Klimaabkommen Anfang Juni versprochen, sein Bundesstaat werde die Richtlinien des internationalen Abkommens trotzdem weiter einhalten.

+++ 14.24 Uhr: Israelische Soldaten erschießen palästinensischen Attentäter +++

 Israelische Soldaten haben im südlichen Westjordanland einen palästinensischen Attentäter erschossen. Der Mann habe Soldaten in der Nähe von Hebron mit einem Auto gerammt, teilte die israelische Armee am Dienstag mit. Deswegen hätten die Sicherheitskräfte auf ihn gefeuert. Zwei Soldaten seien leicht verletzt worden.

Seit Beginn einer Gewaltwelle vor knapp zwei Jahren sind bei ähnlichen Attacken rund 300 Palästinenser getötet worden. Die meisten kamen bei ihren eigenen Anschlägen ums Leben und stammten aus dem israelisch besetzten Westjordanland und Ost-Jerusalem. Mehr als 40 Israelis wurden in dem Zeitraum getötet.

+++ 13.36 Uhr: Sechs Streifenwagen in Bielefeld brennen komplett aus

Nach dem Brand von sechs Streifenwagen in der Nacht zum Dienstag in Bielefeld haben Beamte des Staatsschutzes und Brandexperten die Ermittlungen aufgenommen. Hinweise auf mögliche Brandstifter oder deren Motiv lagen zunächst nicht vor, wie die Polizei mitteilte. Nach Angaben der Bielefelder Polizeipräsidentin Katharina Giere hatten die Ermittler jedoch keine Anhaltspunkte für einen technischen Defekt als Brandursache.

Die völlig ausgebrannten Einsatzfahrzeuge der Bereitschaftspolizei Bielefeld waren auf dem umzäunten Gelände einer Dienststelle abgestellt. Das Feuer richtete rund 300.000 Euro Schaden an. Mehrere Hinweisgeber hatten gegen 02.40 Uhr in der Nacht zum Dienstag die Bielefelder Einsatzleitstelle wegen des Brands auf dem Polizeigelände alarmiert. Die sechs Streifenwagen wurden ein Raub der Flammen, drei weitere Transporter und ein Carportdach wurden beschädigt.

+++ 13.14 Uhr: Über 40 Prozent der Arbeitslosen haben Migrationshintergrund

Für Menschen mit ausländischen Wurzeln stellt die Jobsuche nach Behördenzahlen oft eine deutlich höhere Hürde dar als für Inländer. Im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil sind sie häufiger arbeitslos als in Deutschland verwurzelte Männer und Frauen, wie aus aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht. Zu Menschen mit Migrationshintergrund zählt die BA-Statistik auch Deutsche mit einem zugewanderten Elternteil. Über die Daten hatte zuvor die Zeitung "Die Welt" (Dienstag) berichtet.

Nach den BA-Zahlen hatten Ende vergangenen Jahres 43,1 Prozent aller Arbeitslosen in Deutschland einen Migrationshintergrund; deren Anteil an der Gesamtbevölkerung lag nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2015 dagegen lediglich bei 21 Prozent.

+++ 13.10 Uhr: Urlaubsflieger kommt in Bulgarien von Landebahn ab +++

Ein Urlaubsflieger ist bei der Landung im bulgarischen Schwarzmeerort Burgas von der Landebahn abgekommen. Die 178 Passagiere und die Crew hätten das Flugzeug unverletzt verlassen können, teilte eine Sprecherin der Fluglinie Smartwings in Prag mit. Nach ersten Informationen gab es ein Problem mit der Hydraulik. Das Flugzeug war im tschechischen Brünn (Brno) gestartet.

+++ 13.04 Uhr: Amnesty fordert Staatengemeinschaft zum Handeln gegen Türkei auf +++

Amnesty International hat die internationale Staatengemeinschaft angesichts der Verhaftungen von Menschenrechtlern in der Türkei zum Handeln aufgefordert. "Alle Staats- und Regierungschefs sind gefordert, Druck auszuüben, damit Idil Eser und die anderen Menschenrechtsverteidiger sofort und bedingungslos freigelassen werden", teilte der Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland, Markus N. Beeko, mit. "Amnesty International wird sich durch diese eklatante Missachtung von internationalen Menschenrechtsstandards weder einschüchtern noch entmutigen lassen."

+++ 12.52 Uhr: Drei Jahre Haft für Mitglied von syrischer Dschihadistengruppe Al-Nusra-Front +++

Das Stuttgarter Oberlandesgericht hat ein ehemaliges Mitglied der syrischen Dschihadistengruppe Al-Nusra-Front zu drei Jahren Haft verurteilt. Die Richter sprachen den 25-jährigen Syrer der Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorgruppe und der Ausübung von Gewalt mit Kriegswaffen schuldig. Der Mann hatte demnach 2013 und 2014 für den ehemaligen Al-Kaida-Ableger gekämpft, der sich inzwischen selbst Fateh-al-Scham-Front nennt.

+++ 12.15 Uhr: Höxter-Prozess: Wilfried W. wegen Misshandlungen vorbestraft +++

Der Angeklagte im Prozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter, Wilfried W., ist wegen der Misshandlung einer seiner früheren Ehefrauen vorbestraft. Laut einem von Richter Bernd Emminghaus verlesenen Urteil hatte der 47-Jährige bereits 1994 seine damalige Ehefrau gequält. Ein Jahr später war er zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden.

+++ 12.12 Uhr: Fifa: Festnahme von Villar Llona "interne Angelegenheit"

Nach der Festnahme des Fifa-Vizepräsidenten Angel Maria Villar Llona in Spanien will der Fußball-Weltverband zunächst die weiteren Entwicklungen abwarten. Es handle sich offenbar um "interne Angelegenheiten" des spanischen Verbands, teilte ein Fifa-Sprecher mit und verwies für weitere Nachfragen an den Nationalverband RFEF. Zuvor war der 67 Jahre alte Villar Llona, der auch Chef des RFEF und Vizepräsident der Europäischen Fußball-Union Uefa ist, von der Guardia Civil vorübergehend festgenommen worden. Ihm wird Korruption, Fälschung und Unterschlagung vorgeworfen.

+++ 11.30 Uhr: Ostukrainische Separatisten rufen Staat "Kleinrussland" aus +++

Die Separatisten im Kriegsgebiet Ostukraine haben einseitig einen neuen Staat "Kleinrussland" ausgerufen. "Wir gehen davon aus, dass die Donezker Volksrepublik und die Luhansker Volksrepublik gemeinsam die einzigen Territorien der Ukraine sind, die Krim nicht mitgerechnet, in denen eine gesetzliche Regierung gewahrt wurde", sagte der Separatistenführer Alexander Sachartschenko in Donezk. Zudem solle für drei Jahre der Ausnahmezustand in den von Kiew abtrünnigen Gebieten ausgerufen werden. Dies sieht unter anderem ein Verbot von Parteien vor.

Eine Reaktion der prowestlichen Führung in Kiew lag zunächst nicht vor. Der russische Außenpolitiker Leonid Kalaschnikow kritisierte, der Vorschlag widerspreche dem Friedensplan für den Donbass. Die Separatisten müssten vorsichtig sein, sagte er der Agentur Interfax. 

+++ 10.50 Uhr: Fifa-Vize Villar Llona verhaftet +++

Fifa-Vizepräsident Ángel María Villar Llona ist im Rahmen eines Antikorruptionseinsatzes der spanischen Polizei festgenommen worden. Der Chef des spanischen Fußballverbandes RFEF, der auch Vizepräsident des europäischen Dachverbands Uefa ist, sei zusammen mit seinem Sohn Gorka inhaftiert worden, teilte das Innenministerium mit.

+++ 10.40 Uhr: 547 Kinder von Regensburger Domspatzen Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch +++

Bei den weltberühmten Regensburger Domspatzen sind über die Jahrzehnte insgesamt 547 Kinder Opfer von körperlicher und sexueller Gewalt geworden. Dies geht aus dem Abschlussbericht zum Missbrauchsskandal bei dem katholischen Chor vor, den der Rechtsanwalt Ulrich Weber vorstellte. Demnach wurden 500 Kinder Opfer körperlicher Gewalt, 67 Kinder auch Opfer sexueller Gewalt.

Da einige Kinder sowohl körperliche wie auch sexuelle Gewalt erlitten, liegt die Zahl der Fälle laut Weber über den insgesamt betroffenen 547 Fällen. Wie er weiter sagte, beschrieben die Opfer die Zeiten bei den Regensburger Domspatzen im Nachhinein als "Gefängnis, Hölle und Konzentrationslager" oder als schlimmste Zeit ihres Lebens.

Besonders in der Vorschule des Chores seien die Übergriffe umfassend gewesen. Laut Weber wurden 49 Beschuldigte identifiziert, die für die Taten verantwortlich gemacht werden könnten.

+++ 10.13 Uhr: Frau soll Trio mit Mordanschlag auf Ehemann beauftragt haben +++

Weil sie drei Männer damit beauftragt haben soll, ihren Ehemann zu töten, steht eine 33-Jährige vor dem Leipziger Landgericht. Sie ist unter anderem wegen Anstiftung zum versuchten Mord angeklagt. Auch die drei Männer stehen vor Gericht. Ihnen werden gefährliche Körperverletzung und schwerer Raub vorgeworfen.

Laut Anklage sollen die Angreifer im Januar nachts auf Geheiß der Frau ins Haus des Ehemanns eingedrungen sein. Bewaffnet mit Billard-Queue, Holzkeule und Schlagstock soll das Trio auf den Mann losgegangen sein und ihn schwer verletzt haben. Die Frau wollte das Haus laut Staatsanwaltschaft wohl für sich allein haben. Sie hatte demnach die Scheidung gefordert, der Mann lehnte das jedoch ab.

Bereits im Herbst 2016 soll die Frau versucht haben, einen Mann mit der Ermordung ihres Ehemanns zu beauftragen. Dieser lehnte jedoch ab. Daher ist die 33-Jährige auch wegen versuchter Anstiftung zum Mord angeklagt.

+++ 9.11 Uhr: Konsequenzen wegen Ausschreitungen in Schorndorf gefordert +++

Nach den Ausschreitungen und sexuellen Übergriffen auf zwei junge Frauen auf dem Schorndorfer Stadtfest ist eine Debatte über die Sicherung solcher Veranstaltungen entbrannt. Die Polizei in der Kleinstadt bei Stuttgart passte ihr Einsatzkonzept an und erhöhte die Präsenz. Am Montagabend sei alles friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher. Es sei weniger los gewesen als am Wochenende und habe keine neuen Vorfälle gegeben. Politiker fordern aber harte und vor allem schnelle Strafen für die Täter. Die Gewerkschaft der Polizei kritisiert die Gewalt gegen Polizisten. Am Donnerstag soll sich auch der Landtag mit den Vorfällen befassen.

+++ 8.45 Uhr: Schorndorfer OB: "Null Toleranz für Gewalt gegen die Polizei" +++

Nach den Krawallen beim Volksfest in Schorndorf bei Stuttgart hat Oberbürgermeister Matthias Klopfer einen Schulterschluss von Politik und Polizei gefordert. "In Zukunft noch mehr, um zu sagen: Da gibt es null Toleranz für Gewalt gegen die Polizei", sagte der SPD-Politiker im "Morgenmagazin" von ARD und ZDF. "Es hat eine neue Qualität", sagte Klopfer über diese Attacken. "Die Gewalt gegen Polizisten ist auf einem Fünfjahreshoch. Das ist natürlich in keinster Form zu akzeptieren."

Klopfer schränkte allerdings ein: "Dass Ausnahmezustand in unserer Stadt war, das kann man ganz klar verneinen", betonte er. "Das ist kein zweites Köln und kein zweites Hamburg."

+++ 8.36: Lufthansa hebt Gewinnprognose an +++

Die Lufthansa hebt ihre Gewinnprognose für das laufende Jahr an. Der Vorstand erhöhe seine Prognose für den operativen Gewinn von "leicht unter Vorjahr" auf "über Vorjahr", also über 1,75 Milliarden Euro, teilte die Fluggesellschaft mit. Grund sind überraschend gute Halbjahreszahlen: Der Gewinn vor Zinsen und Steuern verdoppelte sich in den ersten sechs Monaten auf 1,04 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 15 auf 17 Milliarden Euro. 

+++ 8.09 Uhr: Versicherungen schätzen Schäden durch G20-Krawalle auf zwölf Millionen Euro +++

Die Schäden der Ausschreitungen während des G20-Gipfels in Hamburg kosten die Versicherungen Millionen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gehe in einer ersten Schätzung von versicherten Schäden in Höhe von zwölf Millionen Euro aus, berichtete die "Bild"-Zeitung. Berücksichtigt seien dabei Schäden an Fahrzeugen, Wohngebäuden und Geschäften, die im Zuge der G20-Krawalle entstanden sind. Allein vier Millionen Euro entfallen demnach auf beschädigte Autos.

+++ 6.40 Uhr: Untersuchungshaft für Menschenrechtler - Deutscher inhaftiert +++

Knapp zwei Wochen nach ihrer Festnahme hat ein Gericht in der Türkei Untersuchungshaft gegen die Landesdirektorin von Amnesty International und fünf weitere Menschenrechtler verhängt. Unter den sechs Inhaftierten sind neben Amnesty-Landesdirektorin Idil Eser auch ein Deutscher und ein Schwede, wie der Türkei-Experte von Amnesty International, Andrew Gardner, mitteilte. Vier weitere Menschenrechtler habe der Haftrichter in Istanbul dagegen bis zu einem Prozess unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt.

Die Staatsanwaltschaft hatte in der Nacht Untersuchungshaft für alle zehn Menschenrechtler verlangt. Sie warf den acht türkischen und zwei ausländischen Menschenrechtlern nach Amnesty-Angaben vor, eine Terrororganisation unterstützt zu haben, ohne deren Mitglied zu sein. Unklar blieb, um welche Terrororganisation es sich handeln sollte.

+++ 6.05: In Deutschland sind immer mehr Mädchen von Genitalverstümmelung bedroht +++

Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes schätzt, dass in Deutschland aktuell mehr als 13.000 Mädchen von Genitalverstümmelung bedroht sind. Das sind rund 4000 mehr als noch vor einem Jahr. "Bedingt durch den Zuzug aus Ländern wie Eritrea, Somalia und dem Irak verzeichnen wir einen enormen Anstieg bei der Zahl der betroffenen Frauen und gefährdeten Mädchen", berichtete Terre-des-Femmes-Mitarbeiterin Charlotte Weil. Die Autorin einer Dunkelzifferstudie zu dem Thema geht davon aus, dass in Deutschland inzwischen rund 58.000 Frauen leben, die Opfer der sogenannten Mädchenbeschneidung sind. 

+++ 4.33 Uhr: Intensive Fahndung nach Amokalarm an Schule in Esslingen +++

Nach dem Amokalarm an einer Schule in Esslingen bei Stuttgart sucht die Polizei weiter nach einem verdächtigen Mann. "Die Suche läuft - und zwar intensiv", sagte ein Sprecher der Polizei. Der Mann wird verdächtigt, mit einer Pistole bewaffnet am Montagmorgen die Schule betreten zu haben. Wenig später hatte die Schulleitung die Polizei alarmiert und Amokalarm ausgelöst.

Die Polizei rückte unter anderem mit Spezialeinsatzkräften und zwei Polizeihubschraubern aus. Beamte nahmen wenig später einen Verdächtigen im Stadtgebiet fest - dabei handelte es sich aber um den Falschen. Verletzt wurde niemand.

+++ 4.26 Uhr: Schweres Erdbeben erschüttert Pazifikregion vor Ostküste Russlands +++

Vor der Ostküste Russlands hat es ein Erdbeben der Stärke 7,7 gegeben. Es wurde vorübergehend eine Tsunami-Warnung ausgegeben, wie das Pazifik-Tsunami-Warnzentrum in der Nacht mitteilte. Das Beben ereignete sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS 199 Kilometer südöstlich von Nikolskoje in der Gegend von Kamtschatka in einer Tiefe von 11,7 Kilometern. Für die Küsten im Gebiet von Russland bis Hawaii wurden zunächst Wellen von weniger als 0,3 Metern über dem Tidenstand vorhergesagt. Später hieß es, in einigen Küstenregionen nahe des Epizentrums sei mit leichten "Meeresspiegelfluktuationen" zu rechnen. Es sei allerdings nicht von einem "zerstörerischen Tsunami" in der gesamten Pazifikregion auszugehen. Für Hawaii bestehe überdies keine Gefahr mehr.

ivi DPA AFP

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