Philippinen Hunderte Menschen nach Fährunglück vermisst


Dramatische Szenen vor den Philippinen: Eine Fähre mit über 800 Menschen ist gesunken. Bisher konnten sich nur 38 Menschen retten. Hunderte Menschen werden noch vermisst. Die Rettungskräfte haben allerdings kaum noch Hoffnung auf weitere Überlebende.

Die philippinische Küstenwache hat die Suche nach Überlebenden des Fährunglücks am Montag fortgesetzt. 28 Menschen waren am Sonntag mehr als 24 Stunden nach dem Unglück lebend an Bord eines Rettungsbootes gefunden worden, vier weitere hatten es zuvor schwimmend an Land geschafft. Aber von den meisten der mehr als 800 Menschen an Bord fehlte noch jede Spur.

"Unsere Rettungsmannschaften stehen bereit, um die Gegend nach weiteren Überlebenden abzusuchen", sagte ein Sprecher der Küstenwache. "Wir haben auch Taucher und Ausrüstung, um das Wrack zu untersuchen, wenn das Wetter es zulässt." Große Hoffnung hatten die Retter allerdings nicht. Die Marine entsandte am Montag ein Schiff mit 500 Leichensäcken in die Region, berichtete der Sender ABS-CBN.

Wellen behindern Rettungsarbeiten

Die "Princess of the Stars" war am Samstag in schwerer See vor der Insel Sibyan gesunken. Hohe Wellen durch Taifun "Fengshen", der seit Freitag vor der philippinischen Küste tobte, behinderten die Rettungsarbeiten. Die ersten Helfer erreichten das Wrack erst 24 Stunden nach dem Kentern.

Die Fähre war auf dem Weg von Manila nach Cebu nach ersten Erkenntnissen auf Grund gelaufen. Der Taifun forderte durch Überschwemmungen und Erdrutsche in anderen Landesteilen nach neuesten Angaben mindestens 156 Menschenleben.

Die Überlebenden, die vor Mulanay rund 150 Kilometer südlich von Manila auf dem Rettungsboot gefunden wurden, berichteten inzwischen im Fernsehen von ihren Horrorerlebnissen. Zwei Menschen, die ursprünglich mit im Rettungsboot saßen, wurden durch die hohen Wellen ins Meer gerissen. Nach Angaben einer Überlebenden waren an Bord einige Besatzungsmitglieder der Fähre.

"Wir haben es nur geschafft, weil Seeleute an Bord waren, die unser Rettungsboot steuern konnten", sagte sie im Lokalfernsehen. "Wir haben alle zusammengehalten, weil wir wussten, dass wir stark sein mussten, um zu überleben", sagte ein anderer Geretteter unter Tränen.

Scharfe Kritik kam unterdessen von der philippinischen Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo, die gerade zu einer US-Reise aufgebrochen war. Sie verlangte eine Erklärung, warum das Schiff trotz des nahenden Taifuns auslaufen durfte.

DPA DPA

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