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Normandie: Pleite-Museum versteigert Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg

Weil die Besucher ausblieben, hat ein Panzermuseum in der Normandie schließen müssen. Nun wird die Sammlung versteigert. Zwei fahrtüchtige Modelle von 1944 könnten besonders begehrt werden.

US-Panzer Sherman M4 vor dem Normandie-Museum 1944 ist bei Auktion zu kaufen

Für 200.000 bis 400.000 Euro zu haben: Ein US-Panzer Sherman M4 wird bei der Auflösung eines Normandie-Museums versteigert

Wer schon immer einen Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg sein Eigen nennen wollte, kann am Sonntag bei einer Auktion in Nordfrankreich sein Glück versuchen: Ein Panzermuseum in der Normandie hat wegen Geldproblemen schließen müssen und versteigert jetzt seine Sammlung. Prunkstücke sind zwei 1944 gebaute und noch fahrtüchtige M4 Sherman der US-Armee. Ganz billig sind die beiden Panzer nicht: Der Schätzpreis liegt jeweils zwischen 200.000 und 400.000 Euro.

Deutlich günstiger ist das Panzermodell Ford M8 Greyhound, hier liegt der Schätzpreis zwischen 50.000 und 80.000 Euro. Nur zwischen 10.000 und 20.000 Euro kosten sollen zwei britische Truppentransporter FV432, die ebenfalls noch gefahren werden können. "Diese Fahrzeuge bieten in jedem Gelände einmalige Gefühle", schwärmt das Auktionshaus Artcurial. "Der Maschinenlärm und ihre Kraft geben uns einen Eindruck von der Leistung dieser Kriegsmaschinen."

Panzer, Lastwagen, Militärjeeps und Motorräder 

Neben rund einem Dutzend Panzern werden auch Lastwagen, Militärjeeps und Motorräder versteigert, im Angebot sind auch Flugabwehrgeschütze und sogar ein kleines Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg. 90 Prozent der angebotenen Fahrzeuge sind fahrtüchtig. Und für das kleine Portemonnaie gibt es alte Uniformen, Munitionskisten und Stahlhelme.

Derzeit steht die Sammlung im Normandy Tank Museum in der Gemeinde Catz, unweit der Normandie-Strände, an denen die Alliierten im Kampf gegen Nazi-Deutschland 1944 landeten. Der Sammler Patrick Nerrant hatte das Museum erst 2013 eröffnet, er setzte auf den regen D-Day-Tourismus in der Region.

Ein US-Panzer Sherman M4 beim Ausladen am Utah Beach im Herbst 1944

Ein US-Panzer Sherman M4 beim Ausladen am Utah Beach im Herbst 1944


Schlechte Besucherzahlen

Doch die Besucherzahlen ließen zu wünschen übrig: Anstelle der anvisierten 100.000 Besucher pro Jahr kamen nur zwischen 50.000 und 65.000 Gäste. "Das Museum hat nicht die erhoffte Resonanz gefunden", seufzt der pensionierte Air-France-Pilot. In diesem Jahr verzeichnete er dann einen deutlichen Rückgang der Besucherzahlen - und musste einen Schlussstrich unter das Museumsabenteuer ziehen. "Wir können die Miete nicht mehr bezahlen." Außerdem hat Nerrant sich in der Region nicht nur Freunde gemacht: Er bot auch Rundflüge über die Landungsstrände und Panzerfahrten an. Den Anwohnern ging der Lärm gehörig auf die Nerven, sie lancierten mehrere Petitionen.

In dieser Woche machte das Museum dicht, nun richtet Nerrant seine Hoffnungen auf die Auktion am Sonntag. Mehrere Millionen Euro soll der Verkauf seiner Weltkriegs-Sammlung einbringen, die Organisatoren rechnen mit hunderten Besuchern und Bietern. Vor allem ausländische Sammler könnten bereit sein, für das alte Kriegsgerät tief in die Tasche zu greifen - und sich einen Weltkriegs-Panzer anzuschaffen. 

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fin/Chloé Coupeau / AFP